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Was wird aus dem Hohnsteiner Gewandhaus?

Die Spielstätte der Hohnsteiner Blasmusikanten steht leer. Nach 60 Jahren endet eine Ära. Doch es gibt Hoffnung.

Von Anja Weber
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Lange diente das Gewandhaus den Hohnsteiner Blasmusikanten als Probenlokal. Jetzt soll es neu vermietet werden.
Lange diente das Gewandhaus den Hohnsteiner Blasmusikanten als Probenlokal. Jetzt soll es neu vermietet werden. © Dirk Zschiedrich

Die Hohnsteiner Blasmusikanten hatten sich gut eingerichtet in ihrer Spielstätte an der Ratshausstraße. Und sie haben dem kleinen Platz davor sogar den Namen von Kantor Weisheit gegeben. Denn er war es, der 1948 begonnen hatte, kostenlos junge Blechbläser auszubilden.

1958 folgte der erste öffentliche Auftritt unter Leitung von Kantor Weisheit, damals noch als Hohnsteiner Bläserchor. Geprobt wurde seit den 60er-Jahren in einer kleinen Gartenlaube gegenüber der Gaststätte „Zum Stern“. 1983 wurde mit dem Ausbau der Laube begonnen. Um eine bessere Akustik zu erreichen, wurden die Wände mit Stoff verkleidet, daher auch der Name Gewandhaus. 1997 wurde das Haus dann umgebaut und die Stadt Hohnstein hat das Grundstück erworben. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums wurde das neue Gewandhaus 1998 feierlich eingeweiht. Da gab sich sogar der damalige Ministerpräsident Georg Milbradt die Ehre.

Für die Hohnsteiner Blasmusikanten war das etwas Besonderes. Doch das Orchester hatte sich in den Jahren seines Bestehens einen Namen gemacht, weit über Hohnsteins Stadtgrenzen hinaus reisten die Musiker zu Auftritten. Ein Höhepunkt war der Auftritt in der DDR-Fernsehsendung „Alles singt“. Das Repertoire umfasste über 120 Musiktitel. Nicht nur Konzerte und Ständchen, sondern auch Marschmusik wie zur traditionellen Schifferfastnacht oder zu anderen Festumzügen gehörten dazu. Sie spielten bei Hochzeiten und Geburtstagen und anderen Jubiläen.

Doch der demografische Wandel ging auch an den Hohnsteiner Blasmusikanten nicht spurlos vorüber. Und Nachwuchs war schwer zu finden, zumindest in Hohnstein und Umgebung. Deshalb haben die Musiker im Juni 2018 beschlossen, die Hohnsteiner Blasmusikanten nach 60 Jahren ihres Bestehens aufzulösen. Übrig bleibt nun das Gewandhaus. Als Solches wird das Gebäude nicht mehr benötigt. Der Verein hat es ausgeräumt und an die Stadt zurückgegeben. Und dort wird nun überlegt, wie das Gewandhaus künftig genutzt werden kann. Reinhart Hupfer, langjähriges Mitglied der Hohnsteiner Blasmusikanten, hat bereits Ideen entwickelt, wie das Haus mit Leben erfüllt werden könnte. Aus seiner Sicht könnte es weiter als Probenlokal für Hohnsteiner Musikgruppen Verwendung finden, an die Musikschule vermietet werden oder für Filmvorführungen genutzt werden.

Die Stadtverwaltung hat Ideen für die Wiederverwertung der Räume geprüft. Die Vorschläge für die weitere Nutzung, so Bürgermeister Daniele Brade (SPD), seinen derzeit nicht umsetzbar. Es gibt keine Musikgruppen und auch keinen Filmklub in Hohnstein. Und auch die Musikschule habe noch kein Interesse an diesen Räumen angemeldet.

Die Stadt sei aber daran interessiert, das Gebäude wieder zu vermieten. Denn weiterer Leerstand würde der Substanz auch nicht gerade guttun. Einen Interessenten gebe es bereits. Es könnten sich aber noch mehr melden, sagt der Bürgermeister. Auf jeden Fall müsste der neue Mieter die Betriebskosten für das Haus übernehmen und an die Stadt eine Miete zahlen.


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