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Weg frei für Sanierung des Gesindehauses

Endlich wurden die Fördermittel genehmigt, mit denen das Erdgeschoss ausgebaut werden soll. Geplant ist aber viel mehr.

Von Nancy Riegel

Polenz. Es ist nur ein kleines Metallschild, das Martina Herrmann überreicht bekommt. Ginge es nach der Polenzerin, würde sie künftig noch mehr von diesen Schildern entgegennehmen können. Denn auf dem Schild steht, dass das Gesindehaus Polenz Fördermittel aus dem Leader-Programm erhalten wird. Genau gesagt, 160 000 Euro. Damit kann der Ausbau des ehemaligen Gutsverwaltergebäudes beginnen. „Es war ein recht anstrengender Weg, das Geld zu erhalten“, sagte Landrat Michael Geisler (CDU). Martina Herrmann, die zum Vorstand des Festvereins „750 Jahre Polenz“ gehört, erläutert, warum. Leader sieht einen Fördersatz von 80 Prozent vor, das heißt, 20 Prozent der Summe müssen beigesteuert werden. Im Falle des Gesindehauses bedeutet das knapp 40 000 Euro – die der Verein mittels Spenden selbst sammeln musste.

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Die Vereinsmitglieder, die seit Jahren in Eigenregie das historische Gebäudes notsichern und verschönern, ließen sich dafür einiges einfallen. Regelmäßig finden gut besuchte Veranstaltungen wie das Sommerfest oder die Rauhnacht statt. Außerdem wurden Sponsoren für die rund 40 maßgefertigten Kreuzstockfenster gesucht. „Das Geld haben wir fast zusammen, sodass die ersten Fenster bald eingebaut werden können“, sagt Martina Herrmann.

Die Fassade soll mit als Erstes angegangen werden. Außerdem sollen Bauarbeiten am Dachstuhl stattfinden und das Erdgeschoss umgestaltet werden. Entstehen sollen hier ein ansprechender Eingangsbereich, eine Garderobe mit Toiletten, ein Foyer für Veranstaltungen, ein kleiner Aufenthaltsraum für Künstler sowie eine Teeküche. Die Stadtverwaltung rechnet mit einem Baustart im Frühjahr 2019.

Fast ein Jahr lang warteten die Gesindehaus-Retter auf die positive Bescheinigung der Fördermittel. Zeit, die sie fleißig nutzten, um unter anderem das alte Milchhaus im Garten flott zu machen. Das Gesindehaus soll ein Ort für private und öffentliche Veranstaltungen auf zwei Etagen und im Pferdestall sein, für Konzerte, Lesungen und Feiern. Kinder sollen im Garten Brot backen oder gärtnern und Vereine sich in den Räumen treffen können.

Klar ist, dass die jetzt zur Verfügung stehenden 200 000 Euro nicht ausreichen werden. Es bräuchte ungefähr das Dreifache, schätzt Martina Hermann, denn das Obergeschoss ist noch unsaniert und teilweiserichtig löchrig. Der Verein hofft deshalb auf weitere Fördermittel und die Unterstützung der Stadt.