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Weißwasser

Was Weltenbummler Willy Klein erlebt hat

Mit 50 Kilogramm Gepäck durch Urwald, Fluss und über Buckelpisten - von Krauschwitz bis zum Nordkap.

Willy Klein brachte zum Vortrag sein Fahrrad samt Gepäck mit. Mit diesem Gefährt und dem „Zubehör“ bewältigt er die Reise, die ihn durch mehrere Länder bis hin zum Nordkap und zurück führte.
Willy Klein brachte zum Vortrag sein Fahrrad samt Gepäck mit. Mit diesem Gefährt und dem „Zubehör“ bewältigt er die Reise, die ihn durch mehrere Länder bis hin zum Nordkap und zurück führte. © Rolf Ullmann

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Dieses Sprichwort trifft für den Krauschwitzer Willy den Nagel auf den Kopf. Über zwei Stunden lässt er am Freitagabend die zahlreichen Zuhörer im Soziokulturellen Zentrum Telux an den Erlebnissen teilhaben, die seine mehrwöchige Reise von seinem Heimatort zum Nordkap mitunter recht abenteuerlich werden ließ. 

Fernab von jedem langweiligen Vortrag zieht er die Anwesenden von der ersten Minute an in seinen Bann. Das kommt nicht von ungefähr, denn neben vielen aussagekräftigen Bildern würzt er seine Darlegungen mit einer ordentlichen Prise Humor. Über manches, was ihm unterwegs an unangenehmen Dingen geschah, kann er nun im Rückblick selbst schmunzeln. Patrick Pirl, Mitstreiter im Soziokulturellen Zentrum, freut sich daher als Fazit dieser Auftaktveranstaltung nicht nur über die zahlreichen Gäste, sondern auch darüber, dass diese neue Reihe offenbar auf das Interesse verschiedener Altersgruppen stößt und das Potenzial hat, die Angebotspalette der Veranstaltung in der Telux noch farbiger zu gestalten.

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Ostern Start für fast 9.000 Kilometer

Als Willy Klein am Ostersonnabend zu seiner Tour aufbricht, weiß er noch nicht, das er nach seiner Rückkehr über 8.800 Kilometer in den Beinen haben wird. Sein Reisegefährt, ein Fahrrad, für die Beförderung größerer Lasten geeignet, verfügt unter anderem über spezielle Bremsen und Felgen, aber nicht über einen Elektromotor oder einen ähnlichen Hilfsantrieb. Auf die Frage nach dem Gewicht seines Gepäcks gesteht er, dass er es vorher nicht gewogen hat. Einige Zuhörer nutzen die Pause in seinem Vortrag, um selbst die Last zu testen, mit der Willy Klein über Stock und Stein Kilometer um Kilometer zurücklegte.

Umgestürzte Baumstämme und die Durchquerung eines Flusses im belorussischen Urwald verlangten ihm alles ab. Überhaupt bildet der Reiseabschnitt durch Belorussland von der polnischen bis zur litauischen Grenze die wohl aufregendste Etappe seiner Reise. „Die gesellschaftlichen Verhältnisse in diesem Land sind für uns mitunter sehr schwer zu verstehen, und manchmal sind sie auch ein Grund, sich zu wundern,“ erzählt der unermüdliche Pedalritter. Die Begegnung mit den Menschen unterwegs, ihre Gastfreundschaft und die gemeinsam mit ihnen verbrachten Tage entschädigen ihn für die oft miserablen Radwege sowie die Unannehmlichkeiten mit manchem Vertreter von Behörden.

Spende für Minsker Werkstatt

In Minsk lernt er die Mitstreiter für mehr Rechte der Radfahrer in diesem Land kennen. Spätfolge: Willy Klein verzichtet während der Veranstaltung auf ein Eintrittsgeld und bittet stattdessen um eine Spende für „BikeKitchen Minsk.“ In einer kleinen Werkstatt reparieren hier junge Leute nicht nur Fahrräder, sondern unternehmen auch verschiedene Aktivitäten, um das Radfahren in ihrer Heimat aus seiner Rolle des Verfemten herauszuholen.Gemessen an den Erlebnissen in Belorussland verläuft die weitere Fahrt durch die drei baltischen Staaten wesentlich unspektakulärer. Im zweiten Teil seines Vortrages lässt Willy Klein vor allem die landschaftliche Schönheit in Skandinavien Revue passieren.

Nach diesem Auftakt der Reihe darf man zu Recht darauf gespannt sein, wenn Franziska Stölzel am 21. August alle Interessenten ab 20 Uhr dazu einlädt, sie auf einer Reise durch Südamerika zu begleiten.

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