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Wasser halt!

Der Regionalversorger hat in Dipps und Freital Wasserverluste durch undichte Rohre auf ein Zehntel gedrückt. Wie er das macht.

© Archiv/Egbert Kamprath

Von Anja Ehrhartsmann

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Klingenberg. Wie selbstverständlich drehen wir den Wasserhahn auf, um zu duschen, zu kochen, zu waschen. Was in Freital, Dippoldiswalde, Altenberg und der Gemeinde Klingeberg aus der Leitung kommt, ist zuvor durch das Rohrnetz geflossen, das die Wasserversorgung Weißeritzgruppe GmbH betreibt. Damit die Leitungen zuverlässig funktionieren, wird jährlich investiert. Welche Strategie der Wasserversorger damit verfolgt und welche Maßnahmen 2018 anstehen, zeigt ein SZ-Überblick.

Wie viel Geld fließt dieses Jahr ins Rohrnetz?
Der Schwerpunkt der Investitionen liegt auch dieses Jahr in der Rohrerneuerung, sagt Frank Kukuczka, Geschäftsführer der Weißeritzgruppe GmbH. Das Rohrnetz der Firma umfasst 11 000 Kilometer. Mehr als die Hälfte der Investitionssumme wird in neue Leitungen gesteckt. Insgesamt sollen dieses Jahr 9,4 Kilometer ausgewechselt werden. In sieben der elf Gemeinden im Trinkwasserzweckverband sind deshalb Bauvorhaben geplant. Die teuerste der 13 Maßnahmen ist mit 555 000 Euro im Bereich Mohorn in der unteren Ortslage bis Einmündung Nossener Straße. Dort werden fast zwei Kilometer Rohrleitungen ausgetauscht. Arbeiten an einer Hauptwasserleitung, wie etwa vergangenes Jahr auf der Dresdner Straße in Freital, stehen nicht an. „So was brauchen wir auch nicht jedes Jahr“, sagt Frank Kukuczka und lacht. Für Projekte, die 2018 beginnen, sind rund 2,2 Millionen Euro eingeplant, etwa für Arbeiten an der Brücke Bormannsgrund in Malter. Hinzu kommen noch rund 300 000 Euro für Maßnahmen aus dem vergangenen Jahr, die nun nachgeholt werden sollen. Auf der Agenda steht etwa noch die Hetzdorfer Straße im Wilsdruffer Ortsteil Grund. Die Baumaßnahme musste neu ausgeschrieben werden, da die eingegangenen Angebote einfach zu hoch waren.

Wann müssen Rohre gewechselt werden?
Viele Rohre stammen noch aus der Zeit zwischen 1900 und 1940, diese gilt es nach und nach auszutauschen. Denn die Lebensdauer der Rohrleitungen, die häufig noch aus Stahl sind, liegt etwa bei 100 Jahren. „Auch Rohre aus den 1980er-Jahren, die im ,DDR-Landprogramm‘ verlegt worden sind, machen uns Sorgen“, so Frank Kukuczka. Denn die Kunststoffrohre wurden teilweise nicht ordentlich in Sand verlegt. „Schon kleinste Steine im Boden scheuern sich über Jahre ins Rohr ein und führen zu Längsrissen.“ Doch nicht nur Alter und Verschleiß, auch andere Baumaßnahmen können der Grund dafür sein, dass Leitungen, die vielleicht noch fünf bis zehn Jahre gehalten hätten, schon früher getauscht werden, etwa wenn eine Straße saniert wird oder neue Gasleitungen verlegt werden. „Durch gemeinsame Arbeiten können wir Synergien nutzen.“

Wo genau welche Rohre im Boden liegen, zeigt ein digitales Netz, in dem der Wasserversorger alle Leitungen erfasst hat, auch die alten. „Grundsätzlich haben wir einen sehr guten Leitungsbestand“, sagt Frank Kukuczka.

Wie geht der Wasserversorger vor, um Rohrbrüche zu verhindern?
Um Rohrbrüchen möglichst vorzubeugen, will der Wasserversorger jährlich ungefähr ein Prozent des mehr als 1 200 Kilometer langen Rohrnetzes erneuern, im Schnitt etwa zwölf Kilometer. Ein System, das sich laut Frank Kukuczka bisher auszahlt. Wurden 1990 noch 1 400 Rohrbrüche gezählt, waren es 2016 nur 136. „Das sind mehr als drei Millionen Euro im Jahr, was an Aufwand gegenüber 1990 eingespart wird“, sagt Frank Kukuczka. Denn die Reparatur allein schlägt pro Rohrbruch mit etwa 2 400 Euro zu Buche. Eventuelle Folgekosten, die zum Beispiel für Straßensperrungen anfallen können, noch nicht mitgerechnet. „Rohrbrüche gefährden die Versorgungssicherheit. Außerdem kann durch offene Rohrnetze Schmutz ins Leitungssystem kommen“, sagt Frank Kukuczka. „Das sind Dinge, die wir nicht haben wollen.“

An der Strategie, in das bestehende Rohrnetz zu investieren, will der Wasserversorger deshalb festhalten. Denn nicht nur die Rohrbrüche sind weniger geworden, auch der Wasserverlust hat sich minimiert, was wiederum Kosten spart: „Weniger Wasser muss aufbereitet und gepumpt werden, das braucht weniger Energie.“ Im Jahr 1990 sind etwa 60 Prozent im Erdboden versickert, heute dagegen sind es nur noch um die sechs Prozent, erklärt Frank Kukuczka.