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Was tun gegen gefährliche Zecken?

Beim SZ-Gesundheitsforum am Dienstag in Bautzen werden Vorsorge- und Therapie-Möglichkeiten bei einer FSME-Infektion vorgestellt. Das Risiko ist nicht zu unterschätzen.

© dpa/Patrick Pleul

Von Jens Fritzsche

Bautzen. Es hört sich bedrohlich an, was da für den Landkreis Bautzen erwartet wird: Die Zahl der mit dem FSME-Erreger infizierten Zecken könnte sich in diesem Jahr verdoppeln. Deshalb wurde der Landkreis jetzt von den Experten des Robert-Koch-Instituts als FSME-Risikogebiet eingestuft. „Ob sich auch die Zahl der Erkrankungen nun rasant erhöhen wird, muss abgewartet werden“, will Dr. Steffi Duschinger dennoch keine Panik verbreiten. Im vergangenen Jahr gab es im Landkreis eine, im Jahr davor zwei FSME-Erkrankungen.

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Die Oberärztin ist Spezialistin für Neurologie im Krankenhaus Bautzen und wird am Dienstag beim SZ-Gesundheitsforum über die sich ausbreitende Gefahr von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sprechen. „Aufgrund der aktuellen Lage haben wir das Thema als Sonderveranstaltung eingeschoben“, verweist die Ärztin darauf, dass mit dem Sommer die Gefahr wächst, in der Natur von einer Zecke gebissen zu werden. „Wir wollen mit unserem Vortrag vor allem auf das Thema Vorsorge-Impfung hinweisen“, macht die Oberärztin deutlich. Denn die Impfquote sei hier einfach viel zu gering. „Noch dazu, weil es sich nicht nur um eine sehr gut verträgliche und hochwirksame Impfung handelt, sondern weil letztlich auch keine wirklich ursächliche Behandlung einer FSME-Infektion möglich ist“, mahnt Dr. Duschinger.

Heißt, die Mediziner können lediglich die Symptome einer FSME-Erkrankung behandeln – aber nicht die Ursache beseitigen. FSME ist eine Virus-Erkrankung, die zu Entzündung führen kann, die auf die Hirnhaut, das Gehirn oder das Rückenmark übergehen. Das kann zu chronischen Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen bis hin zu Lähmungen führen. „In seltenen Fällen kann die Infektion mit den Erregern auch zum Tode führen“, warnt die Expertin. Eine vorsorgliche Impfung sei mehr als ratsam, schiebt sie umgehend hinterher.

Wie sinnvoll diese Impfung ist, zeigt auch ein Blick in die aktuelle Statistik der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts: So waren immerhin 97 Prozent der 2017 gemeldeten FSME-Erkrankten in Deutschland gar nicht oder nur unzureichend geimpft.

Da der Landkreis Bautzen nun als Risikogebiet eingestuft wurde, übernehmen die Krankenkassen auch die Kosten für die Impfung. Zunächst sind zwei Impfungen im Abstand von zwei Monaten notwendig, dann zwölf Monate später eine dritte. Aufgefrischt werden muss der Impfschutz dann alle fünf Jahre, „bei über 50-Jährigen alle drei Jahre“, sagt die Ärztin. Die Impfungen übernimmt dabei in aller Regel der Hausarzt, aber auch das Gesundheitsamt des Landkreises impft.

Auch eine weitere von Zecken übertragene Krankheit wird Dr. Duschinger Dienstag ansprechen: Borreliose. Hierbei entzünden sich Gelenke und Betroffene können ebenfalls mit Lähmungserscheinungen zu kämpfen haben. „Gegen Borreliose gibt es bisher leider noch keine Impfung, aber gute Therapiemöglichkeiten“, so die Ärztin.

SZ-Gesundheitsforum „Zecken breiten sich weiter aus“ mit Oberärztin Dr. Steffi Duschinger am Dienstag, dem 29. Mai, um 19 Uhr im Konferenzbereich des Krankenhauses Bautzen der Oberlausitz-Kliniken. Der Eintritt ist frei. Die Kapazität ist auf 100 Plätze begrenzt.