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Gesundheit

Was verursacht das saure Aufstoßen?

Ein allseits bekanntes Problem. bekannt unter den Bezeichnungen Reflux oder auch Sodbrennen.

© Anastasia Gepp

Oft ist der Reflux damit verbunden, dass die darunter leidenden Personen einen brennenden Schmerz im Brustbein verspüren. Der Hauptgrund für die jeweiligen Beschwerden liegt an der Magensäure, die sich in die der Speiseröhre bewegt.

Die Magensäure ist dafür zuständig, dass die Keime und Krankheitserreger aus der Nahrung abgetötet werden. Im Grunde genommen besteht ein großer Teil der Magensäure sogar aus Salzsäure. Daher ist es folglich und verständlich, dass wenn sich diese Säure zur Speiseröhre bewegt, die jeweiligen Reflux-Beschwerden auftreten und man meist einen säuerlichen Geschmack beim Aufstoßen verspürt. Es gibt aber auch saures Aufstoßen, was nicht zwangsläufig mit klassischem Sodbrennen verbunden ist. Hierbei handelt es sich um den so genannten stillen Reflux.

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Ursachen des sauren Aufstoßens

Eine Möglichkeit die zum Entstehen von Sodbrennen führen kann, dass zu viel Magensäure im Magen produziert wird. Die Magenschleimhaut besitzt eine Schutzschicht, die aus Schleimstoffen besteht. Diesen Schutz gibt es in der Speiseröhre nicht. Daher kann die zu viel produzierte Magensäure auch ohne Probleme die Speiseröhre angreifen. Eine weitere Ursache für den Reflux könnte sein, dass der Magensaft nicht da ist, wo er sein sollte. Sofern der Magen und sein Schließmuskel optimal funktionieren, kümmert sich dieser Schließmuskel darum, dass die Säure nicht in die Speiseröhre gelangt. Der eben genannte Schließmuskel ist zwischen der Speiseröhre und dem Magen gelegen. Arbeitet dieser Muskel fehlerhaft, kann die Magensäure ungehindert in die Richtung der Speiseröhre fließen. Mögliche Gründe für diese Beeinträchtigung können sein, dass der Patient Übergewicht hat, Schwanger ist, oder bestimmte Medikamente nimmt, welche zu diesem Problem führen können (siehe Ursachen).

Weiterhin kann es sein, dass die Fähigkeit der Speiseröhre, sich selbst zu reinigen, nur reduziert vorhanden ist. Die Speiseröhre kann als ein Schlauch aus Muskeln gesehen werden, da in der Wand der Speiseröhre Muskelzellen sitzen. Diese sind dafür zuständig, dass die aufsteigende Magensäure sofort wieder in den Magen zurück transportiert wird. Dies funktioniert durch die so genannte Peristaltik, bei der es sich um eine wellenförmige Bewegung handelt. Diese Funktion der Speiseröhre ist eine so genannte Selbstreinigungsfunktion (anders ausgedrückt „Clearance“). Sofern diese Funktion problembehaftet ist, ist es für den Inhalt des Magens einfacherer zur Speiseröhre zu fließen, wodurch dann das Sodrennen entsteht.

Es gibt aber auch noch den Zwerchfellbruch, welcher Sodrennen auslösen kann. Dies nennt man auch „Hiatus-Hernie“. Hier geht es darum, dass die Speiseröhre über das Zwerchfell zum Bauch eintritt und dort zum Magen übergeht. Dies läuft über eine Öffnung ab, welche sich im Zwerchfell befindet. Im Falle eines Zwerchfellbruchs besteht die Möglichkeit, dass der Schließmuskel der Speiseröhre nicht mehr richtig arbeitet. Somit kann die Magensäure ungehindert hochkommen. Besonders im hohen Alter ist diese Ursache nicht ungewöhnlich.

Es gibt aber noch weitere Ursachen, welche das Auftreten von Sodbrennen begünstigen.

Hierbei geht es vor allem um eine falsche Ernährung. Zum Beispiel sind zu große Mahlzeiten und zu schnelles Essen einige Auslöser. Aber auch, wenn zu schwere Nahrung abends, zu fettige Lebensmittel und zu scharfes Essen zu sich genommen werden, kann saures Aufstoßen die Folge sein. Weiterhin sind auch Nikotin, Alkohol und auch zu viel Kaffee Gründe, weswegen solche Beschwerden entstehen können. Daneben ist es auch möglich, dass psychische Belastungen auf den Magen schlagen und den Reflux auslösen können. Weiterhin kommt bei Menschen mit Übergewicht das saure Aufstoßen sehr häufig vor. Der Grund liegt hier, dass diese einen erhöhten Anteil von Fettgewebe im Bauch besitzen. Dieses Fettgewebe kann die Arbeit des Schließmuskels beeinträchtigen. Somit kann wiederum der Magensaft die Speiseröhre aufsteigen.

