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Wasserschaden sorgt für lange Wege

Im vergangenen August floss über zwölf Stunden lang Wasser ins Gymnasium Bürgerwiese Ein Jahr später soll der Schaden behoben sein.

© Christian Juppe

Von Nora Domschke

Die Schüler am Gymnasium Bürgerwiese nehmen es gelassen. Seit Monaten nutzen sie die Toiletten in der Turnhalle – denn die Sanitäranlagen im Mittelteil des Neubaus am Lennéplatz sind derzeit eine Großbaustelle. Ein defekter Wasserboiler im Chemielabor auf der dritten Etage sorgte im August vergangenen Jahres für eine riesige Überschwemmung. Es war der letzte Tag der Sommerferien.

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Schulleiter Jens Reichel erfuhr an jenem Abend von Eltern künftiger Fünftklässler, dass Wasser an den Außenwänden zu sehen ist. Sie hatten das beim Spaziergang entdeckt. „Zum Glück – sonst wäre der Schaden sicherlich noch größer gewesen.“ Reichel geht davon aus, dass sich die Wassermassen dennoch über zwölf Stunden lang in das Gebäude ergossen. Besonders ärgerlich: Erst 2014 war das neu gebaute Schulhaus eröffnet worden.

Seit dem Ende der Sommerferien herrscht im Schulhaus der Ausnahmezustand. Rund 4 000 Quadratmeter Fläche fehlen für den Schulbetrieb. Um von Trakt A in den Trakt C zu gelangen, mussten die Kinder und Jugendlichen bislang über den Schulhof gehen. Mittlerweile ist in der ersten Etage ein Durchgang geöffnet. Reichel ist dennoch froh, dass sowohl Schüler und Eltern alle Folgen des Unfalls geduldig ertragen. Der Unterricht wurde zum Teil ins Marie-Curie-Gymnasium verlegt. Für Chemie- und Physikexperimente wichen die Lehrer sogar auf Räume der Technischen Universität aus. Vom Wasserschaden sind neben allen Fachkabinetten auch die große Aula, Vorbereitungsräume und das Lehrerzimmer betroffen. Die Pädagogen teilen sich derzeit einen kleineren Raum im vorderen Gebäudeteil, der Physikunterricht findet in Werkstätten der Ganztagsangebote statt.

Seit Ende Februar wird nun auf allen drei Etagen gebaut – und das im vollen Schulbetrieb. „Es ist schon manchmal laut während des Unterrichts“, sagt die 13-jährige Helen. Aber alle versuchen, sich mit der Situation zu arrangieren, so die Achtklässlerin. In den nächsten Monaten werden die Fachkabinette wieder aufgebaut, Lehrerzimmer hergerichtet, Lagerflächen eingeräumt. „Zum neuen Schuljahr sollen die Unterrichtsräume aber fertig sein“, sagt Architekt Falk Schubert. Er kennt sich aus im Schulhaus – schließlich war er an den Planungen für den Neubau beteiligt.

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Schulleiter Reichel ist indes erstaunt, dass sein Gymnasium trotz Großbaustelle bei künftigen Schülern und ihren Eltern das beliebteste in Dresden ist. Auch in diesem Jahr verzeichnete die Schule die höchsten Anmeldezahlen – wie schon in den Jahren davor. Insgesamt 222 Fünftklässler wollen ab August im Neubau an der Bürgerwiese lernen. Dann allerdings noch ohne Aula. Deren Sanierung wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Weil noch unklar ist, wer für den Wasserschaden verantwortlich ist, will die Stadt noch keine Bausumme nennen.