merken

Bautzen

Wege durch die Teiche bald wieder frei

Der Gemeinderat Malschwitz hat dafür ein Konzept beschlossen. Auch ein Brückenbau ist geplant. Doch das dauert noch.

An dieser Stelle führen gleich zwei überregionale Rad- und Wanderwege durch die Teiche bei Niedergurig: Der Spreeradweg und der Weg Sorbische Impressionen. Die Gemeinde hat jetzt ein Wegekonzept beschlossen.
An dieser Stelle führen gleich zwei überregionale Rad- und Wanderwege durch die Teiche bei Niedergurig: Der Spreeradweg und der Weg Sorbische Impressionen. Die Gemeinde hat jetzt ein Wegekonzept beschlossen. © SZ/Uwe Soeder

Niedergurig. Die Diskussion um eine abgerissene Brücke im Teichgebiet von Niedergurig hat hohe Wellen geschlagen. Mittlerweile beschäftigen sich Rechtsanwälte und Gerichte mit dem Fall. Doch die Gemeinde Malschwitz will nicht darauf warten, dass irgendwann ein Urteil gesprochen wird. Die Gemeinde hat recherchiert und gemeinsam mit dem Landratsamt eine Möglichkeit gefunden, dass Anwohner, Touristen und Eigentümer die zum Teil überregional bedeutsamen Wege innerhalb der Teiche zu nutzen. Offiziell und erlaubterweise. Dazu gab es jetzt im Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss für ein Wegekonzept durch die Niederguriger Teiche.

Anzeige
Alles für Ihr erfolgreiches Event

Centrum Babylon empfängt Firmen und Gruppen aus Sachsen im hochwertigen Event – & Konferenzkomplex

Das Konzept unterteilt Haupt- und Nebenwege. Es geht dabei um Ortsverbindungen von Niedergurig, Doberschütz, Pließkowitz, Malschwitz und sogar Briesing. Auf den Hauptwegen liegen Abschnitte von überregional bedeutsamen Rad- und Wanderwegen wie Spreeradwanderweg, Seeadlerrundweg und „Sorbische Impressionen“. „Mit dieser überregionalen Anbindung wird die Bedeutung des Wegenetzes deutlich“, sagt Romy Weißflog, Infrastrukturamtsleiterin von Malschwitz. Auf den Hauptwegen sollen nicht nur Fußgänger und Fahrradfahrer unterwegs sein, sondern auch die Fahrzeuge zur Bewirtschaftung der Teiche. Nur bei den Nebenwegen soll es Einschränkungen geben. Hier dürfen keine Landmaschinen fahren. Auf einigen Nebenwegen dürfen auch keine Fahrräder fahren. „Ziel des Konzepts ist, eine klare Gliederung von Haupt- und Nebenwegen beizubehalten und die bestehenden Strukturen zu nutzen“, sagt Romy Weißflog. Dabei wird auch darauf geachtet, dass die wirtschaftlichen Belange der Land-, Fischerei- und Teichwirtschaft ausreichend betrachtet werden.

Fleißarbeit des Ortschaftsrates

Dass es jetzt doch zu einem durch die Gemeinde erarbeiteten Wegekonzept kommen kann, ist vor allem der Fleißarbeit des Ortschaftsrates Niedergurig zu verdanken. Die Mitglieder haben alte Unterlagen gefunden, in denen nachgewiesen wird, dass die Wege bereits vor 1993 öffentlich genutzt wurden. Damit wird eigentlich keine Zustimmung des Eigentümers der Flächen für eine Widmung benötigt. „Aber es ist immer sinnvoll, ins Gespräch zu kommen“, sagt der Malschwitzer Bürgermeister Matthias Seidel (CDU). Und so wird jetzt das Landratsamt diese Gespräche mit dem Eigentümer und dem Pächter der Flächen und Teiche führen. Danach werden die Wege gewidmet.

Das zweite Problem ist das der durch den Brückenabriss unterbrochenen Wegeführung. Hier muss es nach den heute geltenden Gesetzen nicht nur erstmals einen Antrag auf wasserrechtliche Genehmigung geben. Auch die Bauart der Brücke über die Malschwitzer Kleine Spree muss den Mindestanforderungen entsprechen, weiß Romy Weißflog. „Ich erwarte aber keine Waldschlößchenbrücke“, sagt Gemeinderat Hagen Jurack. Den Vorgaben muss die Gemeinde jedoch entsprechen.

Finanzierung noch unklar

Bisher gab es keine wasserrechtliche Genehmigung – unabhängig davon, wem die Brücke nun gehört hat und wie das Gericht entscheidet. Also müssen eine Brücke geplant und der Antrag bei der Unteren Wasserbehörde eingereicht werden. Noch völlig unklar ist dabei die Finanzierung oder woher eventuell Fördermittel kommen. „Wir wollen nicht abwarten, bis alles geklärt ist“, sagt Matthias Seidel. Deshalb müsse die Gemeinde in Vorleistung gehen. Wenn die Brücke widerrechtlich abgerissen worden ist, können die Kosten auf den Verursacher umgelegt werden, erklärte Romy Weißflog. Doch das kann dauern. Und so sind diese beiden Wege – Widmung und Antrag der Genehmigung für eine Brücke – die einzige Chance, weiterzukommen.