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Weg für Grenzbus ist frei

Der Sebnitzer Stadtbus könnte ab Jahresende bis Tschechien fahren. Die Stadt sieht keine Konkurrenz zur Bahn.

© Dirk Zschiedrich

Von Dirk Schulze

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Sebnitz. An der Verkehrsgesellschaft soll’s nicht scheitern. „Wir sitzen in den Startlöchern“, sagt OVPS-Chef Uwe Thiele auf die Frage nach der Verlängerung der Sebnitzer Stadtbuslinie. Die soll künftig bis in die tschechische Nachbarstadt Dolni Poustevna rollen. Das hat der Sebnitzer Stadtrat am Mittwochabend beschlossen und folgt damit einer Empfehlung aus dem neuen Einzelhandelskonzept der Stadt. Die Erweiterung soll mehr Einkäufer aus Tschechien in die Sebnitzer Läden locken.

Ein erstes Gespräch zwischen dem Geschäftsführer der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz (OVPS) und den Bürgermeistern von Dolni Poustevna und Sebnitz hat es dazu bereits gegeben. Jetzt geht es an die Detailplanung von Routenverlauf und Haltestellen. Dann folgt die Genehmigungsrunde. Die wird sich wohl mindestens ein halbes Jahr hinziehen, denn für den grenzüberschreitenden Nahverkehr müssen Behörden in Dresden, Berlin, Prag und Usti nad Labem ihr Okay geben. OVPS-Chef Thiele ist aber optimistisch, dass dies gelingt.

Es gibt allerdings auch Stimmen, die befürchten, dass die erweiterte Busverbindung der grenzüberschreitenden Nationalparkbahn die Fahrgäste abgraben könnte. Seit Juli 2014 fährt die U 28 vom tschechischen Rumburk über Sebnitz und Bad Schandau bis nach Decin. Die Sebnitzer Stadtspitze teilt diese Befürchtungen nicht. „Der typische Einkaufstourist ist auch bisher nicht mit dem Zug nach Sebnitz gekommen“, sagte Oberbürgermeister Mike Ruckh in der Ratssitzung. Stadtrat Dietmar König (Mitsprache Stadt und Land) wies auf die Unterschiede der Angebote hin. „Wir reden hier von einem Stadtbus, nicht von einem Reisebus.“ Das Ziel sei es, dass die tschechischen Nachbarn leichter in Sebnitz einkaufen und Einrichtungen wie das Kräutervitalbad und das Sportzentum Solivital besuchen können. Natürlich soll das keine Einbahnstraße werden. Er glaube aber nicht, dass es zu einer Beeinträchtigung der U 28 komme, sagte König. Die Ausrichtungen seien sehr verschieden. Rainer Böhme (Die Linke) blickt der Erweiterung ebenfalls positiv entgegen. Gerade in Dolni Poustevna sei das Interesse gewiss groß. Wichtig wäre es, dort ordentlich Werbung zu machen, sobald es losgeht.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember könnte es soweit sein. Der Grenzbus soll zunächst für ein Jahr fahren. Dann wird geprüft, ob die Verlängerung den Sebnitzer Händlern eher nützt oder schadet.