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Döbeln

Hobbywinzer klagen über Trockenheit

Das dritte Jahr gibt es keine große Ernte für die Döbelner. Aber der Weinbauverein hat auch Pläne für die Zukunft.

Ein Bild aus besseren Tagen: Vor drei Jahren hat Hobbywinzer Johann Kehl zum vorerst letzten Mal ordentlich in seinem Weinberg geerntet.
Ein Bild aus besseren Tagen: Vor drei Jahren hat Hobbywinzer Johann Kehl zum vorerst letzten Mal ordentlich in seinem Weinberg geerntet. © Archiv/André Braun

Döbeln. Der Rotwein der Sorte Regent des Jahrgangs 2017 war ein sehr guter. 400 Liter hat Johann Kehl damals gekeltert, und die werden noch eine Weile reichen müssen. Es wird wohl das dritte Jahr in Folge, dass der Hobbywinzer in seinem Weinberg nicht viel ernten wird. Im Mai kam der Frost in die Blüte. Die Trauben, die trotzdem an den Reben hängen, wachsen nicht von der Stelle. Es ist zu trocken. 

Die Reben der Sorte Regent stehen zwar schon zehn Jahre lang im Weinberg, können mit ihren langen Wurzeln aber trotzdem nicht genügend Wasser aus dem Granitschiefer holen. „Bis in 1,80 bis zwei Metern Tiefe herrscht totale Trockenheit“, sagt Kehl. 

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Schafft ein Brunnen Abhilfe?

Er macht sich Sorgen, wie es mit dem Weinbau weitergeht. „Kaum habe ich mich ins Weinmachen eingefuchst, bremst mich die Natur aus.“ Eine Möglichkeit wäre, den Wein zu bewässern. Aber wenn es nicht regnet, gibt es dafür auch nicht genug Wasser. 

Kehl denkt deshalb über einen Brunnen und Probebohrungen auf seinem Grundstück nach. „Es wäre schade um den Weinberg. Es gibt Interessenten im Verein, die ihn gern übernehmen würden.“

Kehl hatte vor knapp neun Jahren mit ein paar anderen Weinliebhabern den Weinbauverein Döbeln und Umgegend 1947 wieder zum Leben erweckt. Er war auch der Ideengeber für das Weinfest, das im vergangenen Jahr zum zehnten Mal gefeiert wurde. Er hat sich nach Unstimmigkeiten aus der Organisation komplett zurückgezogen.

Weinverkostung im Klostergut

Und auch im Verein hatte das für Verwerfungen gesorgt. Zwei Vorstandsmitglieder sind ausgetreten. Aber der Verein besteht weiter, mit 15 Mitgliedern. Mario Busch ist als erster Stellvertreter in den Vorstand nachgerückt, Michael Köhler als Schatzmeister, sagte Kehl. Er selbst bleibt Vorsitzender, nachdem er gesundheitliche Probleme hinter sich gebracht hat.

Viele Aktivitäten hat der Verein in diesem Jahr wegen Corona nicht auf dem Plan stehen. Aber er wälzt Pläne, wie es weitergeht. Die Idee: Döbeln kann neben dem Weinfest im Herbst noch eine zweite Veranstaltung um den Wein vertragen. 

„Wir haben mit den Eigentümern des Klosterguts Anlauf genommen, dort im Frühjahr eine Weinverkostung zu organisieren. Das soll eine kleine und feine Veranstaltung werden, die überschaubar ist“, sagte Kehl.

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