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Wegen Autoklau bleibt Versicherung teuer

Zwar gab es jetzt keine Änderung der Regionalklassen im Landkreis Görlitz. Aber die Teilkasko steht auch 2019 auf hohem Niveau.

© Steffen Unger

Von Matthias Klaus

In Görlitz verschwindet ein Ford Kuga von der Schlesischen Straße, in Klingewalde wird versucht, in einen Toyota einzubrechen. Und in Mittelherwigsdorf nehmen Autodiebe einen Audi A6 mit – nur drei Beispiele von versuchtem oder tatsächlichem Autoklau aus den vergangenen Tagen im Landkreis Görlitz. Weit muss man dafür nicht im Polizeibericht zurückblättern. Hinzu kommen spektakuläre Fälle, wie etwa am vergangenen Mittwoch die Verfolgungsjagd nach einem BMW, die nach dem Einsatz eines Nagelgurts bei Weißenberg endete.

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Gemeinsam allem gewachsen

Die Sparkassen-Versicherung Sachsen ist auch in dieser außergewöhnlichen Situation für ihre Kunden da.

Autoklau – der Kreis Görlitz, die Oberlausitz generell gehört inzwischen zu den Brennpunkten in Deutschland. Laut Polizei wurden im vergangenen Jahr wieder mehr Fahrzeuge gestohlen, als in den Jahren zuvor, laut einer Polizeistatistik schlugen die Kriminellen 2017 insgesamt 531 Mal zu. Hinzu kamen 275 Fälle von versuchtem Autodiebstahl. Volkswagen, Audi, Skoda BMW und Mazda standen dabei besonders hoch in der Gunst der Autodiebe. Das Auto weg, Ärger für den Fahrzeugbesitzer. Der hat dann erst einmal, vom Verlust des Gefährts ganz zu schweigen, jede Menge Rennerei vor sich. Polizei, Anzeige und vor allem Versicherung stehen dann auf dem Plan. Der Kreis Görlitz ist im deutschlandweiten Ranking der Versicherungen inzwischen von Platz fünf auf Platz zwei vorgerückt, steht jetzt gleich nach Frankfurt an der Oder. Beide Gebiete zeichnet aus: Pro 100000 Einwohnern werden mehr als 200 Autos gestohlen. Welche Auswirkungen hat das auf die Versicherungen? Müssen wir im kommenden Jahr wegen des Autoklaus draufzahlen?

Die gute Nachricht ist: 2019 bleiben die Regionalklassen für den Kreis Görlitz gleich. In den vergangenen Jahren gab es keine Veränderung, weder in der Haftpflicht, noch in der Voll- oder in Teilkasko. Letztere zahlt, wenn es zum Autodiebstahl kommt. „Die Teilkasko bleibt gleich, aber auf einem hohen Niveau“, sagt Tom Budig, Versicherungsmakler bei der PHV GmbH in Görlitz. Bei ihm sind aktuell über 2000 Auto bei unterschiedlichen Gesellschaften versichert. Die Regionalklassen bei Teilkasko liegen zwischen eins und 16. Der Landkreis Görlitz ist derzeit mit der Elf eingestuft, ein Wert, der auch für das kommende Jahr gelten wird. Zum Vergleich. Bei der Haftpflicht liegt Görlitz in Klasse eins bei eins von zwölf, bei der Vollkasko auf Stufe sechs von eins bis neun. Alle Werte werden sich im kommenden Jahr nicht ändern.

„Grundsätzlich gilt: Je besser die Einstufung in der Regionalklasse, desto günstiger wirkt es sich auf den Versicherungsbeitrag aus“, so Christian Ponzel, Sprecher des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin. Allerdings lasse sich über eine Veränderung bei der Regionalklasse keine Aussage über die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrages treffen.

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Das größte Problem, so Tom Budig, sei für betroffene Fahrzeughalter aber auch Versicherer der Komfortzugang per Fernbedienung zum Auto. Erst jüngst hatte er wieder so einen Fall auf dem Tisch. Das Fahrzeug durchwühlt, aber keine Spuren äußerlich angewendeter Gewalt zu finden. Eine mögliche Begründung: Das Funksignal, das zum Öffnen des Fahrzeuges von der Fernbedienung ausgesandt wird, wurde abgefangen. „In so einem Fall muss dann der Versicherte nachweisen, das er das Auto ordnungsgemäß verschlossen hatte“, sagt Tom Budig. Was aber in der Realität dann sehr schwierig werden dürfte. „Das ist derzeit ein Riesenproblem“, sagt Tom Budig. Mehr als die Hälfte der Versicherten bei ihm hat eine Teilkaskoversicherung mit 150 Euro Selbstbeteiligung abgeschlossen. Damit ist das Auto nicht nur gegen Diebstahl, sondern auch beispielsweise gegen Glasbruch und Wildschäden versichert. Zwei Jahre ohne entsprechende Schäden, dann habe sich die Selbstbeteiligung schon gelohnt, sagt der Makler. „Je nach Versicherungsgesellschaft zahlen Kunden zwischen 60 und 100 Euro pro Jahr drauf, wenn sie keine Selbstbeteiligung wünschen“, schildert Tom Budig.

Die Polizei in der Oberlausitz konnte im vergangenen Jahr jeden sechsten Fahrzeugklau aufklären, 16,5 Prozent. Möglich macht das laut Direktion in Görlitz unter anderem die enge Zusammenarbeit mit den Kollegen in Polen und Tschechien.