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Wegbau am Burgberg wird viel teurer

Kriebsteiner Gemeinderäte reagieren erschrocken. Die Kosten könnten sich nahezu verdoppeln.

© Dietmar Thomas

Von Heike Heisig

Kriebstein. Aus einer kurzen Information von Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) hat sich am Montagabend im Gemeinderat eine längere Debatte entwickelt. Thema war der Straßenbau zwischen der Burg Kriebstein und zunächst dem Großparkplatz der Talsperre. An diesem Projekt muss sich die Kommune unter anderem mit Geld für den Bau eines Fußweges beteiligen. Dieser wird nach bisherigen Kostenschätzungen allein zwischen Burg-Ausgang und Parkplatz 410 000 Euro kosten. Bislang sind die Räte mit Gesamtausgaben in Höhe von 354 000 Euro ausgegangen – und zwar für den kompletten Weg. Der soll später auch von der Burg aus ins Tal fortgeführt werden. Von den Kosten dafür ist noch gar keine Rede.

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Genaue Zahlen erst Ende 2016

Einen Planungsfehler vermutete Gemeinderätin Andrea Röder-Reglich deshalb, als sie sah, dass Kämmerer Wolfgang Hein die 354 000 Euro für dieses Haushaltjahr und gleichzeitig auch noch für das kommende Jahr geplant hat. „Es ist kein Fehler“, sagte Hein. Schon jetzt sei abzusehen, dass das kalkulierte Geld nicht genügt. Denn bereits in der Vorplanung liegt der Abschnitt Burg-Parkplatz höher als der Haushaltsbetrag. „Wenn die Planung Ende des Jahres abgeschlossen ist, wissen wir Details über die Kosten und können diese berücksichtigen“, erklärte der Kämmerer.

Mit der Aufnahme derselben Summe in den Etat 2017 hat Wolfgang Hein schon vorausgedacht. Denn weitergehen muss es später noch mit dem Fußwegbau unterhalb der Burg. Was das kosten wird, ist derzeit nur Spekulation. Auch der Baustart steht in den Sternen. Laut Landratsamt als Eigentümer dieser Kreisstraße verhandelt der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (Sib) nach wie vor mit dem Eigentümer von Grundstücken am Fuße des Berges. Die Straßenführung soll optimiert werden. Das lässt sich nur bei einer Einigung realisieren.

Daher will der Landkreis zunächst das Straßenstück zwischen dem Burgausgang und dem Großparkplatz in Angriff nehmen. Mit einem Abschnitt will das Landratsamt 2016 noch beginnen. Doch die Bürgermeisterin sieht das nach einem Termin mit der Landkreisbehörde in der vorigen Woche eher entspannt. Laut aktuellen Informationen sollen ab dem dritten Quartal die Bauvorbereitungen beginnen. Ob sich dann tatsächlich noch etwas auf dem Burgberg tut, sei abzuwarten. „Fest steht“, so Maria Euchler, „dass die Veranstaltungen auf der Burg Kriebstein und an der Talsperre in diesem Jahr wie geplant stattfinden können“.

Weg anbauen

Thomas Caro, seine Partner und die Besucher erleichtert das. Denn alle Anbieter an und rum und die Talsperre sind darauf angewiesen, dass die Gäste erst einmal zu ihnen kommen. In der Nachsaison – wenn der Bau doch noch losgeht – wäre die Talsperre problemlos über die teilweise schon neu ausgebaute Straße aus Richtung Beerwalde erreichbar. Und wer zur Burg will, kommt aus Richtung Waldheim dort noch ohne große Umwege hin, selbst wenn die Straße oberhalb erneuert wird.

Genau in diesem Bereich – Burgausgang bis Bergkuppe – kommen für den geplanten Fußwegbau auch die Hauptkosten zustande. Die Verwaltung erklärte, dass an die Straße ein Fußweg angebaut werden muss. Passieren kann das nur mit enormem Aufwand auf der bergaufwärts linken Seite über steil abfallendem Felsen. Auf der anderen Seite begrenzt Felsen die Straße. Der müsste gesprengt werden. Das ist nicht geplant. Die Enge des Burgberges ist das Problem: Fußgänger und Autofahrer müssen sich das schmale Fahrbahnstück teilen.

Eigene Planung ist indiskutabel

Auf eigene Kosten ermitteln zu lassen, wie viel der Fußwegbau kosten wird, diesen Vorschlag von Andrea Röder-Reglich lehnte Wolfgang Hein ab. Die Planungsverantwortung liege beim Kreis. Da müsste und könne die Kommune nicht extra Geld für Planungen ausgeben, für die sie gar nicht zuständig sei. Insgesamt zeigte sich die Gemeinderätin enttäuscht darüber, dass die Räte über die mögliche Verdoppelung der Baukosten für den Fußweg bisher im Unklaren gelassen worden sind.

Jürgen Filz pflichtete ihr bei. „Wir sind die ganze Zeit von den 354 000 Euro ausgegangen“, sagte er. „Wenn das jetzt anders wird, müsste man uns das mal sagen.“ Die Verwaltung sah sich noch nicht in der Pflicht. „Wir wissen zum jetzigen Zeitpunkt ja nicht, wie viel es wirklich kostet“, argumentierte der Kämmerer. Selbst zahlen muss die Gemeinde in jedem Fall nur einen Teil der Kosten. Für den bisher kalkulierten Betrag rechnet die Gemeinde mit 270 000 Euro Fördergeld.

Für Sigert Schlimpert liegt es offenbar auf der Hand, dass die alte Kostenplanung nicht mehr aufgeht: „Jedes Jahr steigen die Baupreise um mindestens zehn Prozent. Da müssen wir uns nicht wundern.“