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Wasserstand stoppt Vermisstensuche

Nach einem Tag Pause ist am Donnerstag noch einmal in der Mulde nach Hinweisen auf den Verbleib von Christian Morgenstern aus Leisnig gesucht worden.

Seit 2. Januar haben Beamte der Bereitschaftspolizei die Mulde vor allem bei Leisnig mit Ortungstechnik und Tauchern abgesucht. Am Donnerstag war der vorerst letzte Einsatz – wetterbedingt. © André Braun

Leisnig. Seit mehr als einer Woche gibt es kein Lebenszeichen von Christian Morgenstern (20). Daran hat sich auch am Donnerstag beim vorerst letzten Einsatz der Tauchergruppe der Bereitschaftspolizei Sachsen in der Mulde unterhalb Leisnigs nichts geändert. „Neue Erkenntnisse gibt es danach nicht“, sagte Jana Ulbricht, die Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz.

Ihren Worten zufolge wird es in den nächsten Tagen wahrscheinlich keinen planmäßigen Einsatz im und am Fluss mehr geben. Das begründet sie mit den Wetterverhältnissen. Die Mulde führt seit dem Verschwinden von Christian am Morgen des Neujahrstages durch anhaltende Regen- und Schneeschauer beinahe täglich mehr Wasser. 

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Damit war auch eine zunehmende Strömung zu beobachten. Schon seit dem 2. Januar haben Bereitschaftspolizisten mit Ortungstechnik die Bereiche um die Fußgängerbrücke Tragnitz-Fischendorf, das Wehr sowie die Abschnitte flussabwärts bis Sermuth untersucht. Die Ufer wurden mehrfach angeschaut, auch mittels Hubschrauber aus der Luft.

Auf der Brücke in Fischendorf verliert sich die Spur, die zunächst auch speziell ausgebildete Hunde aufgenommen hatten. An dieser Stelle waren am Mittag des 1. Januar Kleidungsstücke des 20-Jährigen und einige persönliche Gegenstände gefunden worden.

 Die Geldbörse selbst war nicht darunter. Auch das Handy fehlt. Es ist ausgeschaltet worden oder ausgegangen – ungefähr zu der Zeit, zu der der junge Mann spurlos verschwunden ist. Seine Freunde, mit denen er am Schlossberg Silvester gefeiert hatte, sind möglicherweise die letzten, die ihn gegen 3.30 Uhr gesehen haben.

Abrupt endet die Suche nach dem Leisniger, der in Bernburg studiert, nun allerdings nicht. Die Polizei wird nach Angaben von Jana Ulbricht sofort wieder aktiv, wenn sich neue Ansatzpunkte ergeben. Die fehlen im Moment. Hinweise seien nach den diversen Zeugenaufrufen zwar täglich eingegangen.

 Keiner habe sich aber als Spur zu Christian erwiesen. „Wir werden jetzt unter anderem Kontobewegungen beobachten“, so Jana Ulbricht. Sie bittet Familie und Freunde von Christian, die sozialen Netzwerke im Blick zu behalten und der Polizei zu melden, wenn sie Online-Aktivitäten des 20-Jährigen bemerken.

Nach wie vor eine Option ist, dass sich der junge Mann freiwillig entschieden hat, sein bisheriges Umfeld zu verlassen – selbst wenn sich das kaum jemand aus der Familie und dem engen Freundeskreis vorstellen kann. Auch vieles andere ist denkbar. Hinweise auf eine Straftat hat die Polizei bis heute nicht, so die Pressesprecherin.

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