Bei Schwangeren ist es ebenfalls nicht selten, dass diese unter Sodbrennen leiden. Dies liegt daran, dass der Hormonhaushalt sehr viele Umstellungen durchleben muss. Folglich wirkt sich das dann auf den ganzen Körper aus. Zum Beispiel wird der Speiseröhrenschließmuskel in seiner Funktion vermindert durch verschiedene Botenstoffe, welche produziert werden. Sofern die Schwangerschaft schon in einem fortgeschrittenen Stadium ist, ist auch ein steigender Druck auf die Verdauungsorgane vorhanden, was ebenso das Sodbrennen begünstigt. Das ist aber noch lange nicht alles. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, dass die Einnahme von bestimmten Medikamenten zum sauren Aufstoßen führen kann. Besonders bei Schmerz- und Rheumamitteln ist dies sehr häufig der Fall, weil diese zum Teil auch den Schließmechanismus der Speiseröhre beeinträchtigen können.

Behandlungsmöglichkeiten

Sofern das Sodbrennen nicht sehr häufig auftritt gibt es bestimmte Hausmittel, welche dagegen helfen können. Für den Fall eines regelmäßigen und häufigen Auftretens des sauren Aufstoßens ist es aber ratsam einen Arzt zu Rate zu ziehen. Dieser kann mögliche Ursachen herausfinden und dementsprechend handeln.

Zuerst sollte aber versucht werden durch eine Ernährungsumstellung gegen das Sodbrennen vorzugehen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung und der Verzicht von zu fettigen Lebensmitteln oder von zu schwerer Nahrung am Abend kann helfen, dass der Reflux gelindert wird. Weiterhin ist auch der Verzicht von Nikotin, Alkohol und die Reduzierung des Kaffeekonsums eine Möglichkeit gegen Sodbrennen aktiv werden zu können. Daneben gibt es auch bestimmte Hausmittel, welche die Beschwerden lindern können.

Hausmittel gegen Sodbrennen

Die Aufnahme von stärkehaltigen Lebensmitteln kann dazu führen, dass die zu viel produzierte Magensäure gebunden wird und somit das Sodbrennen gelindert wird. Solche Lebensmittel können zum Beispiel Weißbrot, Zwieback, Kartoffeln oder Bananen sein. Auch können diejenigen, die unter Reflux leiden, damit Abhilfe schaffen, wenn sie Nüsse kauen, denn dies kann die Magensäure neutralisieren. Mit Hilfe von einem Löffel Senf ist es ebenfalls möglich das saure Aufstoßen zu lindern. Der Grund liegt hier darin, dass Senf Senföle enthält, die gegen den Reflux wirken können.

Ein weiteres Hausmittel, welches schon einen sehr langen Bekanntheitsgrad besitzt, ist das basische Natron. Dieses ist zum Beispiel in Backpulver enthalten und führt zu einer chemischen Reaktion mit der Salzsäure im Magen. In Folge dieser Reaktion ist dann Wasser und Kohlenstoffdioxid das Ergebnis der Reaktion. Hierbei sollte beachtet werden, dass das Gas Kohlenstoffdioxid möglicherweise zu mehr Druck im Bauch führen kann und somit auch wieder Sodbrennen auslösen kann.

Medikamente gegen Sodbrennen

Sollte aus dem gelegentlichen Sodbrennen ein häufiges werden und die Hausmittel nicht mehr helfen, ist es auch möglich Medikamente aus der Apotheke einzusetzen. Diese können meist sogar rezeptfrei erworben werden. Es ist hierbei aber immer besser, vorher einen Arzt zu konsultieren und mit diesem erst einmal die möglichen Ursachen zu erkunden. Nur so können auch die richtigen Medikamente zur Behandlung des sauren Aufstoßens verschrieben und eingenommen werden.

Operation um gegen das saure Aufstoßen vorzugehen

Nach einer Absprache mit seinem Arzt, kann es auch sein, dass eine Operation durchgeführt werden muss. Dies ist besonders bei der Refluxkrankheit oft eine mögliche Lösung. Aber erst, wenn die eingesetzten Medikamente keine Wirkung zeigen oder der Körper diese nicht verträgt, kommt solch eine Operation überhaupt in Frage. Es ist auch möglich, dass der Arzt sich für diesen Schritt gegen das Sodbrennen entscheidet, wenn die Beschwerden zu stark sind. Der Ablauf dieses Eingriffes ist, dass der Chirurg den oberen Teil des Magens um den Teil der Speiseröhre legt, welche sich im unteren Bereich befindet. Im Anschluss daran wird das Ergebnis dann mit Hilfe einer Naht fixiert.

Somit ist der Schließmuskel gestärkt und das saure Aufstoßen kann gelindert werden. Im Normalfall müssen die Patienten danach trotzdem weiterhin Medikamente gegen Sodbrennen einnehmen, meist jedoch weniger. 

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Rosemarie Wack.

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