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Weihnachtskrimi für die Bühne

Bis 24. Dezember gibt’s täglich eine Überraschung. Die SZ stellt die Macher vor. Heute: das Puppentheater der Oberschule Bischofswerda.

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© Steffen Unger

Von Constanze Knappe

Hinter dem Affenbaum durch den Elefantenwald über das Schlangenloch und an der Marzipanschlucht vorbei. Hoffentlich weiß der Weihnachtsmann mit dieser Wegbeschreibung etwas anzufangen. Denn die böse Hexe hat die Geschenke gestohlen. Doch der Weihnachtsmann wäre kein richtiger Weihnachtsmann, wenn er dafür keine Lösung hätte. Und da ist auch noch eine weiße Katze, die im schönsten französischen Dialekt spricht. Mal ehrlich: Ein bisschen mysteriös klingt das alles schon. Irgendwie nach Weihnachtskrimi. „Aber Angst muss niemand haben“, versichert Toni Grüllich. Seit dem vorigen Jahr spielt er in der Theatergruppe der Oberschule Bischofswerda mit. Dass deren Stücke von Improvisationen leben, kommt dem 15-Jährigen gerade recht. Denn Texte lernen, dies ist nicht so Tonis Ding. Wer hat denn auch schon mal eine Hand sprechen hören? Eine Rapperhand bewegt sich normalerweise einfach so. Nicht aber die von Toni. Großes Lampenfieber habe er ja nicht, aber ein kleines bisschen aufgeregt sei er doch vor jeder Aufführung, sagt er. Zwar gibt es kein vorgeschriebenes Textbuch, an das sich alle zu halten haben. Aber das heißt ja nicht, dass es keinen Text gibt. Vorab sprachen die Darsteller mit Sozialpädagogin Ulrike Klein, die das Puppentheater leitet, den Text durch. Bei der Vorstellung wird dann improvisiert. Ihm sei da immer etwas eingefallen, erklärt Toni. Er fügt hinzu, dass keine Vorstellung wie die andere sei. Das mache den Reiz des Ganzen aus. Hinterm Vorhang lastet auf den Puppenspielern nicht der große Druck, weil man ja nicht „Auge in Auge mit dem Publikum steht“, so der Achtklässler. Auch deshalb hält sich sein Lampenfieber in Grenzen.

Wie bei Jennifer Hecht. Seit einem Jahr ist die Sechstklässlerin dabei. Es reizte sie, mal etwas Neues auszuprobieren. Sie mag es, sich zu verkleiden, sie spielt auch gern mit Puppen. Beides kann sie nun bei ihrem Hobby miteinander verbinden. Märchenkostüme zieht die 13-Jährige am liebsten an. „Im vorigen Stück war ich eine Prinzessin mit Handy, das war sehr lustig“, erzählt Jennifer. Texte lernen, das fällt ihr nicht schwer. Es sei wie Gedichte lernen, man müsse es nur immer wieder durchlesen. Doch mal etwas zu vergessen, sei gar nicht schlimm, dann werde eben improvisiert. Wie im Weihnachtskrimi. „Es macht Spaß, in eine andere Rolle zu schlüpfen“, sagt sie.

Das aktuelle ist das dritte Stück der Puppentheatergruppe der Oberschule Bischofswerda. Die Puppen sind selbst gemacht. Einmal die Woche wird für zwei Stunden geprobt. Was dabei herausgekommen ist, das bekamen die Fünftklässler der Schule bei zwei Aufführungen zu sehen. Ebenso die Senioren des Betreuten Wohnens der Volkssolidarität in Bischofswerda bei ihrer Weihnachtsfeier. „Jeder Auftritt macht großen Spaß“, darin sind sich die Schüler der Theatergruppe einig. Nachdem im vergangenen Schuljahr einige mehr dabei waren, würden sie sich jetzt über neue Mitstreiter freuen.

Lebendiger Adventskalender ab heute täglich 17 Uhr Treff am Rathaus Bischofswerda.