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Wasserschloss-Täter melden sich erneut

Bis nächste Woche sollen sie sich zu erkennen geben und den Schaden wieder gutmachen, fordert der Bürgermeister. Ein Anfang ist bereits gemacht.

© Claudia Hübschmann

Von Jürgen Müller

Oberau. Niederaus Bürgermeister Steffen Sang (parteilos) erhielt am späten Donnerstagabend erneut einen Anruf von einem der mutmaßlichen Täter, die in der Silvesternacht im und am Wasserschloss in Oberau randaliert hatten. Die Täter zerstörten mehrere Fenster, kletterten auf das Dach und warfen Betonteile zu Boden. Es entstand ein Sachschaden von rund 1 000 Euro (die SZ berichtete).

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Bereits vor einigen Tagen hatten sich die mutmaßlichen Täter telefonisch im Gemeindeamt gemeldet. Da war der Bürgermeister jedoch nicht anwesend. Einen vereinbarten Rückruftermin ließen sie verstreichen. Derweil ging in der Gemeindeverwaltung ein anonymer Brief ein. Dessen Inhalt: 300 Euro.

In dem neuerlichen Gespräch hat sich der Anrufer jetzt bereiterklärt, den Schaden zu ersetzen. Dem Bürgermeister ist das aber nicht genug. „Ich verlange, dass sich die Täter zu erkennen geben, Roß und Reiter nennen“, sagt Steffen Sang. Denn solange nicht klar ist, von wem das Geld stammt, kann es die Gemeinde nicht behalten.

Der Bürgermeister fordert eine Erklärung, dass das Geld von den Tätern stammt. Außerdem sollen diese den fehlenden Restbetrag bis Mitte nächster Woche auf das Konto des Fördervereins Wasserschloss Oberau überweisen.

Die Gemeinde Niederau als Eigentümer des Wasserschlosses Oberau hat bei der Polizei eine Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. Diese Anzeige ist derzeit aber nicht „scharf“ geschaltet, liegt gewissermaßen in der Schublade. Wenn die Täter wie beabsichtigt den Schaden regulieren, hätte sich die Anzeige erledigt, so Steffen Sang, dann würde er sie zurückziehen. Anderenfalls würde dies eine Sache für den Staatsanwalt. Die Täter zu ermitteln, wäre jetzt relativ einfach. Die Handynummer des Anrufers ist bekannt.

Nach Angaben des Bürgermeisters sprach der Anrufer Hochdeutsch. Sang hatte von Anfang an vermutet, dass es sich bei den Tätern nicht um Einwohner aus der Gemeinde handelte. Zu Silvester feierten mehrere Gruppen, unter anderem aus dem Raum Stuttgart, in den Gebäuden rund um das Wasserschloss. „Ich habe am Neujahrstag die Gruppen auf dem Schlossplatz zusammengenommen und ihnen ins Gewissen geredet“, sagt der Bürgermeister.

Ob dies jetzt gefruchtet hat oder der mediale Druck auf die Täter wirkte oder beides, ist unklar. Das Wasserschloss Oberau ist eines der ältesten Wasserschlösser in Sachsen. Es gehört der Gemeinde Niederau. Ein Förderverein bewahrt das Schloss vor dem weiteren Verfall.