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Was wird aus dem Vereinshof?

In dem Gebäude feierten die Mitarbeiter des ehemaligen Sitzmöbelwerkes. Heute ist es sich selbst überlassen.

© André Braun

Von Doreen Hotzan

Waldheim. Die glanzvollen Zeiten sind längst vorbei. Doch bei Udo Mahnke aus Waldheim ist die Erinnerung an die zahlreichen schönen Momente im Vereinshof noch präsent. Das 1884 erbaute Haus im Jugendstil steht seit mittlerweile über 20 Jahren leer – sehr zum Bedauern des Rentners.

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„Das hier war mal unser Glanzstück“, sagt er und deutet auf das Gebäude an der Breitscheidstraße. Dann läuft er zu einem Seiteneingang, steigt ein paar Treppenstufen hinauf und wirft einen Blick in einen großen Raum. „Hier war der Saal untergebracht, in dem die Betriebsangehörigen des Sitzmöbelwerkes viel gefeiert haben“, sagt Udo Mahnke. Er selbst ist sehr oft hier gewesen. „Ich habe von 1972 bis zur Wende als Hauptmechaniker in dem Betrieb gearbeitet“, erzählt der Rentner. Den Saal habe er selbst mitgebaut.

Zum Feiern gab es genug Anlässe. Dazu gehörten der Frauentag, der 1. Mai oder der Tag der Republik. „400 bis 600 Personen passten in den Saal. Es gab eine Kapelle, die hier gespielt hat und eine Tanzfläche“, erzählt Udo Mahnke. Er erinnert sich zudem noch an ein Gemälde, das an der Frontseite des Raumes angebracht war. „Dort hing das Werk eines bekannten DDR-Künstlers“, sagt er. Der Name ist ihm aber nicht mehr geläufig. Heute sieht der Saal ganz und gar nicht mehr prächtig aus.

Einsturzgefahr

Die Decke des Raumes droht einzustürzen, die Fenster sind kaputt und zum Teil nicht mehr vorhanden. Auf dem Boden liegt allerhand Unrat herum. Auch der Rest des Gebäudes sieht wenig einladend aus. „Mich wundert es, dass die Stadt das noch nicht abgesperrt hat“, sagt der Rentner. Das Gebäude in diesem Zustand zu lassen, sei doch lebensgefährlich – vor allem für Kinder, die das Gelände möglicherweise als Spielplatz nutzen. „Vielleicht kann sich das Ordnungsamt darum kümmern und das Grundstück sichern“, sagt er.

Nach Auskunft von Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) gehört das Gebäude einem privaten Eigentümer. Um wen es sich dabei genau handelt, kann das Amt für Liegenschaften nicht sagen. Was aus dem Gebäude werden wird, weiß daher niemand so genau.

Udo Mahnke hat hingegen schon einen konkreten Vorschlag, wofür der ehemalige Vereinshof genutzt werden könnte. „Dort war ja früher einmal ein Wohnheim untergebracht. Zu DDR-Zeiten gab es ein Regierungsabkommen mit Ungarn und Vietnam. Da kamen viele junge Ungarn sowie Vietnamesen hierher, um ihre Ausbildung zu machen. Und die waren im Vereinshof untergebracht“, sagt er. Warum also sollten dort nicht Unterkünfte für Asylsuchende geschaffen werden?