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Wasser setzt Viadukt zu

Die Deutsche Bahn AG lässt das Ziegelbauwerk sanieren. Eine Baustraße wird voraussichtlich durch die Gartensparte führen.

© Dietmar Thomas

Von Elke Braun

Waldheim. Die Kleingärtner vom Pfaffenberg haben viele Fragen. Wo wird die Baustraße entlang führen und mit welchen Baufahrzeugen ist zu rechnen? Müssen sie Lärmbelästigungen befürchten? Auch wenn die Planungen für die Sanierung des Bahnviadukts in Heiligenborn noch am Anfang stehen, gab es jetzt erste Informationen für die Anlieger. Thorsten Schwalbe von der Deutschen Bahn und Toralf Pönisch vom Tiefbauamt der Stadtverwaltung Waldheim sprachen mit den Kleingärtnern. „Wir wollen gerne wissen, inwiefern uns die Baumaßnahme als Kleingärtner tangiert“, sagte Bertram Handschuh, Vorsitzender der Gartensparte „Am Pfaffenberg“. „Der Viadukt, über den die Bahnstrecke Riesa-Chemnitz führt, weist massive Abdichtungsschäden auf“, sagte Thorsten Schwalbe, der als Planungsingenieur der Deutschen Bahn mit den Vorbereitungen der Bauarbeiten beauftragt ist. Im Lauf der Zeit seien große Mengen Wasser in das Bauwerk gelangt, das die Konstruktion zusätzlich schädigt. Deshalb sei eine Sanierung unumgänglich. Dabei werden das Gleis-tragwerk und das Gewölbemauerwerk erneuert. Gleichzeitig werde die Anlage so hergerichtet, dass sie den modernen Anforderungen an den Bahnbetrieb genügt. „Auch Sicherheitsbestimmungen sind dabei zu beachten, wenn zum Beispiel einmal ein Zug auf dem Viadukt halten muss“, sagt Schwalbe. Dann sei zu gewährleisten, dass die Passagiere problemlos evakuiert werden können. Die Brücke wird komplett eingerüstet.

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Die Kleingärtner der Gartensparte „Am Pfaffenberg“ informierten sich jetzt über die Planungen. Danach soll eine Baustraße durch die Gartensparte führen.
Die Kleingärtner der Gartensparte „Am Pfaffenberg“ informierten sich jetzt über die Planungen. Danach soll eine Baustraße durch die Gartensparte führen. © Dietmar Thomas

Während der gesamten Bauphase werde der Bahnbetrieb aufrechterhalten und durch Signalanlagen geregelt. Die Strecke wird sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr genutzt.

Die Planungen stehen noch ganz am Anfang. Erst im Herbst kommenden Jahres sollen die Bauarbeiten beginnen. Der Viadukt wird dann zunächst von Heiligenborn aus mit den Baufahrzeugen angesteuert. Damit die Zufahrt für Betonfahrzeuge und Sattelschlepper überhaupt möglich ist, wird von der Brücke aus gesehen beidseitig etwa ein Kilometer der Gleise als Baustraße genutzt – jeweils halbseitig, damit auf dem anderen Gleis der Zugverkehr weiter rollen kann. „Dazu werden große Stahlplatten auf die Gleise gelegt“, sagt Thorsten Schwalbe. Erst von März bis Dezember 2020 soll die Baustelle den Planungen zufolge dann von der Seite, also vom Pfaffenberg aus, angesteuert werden.

Vorgesehen sei, in dieser Bauphase die Goldbornstraße und eine Straße entlang und teilweise durch die Gartensparte „Am Pfaffenberg“ als Zuwege hin zum Gleis zu nutzen. Dies ist sowohl für das Zubringen von Baumaterial als auch für den Abtransport von Abbruchmaterial erforderlich. „Diese Straßen müssen entsprechend vorbereitet werden, damit sie der Belastung durch schwere Baufahrzeuge standhalten“, erläutert Toralf Pönisch von der Stadtverwaltung. Beschädigungen, die durch die Bauarbeiten auftreten könnten, müssten dann im Nachgang durch den Auftraggeber auch wieder beseitigt werden.

Im Vorfeld der Bauarbeiten würden durch die Deutsche Bahn sowohl Lärm- als auch Artenschutzgutachten erarbeitet, sagte Schwalbe. Nachts oder an den Wochenenden solle nach ersten Informationen nicht gebaut werden.

Bertram Handschuh und weitere Kleingärtner erinnerten sich, dass der Weg durch die Gartensparte bereits beim Abriss des Tunnels, den es in diesem Bereich der Bahnstrecke einmal gab, genutzt wurde. Der Tunnel wurde noch vor der Wende zurückgebaut.

Der Viadukt in Heiligenborn ist einer von drei derartigen Brücken in Waldheim. Außerdem gibt es noch den Diedenhainer Viadukt, der einen höheren Bekanntheitsgrad hat, da unter ihm die Waldheimer Umgehungsstraße entlang führt. Der dritte Waldheimer Viadukt ist eine Stahlkonstruktion und im Volksmund als „Krummer Hund“ bekannt. Über diese führt die Strecke der Kleinbahn Waldheim-Kriebstein.