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Weiße Rauchsäulen über Roßwein

An die Verbrenntage haben sich die meisten gewöhnt. An andere Pflichten nicht. