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Weihnachtsbaum sorgt für Stau

Die Blautanne von der Waldstraße dürfte durchaus in die Stadtgeschichte von Radeberg eingehen.

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© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Nun gut, so wie er nun auf dem Markt vorm Radeberger Rathaus steht, wirkt er eigentlich gar nicht so riesig. Der diesjährige Weihnachtsbaum, der bis zum frühen Mittwochmorgen noch an der Waldstraße im Radeberger Süden im eher lauen Wind schwankte. Nahe der Kita „Alex Wedding“ stand er mit den Jahren ein bisschen im Weg, so dass im Ernstfall die Feuerwehr behindert worden wäre. Also rückten nun die Männer vom Stadtwirtschaftshof mit der Motorsäge an. Und als die Blautanne dann kurz nach 8 Uhr am Haken des Kranfahrzeugs des Radeberger Krandienstes Kunze hängt, wird klar: Er ist mit seinen knapp 25 Metern Höhe wahrscheinlich der größte und breiteste Weihnachtsbaum, den sich Radeberg seit Jahren ausgesucht hat. Also muss erst mal mal kräftig gesägt – und gestutzt – werden.

So kam der Weihnachtsbaum auf den Markt

Stattlicher Baum – hier noch auf seinem Platz am Kinderhaus an der Waldstraße.
Stattlicher Baum – hier noch auf seinem Platz am Kinderhaus an der Waldstraße.
Ein Blick zum Abschied durchs Fenster: An der Kita wird gesägt …
Ein Blick zum Abschied durchs Fenster: An der Kita wird gesägt …
Der Weihnachtsmann überbrückt die Wartezeit für die Kita-Kinder.
Der Weihnachtsmann überbrückt die Wartezeit für die Kita-Kinder.
Echte Präzisionsarbeit war gefragt, als der Weihnachtsbaum die Eisenbahnbrücke auf der Dresdener Straße passiert. Die gut vier Meter Durchfahrtshöhe waren für den großen Baum auf dem Tieflader durchaus ein echtes Nadelöhr …
Echte Präzisionsarbeit war gefragt, als der Weihnachtsbaum die Eisenbahnbrücke auf der Dresdener Straße passiert. Die gut vier Meter Durchfahrtshöhe waren für den großen Baum auf dem Tieflader durchaus ein echtes Nadelöhr …
An der Brauerei mussten die Ampeln zur Seite gedreht – und am Baum noch ein bisschen gesägt werden.
An der Brauerei mussten die Ampeln zur Seite gedreht – und am Baum noch ein bisschen gesägt werden.
Alljährlich knifflig: die enge Oberstraße geht’s „verkehrt herum“ zum Markt.
Alljährlich knifflig: die enge Oberstraße geht’s „verkehrt herum“ zum Markt.
Jetzt schwebt er an seinen Platz für die nächsten Wochen: auf dem Markt.
Jetzt schwebt er an seinen Platz für die nächsten Wochen: auf dem Markt.

Derweil warten schon zahlreiche Kinder aus den Kitas im Stadtzentrum vorm Rathaus auf den Baum. Und eigentlich müsste er ja auch jeden Augenblick anrollen. Eigentlich. Damit das Warten auf dem Markt nicht allzu langweilig wird, schaut der Weihnachtsmann schon mal ein wenig früher vorbei, als geplant. Natürlich hat er Schokolade dabei – und natürlich kennen sich die Kinder aus: Sie können das eine oder andere Lied singen oder Gedicht aufsagen. Und so schallt dann das bekannte „Oh Tannenbaum“ übers morgenfeuchte Markt-Pflaster – und klingt durchaus ein wenig sehnsüchtig. Aber der Baum lässt noch immer auf sich warten…

Präzisionsarbeit unter der Eisenbahnbrück

Denn der Tieflader hat zwar die Kurven an der Heidestraße geschafft und ist auf der Dresdener Straße – aber dort warten nun noch einige Hindernisse. Zunächst die Eisenbahnbrücke. Mit ihren vier Metern Durchfahrtshöhe ein echtes Nadelöhr. Präzisionsarbeit. Geschafft! Da lauert mit der Ampelkreuzung an der Brauerei schon das nächste Problem. Die Ampeln lassen wenig Platz. Zu wenig Platz. Also muss die Motorsäge erneut ran – und die Ampeln müssen ein Stück zur Seite gedreht werden. Derweil staut es sich in alle Richtungen. Ob sich die Autofahrer zur Aufbesserung der Laune Weihnachtslieder ins CD-Fach der Radios schieben?

Dann endlich, kurz nach 10 Uhr sperrt ein Polizei-Fahrzeug mit Blaulicht die Markt-Zufahrt. Die Kita-Kinder schicken begeistert ein schallendes „Jetzt-geh-het‘s-loohos“ über den Markt. Und dann kommt er tatsächlich die Oberstraße herunter, der Tieflader samt Baum, und zirkelt zentimetergenau zwischen den Häuserwänden. Geschafft! Kurz nach halb elf schwebt der Baum am Kranhaken überm Markt. Wieder muss die Motorsäge ran. Denn der Stamm muss in die vorbereitete Hülse passen. Kurz vor 11 Uhr ist alles erledigt. Der Hubwagen der Firma Nehlsen kann ran, für die Weihnachtsbaum-Beleuchtung.

Dieser Baum geht also in jedem Fall in die Radeberger Stadtgeschichte ein …