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Was wird aus dem Wesenitzsportpark?

Ein Teil ist saniert. Jetzt geht die Stadt Bischofswerda mit Unterstützung der Enso einen weiteren Schritt.

© Steffen Unger

Von Nicole Preuß

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Bischofswerda. Die Liste der Mängel ist lang. Die Umkleiden hinterm alten Spielertunnel sind nicht mehr nutzbar, der Sicherheitszaun zwischen Gästeblock und Spielfeld fehlt, die Turnhalle müsste unbedingt saniert werden und das Sporthotel braucht eine Rund-Um-Erneuerung. Die Stadt Bischofswerda hat zwar schon vor mehr als zwei Jahren 1,5 Millionen Euro in den Wesenitzsportpark gesteckt, doch noch immer ist der Stadionumbau nicht beendet.

Noch immer ist nicht klar, was mit Sporthotel und Turnhalle wird.
Noch immer ist nicht klar, was mit Sporthotel und Turnhalle wird. © Steffen Unger

Jetzt ist die Stadtverwaltung aber einen weiteren Schritt vorangekommen. Sie konnte mit Unterstützung der Enso ein neues Blockheizkraftwerk und einen Spitzenlast-Brennwertkessel in Betrieb nehmen. Die neue Technik ersetzt die Niedrigtemperaturkessel aus dem Jahr 1995 und kann 80 000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Das entspricht in etwa dem jährlichen Verbrauch von 20 Vier-Personen-Haushalten, heißt es. Der Strom wird für die Gebäude im Wesenitzsportpark verwendet, 40 Prozent des Strombedarfs deckt das Blockheizkraftwerk. Die Technik soll aber vor allem die Wärme- und Warmwasserversorgung in der Turnhalle und dem Sporthotel sichern. Die Stadt spart nach eigenen Angaben durch den Vertrag mit der Enso im Jahr 8 000 Euro. Das ist vor allem vor dem Hintergrund zu betrachten, dass die Enso fast 100 000 Euro in die neue Technik im Wesenitzsportpark investiert hat. Die Stadt kann außerdem damit rechnen, dass sie in den nächsten Jahren etwas weniger für Strom und Wärme im Wesenitzsportpark zahlen muss. Das kommt der Stadt gelegen. Denn insgesamt muss noch einiges in die Sportanlage investiert werden.

Gebäudekonzept wird derzeit bearbeitet

Die Stadt hat deshalb bereits im vergangenen Jahr eine Variantenuntersuchung beauftragt. Sie soll unter anderem klären, was mit dem Sporthotel passieren soll. Die Verwaltung hält sich aber noch bedeckt, was aus den Ergebnissen geschlussfolgert werden kann. Die Gebäudekonzeption wird zurzeit noch bearbeitet. „Bevor diese nicht im Stadtrat vorgestellt und bestätigt wurde, treffen wir keinerlei Aussagen zur Zukunft von städtischen Immobilien“, sagt Bischofswerdas Oberbürgermeister Holm Große (parteilos) auf Nachfrage. „Dies betrifft auch die Sporthalle im Wesenitzsportpark.“

Die Schlüsse aus dieser Untersuchung werden natürlich wesentlichen Einfluss auf die Maßnahmen haben, die angeschoben werden sollen. Baumaßnahmen im Wesenitzsportpark sind deshalb in diesem Jahr erst einmal nicht geplant. „Im Zuge der Haushaltsplanungen zum nächsten Doppelhaushalt 2019/2020 ist durch den Stadtrat zu entscheiden, welche investiven Maßnahmen durchgeführt werden“, sagt der Oberbürgermeister.

Die letzte große Baumaßnahme wurde vom Herbst 2013 bis zum Frühjahr 2015 durchgeführt. Damals entstanden die neue Tartanbahn mit sechs weiß markierten Laufbahnen für 100 Meter und 110 Meter Hürden, vier Bahnen für die 400-Meter-Stadionrunde, Anlagen für Weitsprung, Speerwurf, Hammer- und Diskuswurf, Kugelstoßen und Hochsprung und Plätze für Volley- und Basketball. Eine Million Euro investierte die Stadt, 450 000 Euro kamen aus der Sportförderung des Landes. Der Wesenitzsportpark blieb das einzige Stadion Bischofswerdas, in dem Leichtathletik auf Wettkampfniveau trainiert werden kann. Doch auch der Bischofswerdaer Fußballverein 08 nutzte das Stadion in der Vergangenheit. Zum Beispiel bei der Begegnung mit Lok Leipzig beim Sachsen-Pokal-Halbfinale vor einem Jahr. Damals mussten das Stadion und die benötigten Räume aufwendig hergerichtet werden. Das blieb jedoch bisher die Ausnahme.

Die Sporthalle und das Stadion werden trotzdem oft genutzt, heißt es aus der Stadtverwaltung. Zahlreiche andere Vereine mieten sich ein. Die Schulen an der Kirchstraße nutzen die Anlagen für den Sportunterricht, Kitas kommen und auch im Ganztagsangebot der Schulen an der Kirchstraße und des Gymnasiums spielen die Räumlichkeiten eine wesentliche Rolle. Deshalb sollen die Vereine auch einbezogen werden, wenn es um die Zukunft der Halle geht. „Das wird erfolgen, falls eventuelle perspektivische Überlegungen nötig werden“, so OB Holm Große. (mit SZ/ass)