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Bischofswerda

Wasserdusche für den neuen Alleskönner

Burkaus Feuerwehr hat ein neues Einsatzfahrzeug. Mit dem kommen auf die Kameraden aber auch neue Aufgaben zu.

FFW Burkau
FFW Burkau © Rocci Klein

Burkau. Großer Bahnhof am Sonnabendabend in Burkau: Mit zwei Wasserfontänen, welche die Jugendfeuerwehr vorbereitet hatte, und einem langen Spalier begrüßen die Feuerwehrleute aller vier Burkauer Ortsfeuerwehren ihren Neuzugang – ein Tanklöschfahrtzeug (TLF) 4.000. Zahlreiche Zuschauer zückten ihr Handy, um die Ankunft des Fahrzeuges per Foto oder Video festzuhalten. Denn dieses Fahrzeug ist das erste seiner Art. Vor wenigen Wochen war es auf der Dresdner Feuerwehrmesse zu sehen. Jetzt konnten einige Burkauer Feuerwehrleute das Auto im Ulmer Werk der Firma Magirus, die den kompletten Aufbau durchführte, abholen. Unter dem Beifall vieler Burkauer fuhr die kleine Abordnung direkt ins Gerätehaus, wo sich alle Gäste das Fahrzeug von Nahem anschauen konnten. „Dieser Aufbau mit diesem Fahrgestell ist einmalig, es handelt sich dabei um einen Prototypen“, sagte Wehrleiter Ronny Gräfe, der auch mit in Ulm war.

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Bei dem TLF 4.000 handelt es sich um ein 18 Tonnen schweres Fahrgestell der Marke Iveco mit 360 PS. Es verfügt über einen Wassertank von 5.000 Litern. Hinzu kommen 500 Liter Löschschaum. Außerdem finden auf dem Aufbau zahlreiche Geräte für die technische Hilfe Platz, zum Beispiel schweres hydraulisches Gerät für Verkehrsunfälle. Für die Burkauer Wehr ist das besonders wichtig. Denn oft wird sie – wie auch die Wehren aus Uhyst, Jiedlitz und Pannewitz-Großhänchen – zu Einsätzen auf der Autobahn gerufen, wenn dort wieder mal einer verunglückt ist. Längst übersteigt die Zahl der Hilfseinsätze auf der Autobahn die Einsatzzahlen bei Bränden.

Schutz gegen Gaffer

Nun kommt ein weiteres spezielles Einsatzgebiet hinzu. Denn eine Besonderheit des neuen Autos ist die sogenannte „Rettungsplattform Bahn“, die das Fahrzeug für Einsätze im gesamten Landkreis Bautzen interessant macht. „Bei Gleisunfällen im Landkreis werden wir als Feuerwehr Burkau nun immer mit alarmiert,“ so Ronny Gräfe. Mehrere Komponenten für diesen Bereich Gleisunfälle sind auf verschiedene Feuerwehren verteilt. Auch eine Sichtschutzwand gegen Gaffer, ein erweiterter Rettungsrucksack sowie ein Wasserwerfer auf dem Dach gehören zur Ausstattung. Das Fahrzeug kostet 303.000 Euro; 153.000 Euro wurden gefördert.

Auch wenn das Fahrzeug nun im Besitz der Gemeinde Burkau ist, kommt es vorerst noch nicht zum Einsatz. „In den kommenden Wochen werden die Kameraden nun speziell für das neue Fahrzeug geschult, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt“, sagte Bürgermeister Sebastian Hein (CDU). Vermutlich ab Februar 2020 steht der neue „Alleskönner“ der Freiwilligen Feuerwehr dann für Einsätze bereit. Er löst ein Löschfahrzeug vom Typ W 50 ab, das mehr als 30 Jahre alt ist.

Lange Zeit mussten sich die Burkauer gedulden, bis das neue Auto geliefert werden kann. Bereits im Jahr 2017 hatte der Gemeinderat beschlossen, das Fahrzeug zu kaufen. „Die Erweiterung des Gewerbegebietes sowie die Erschließung von zwei neuen Eigenheimstandorten machten diesen Schritt fast unumgänglich“, sagte Sebastian Hein. Im Zuge der Erweiterung des Gewerbegebietes an der Säuritzer Straße wird nun auch eine Zisterne fürs Löschwasser gebaut. Die Gemeinde investiert eine Viertelmillion Euro in diese Anlage. 72 Prozent der Kosten werden gefördert.

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