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Was wollen Trump und die Mächtigen in diesem Nest?

Das Geheimnis von Davos und des Weltwirtschaftsforums.

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© Reuters

Von Hannes Koch

Es ist ein Glücksfall für das Weltwirtschaftsforum in Davos – und das Resultat erstaunlicher Hellsichtigkeit. Seinem diesjährigen Mega-Event in den Schweizer Bergen gab Klaus Schwab zuerst den Titel „Gemeinsame Zukunft in einer zersplitterten Welt“. Dann kündigte die Personifizierung dieser Zersplitterung an, selbst nach Davos kommen zu wollen. Donald Trumps Rede am kommenden Freitag wird vom Kongress in Erinnerung bleiben – wenn er wirklich anreist. Die Haushaltssperre in den USA setzte auch ein Fragezeichen hinter den Trip in die Schweiz.

Klaus Schwab.
Klaus Schwab. © dpa

Die Besuchsankündigung des US-Präsidenten zeigt, wie einflussreich das Weltwirtschaftsforum (WEF), das am Dienstag startet, inzwischen ist. Mehrmals in seiner 48-jährigen Geschichte schien es auf dem Abstellgleis zu stehen, letztlich stieg jedoch seine Bedeutung. Zur Ausgabe 2018 hat WEF-Präsident Schwab die Anmeldungen von 70 Staats- und Regierungschefs erhalten. Ein Drittel aller Staaten dieser Welt sind mit ihrer Nummer Eins vertreten.

Zwei Effekte spielen dabei eine Rolle: 2017 gewann Schwab Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping als Eröffnungsredner. Der versuchte sich als neuer Führer der Weltgemeinschaft zu positionieren und sprach sich für eine „offene globale Wirtschaft“ aus. Das veranlasste wohl Premierminister Narendra Modi – Regierungschef von Chinas asiatischem Konkurrenten Indien – dieses Jahr die Eröffnungsrede im Kongresszentrum von Davos zu halten. Dieser Wettbewerb von Spitzenpolitikern um den besten Sendeplatz lässt es weiteren Staats- und Konzernchefs ratsam erscheinen, ebenfalls beim WEF zu erscheinen.

Zweitens ist der allseits gespürte Gesprächsbedarf zur Diskussion der Weltlage offenbar so groß, dass das WEF eine Rekordbeteiligung vermeldet. Entschieden wird dort in der Regel zwar nichts, aber auch für die wichtigen Leute ist es unumgänglich, die Sichtweisen ihrer Konkurrenten, Mitstreiter und Geschäftspartner aus erster Hand zu erfahren. Und es gibt kaum ein anderes Ereignis, bei dem sich die Weltelite so drängelt wie in Davos.

Donald Trump dürfte dieser Umstand ebenfalls bewogen haben, dorthin reisen zu wollen, wo die von ihm und seinem ehemaligen Mitstreiter Steven Bannon geschmähten „Globalisten“ sitzen. Über Trumps Absichten für Davos ist bislang wenig bekannt. Sarah Sanders, Sprecherin des Weißen Hauses, sagte, er wolle für „seine Politik werben, die amerikanische Wirtschaft, Industrie und Beschäftigten zu stärken“. Mit Trump soll ein Staraufgebot von sechs Ministern, Sicherheitsberater Herbert McMaster, Schwiegersohn Jared Kushner und weiterem Spitzenpersonal reisen. Inklusive Sicherheitsleuten könnte die Karawane des US-Präsidenten bis zu 2 000 Personen umfassen.

Unter einem gewissen Druck wird in Davos das Spitzenpersonal der US-Technologiekonzerne stehen. Vor allem Amazon, Facebook und Google müssen sich mit der Kritik auseinandersetzen, sie seien monopolistisch und würden der Demokratie schaden. Gleich am ersten Tag hat das Forum eine Diskussion anberaumt mit dem Titel „In Technology we trust?“ (Vertrauen wir den Tech-Unternehmen noch?) Zur Debatte steht, ob die US-Regierung oder die EU-Kommission, die Internetkonzerne regulieren sollte. Im Raum steht beispielsweise der Vorschlag, Aufsichtsbehörden zu schaffen, die die Algorithmen der sozialen Netzwerke, Konsum-Plattformen und Suchmaschinen kontrollieren. Eine andere Variante: Facebook muss die persönlichen Daten der Nutzer, die die Firma hortet, mit anderen Unternehmen teilen. Kommentar