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Was wird mit der Kreuzung?

Der einstige Unfallschwerpunkt bei Deutschbaselitz steht seit einem Crash wieder in der Kritik. Einige Kamenzer wünschen sich nun einen Kreisverkehr.

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© René Plaul

Von Nicole Preuß

Kamenz. Die Diskussion reißt nicht ab. Im Gegenteil. Ein schwerer Unfall Ende Juli hat sie sogar noch befördert. Ein 69-Jähriger hatte an der Kreuzung Deutschbaselitz-Jesau die Vorfahrt missachtet und war mit einem VW Bora auf der Staatsstraße zusammengestoßen. Sechs Menschen wurden bei dem Crash verletzt, drei davon schwer. Der Unfall weckt Erinnerungen an Zeiten, die eigentlich längst zur Vergangenheit gehören sollten. Die Kreuzung war einmal ein Unfallschwerpunkt, bereits kurz nach der Eröffnung der Straße krachte es auf diesem Knotenpunkt. Einige Kamenzer starteten deshalb nun, unmittelbar nach dem Unfall, eine Online-Petition. Sie wollen erreichen, dass die Kreuzung zu einem Kreisverkehr umgebaut wird. „Es ist mir schon häufig passiert, als ich aus Richtung Deutschbaselitz auf die S 94 abbog und plötzlich, dicht aufgefahren, ein PKW aus Richtung Panschwitz hinter mir war, der mit Sicherheit keine 70, 80 oder 90 auf dem Tacho hatte. An die 70 Kilometer pro Stunde halten sich geschätzt zehn Prozent“, schreibt eine Unterzeichnerin. „Es ist schon genug an dieser Stelle passiert! Durch den Bau eines Kreisverkehrs wäre dieselbe wesentlich übersichtlicher“, schreibt eine andere Autofahrerin. 102 Menschen haben die Liste bei Openpetition.de bisher unterschrieben und die Sammlung läuft noch bis Ende Oktober. Das Thema spielte auch eine Rolle beim Lesertelefon. Ein Leser verwies auf das gute Beispiel auf dem Eierberg. Die schweren Unfälle hätten dort mit dem Kreisverkehr merklich abgenommen. Ein anderer Leser ist gegen den Umbau. „Dann könnte man doch gleich einen Tunnel oder eine Brücke bauen“, sagt der einstige Kraftfahrer Matthias Zickler am Lesertelefon. „Es wird immer Leute geben, die die Vorfahrt missachten“, glaubt er.

Kreuzung lange Zeit gesperrt

Die Diskussion wurde schon einmal geführt. 2005, als die Straße eröffnet worden war, reihten sich fünf Unfälle in wenigen Monaten aneinander. Ein Mann starb bei einem Unfall, mehrere wurden zum Teil schwer verletzt. Der Kreis, der damals noch für die Straße zuständig war, handelte schließlich, sperrte die Straße nach Jesau und baute die Kreuzung nach Jahren des Wartens um. Die Verantwortlichen im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, die nun für die Straße verantwortlich sind, erinnern sich. „Erst 2013, nach umfangreichen Untersuchungen und der Umsetzung von Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, wurde der Kreuzungsbereich wieder komplett für den Verkehr freigegeben“, sagt die Sprecherin des Landesamtes Isabel Siebert. „Insbesondere die Errichtung von Sichtschutzwänden waren wichtige Voraussetzung, um der Hauptunfallursache - Nichtbeachtung der Vorfahrt - entgegen zu wirken.“

Die Kreuzung gilt heute nicht mehr als Unfallschwerpunkt. Dazu zählt eine Straße oder ein Knotenpunkt erst, wenn fünf Unfälle eines Typs oder fünf Unfälle mit Personenschaden in drei Jahren aufgenommen werden mussten. „Bezüglich der Ergreifung von Maßnahmen wird daher von keiner Seite, weder vom Landkreis, noch vom Landesamt, noch von der Polizei, Handlungsbedarf gesehen“, sagt Isabel Siebert. Ein Kreisverkehr spielt damit in den Überlegungen der Verantwortlichen keine Rolle. Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es nirgends. „Die Veränderungen an der Kreuzung zur Unfallvermeidung sind wirksam“, heißt es auf Seiten des Amtes.