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Weihnachten mal anders

Die Caritas hatte zu Heiligabend Alleinstehende eingeladen – und eine Familie aus dem Iran.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Weihnachten haben Amir und Zahra auch in ihrer Heimat schon gefeiert – aber hinter verschlossenen Türen. Diesmal ist das Ehepaar aus dem Iran zu Gast bei der Caritas in Bautzen. Wie jedes Jahr sind zu Heiligabend Alleinstehende und Einsame zu einer Feier in die Räume des Caritas-Wohnheims eingeladen, seit 15 Jahren schon richtet der Sozialverband diese Feier aus. Und weil es interessant ist, zu erfahren, wie Weihnachten anderswo auf der Welt begangen wird, sind jedes Jahr Gäste aus einem anderen Land eingeladen. Letztes Jahr kamen sie zum Beispiel aus Uganda.

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Diesmal erzählen nun Amir und Zahra, warum sie aus dem Iran geflohen sind. Sie sind zum Christentum konvertiert. Doch Christen können in ihrem Heimatland ihre Religion nur im Geheimen ausüben. Die Abkehr vom Islam kann mit lebenslanger Haft, aber auch mit dem Tod bestraft werden. Seit dem Sommer 2014 lebt das Paar mit seinem kleinen Sohn in Bautzen. Doch einige Monate nach ihrer Ankunft bekommen sie einen Abschiebebescheid. Sie sollen nach Italien geschickt werden, weil sie mit einem italienischen Visum nach Deutschland eingereist sind. Daraufhin gewährt ihnen die Kirchgemeinde Bautzen-Gesundbrunnen Kirchenasyl. Zur Feier an Heiligabend bekommen Amir und Zahra wie alle 45 Gäste ein Geschenk. Das konnten die Organisatoren der Caritas dank einer Spende der Stiftung „Lichtblick“ finanzieren. Fürs gemeinsame Essen spendeten unter anderem die Bautzener Fleischerei Heinze sowie die Bäckereien Dirk Marx und Rico Kuntsche. Vier Helfer sorgten für das Wohl der Gäste sowie Marlene Wenke an der Flöte und Ludwig Kowollik am Klavier für die musikalische Unterhaltung.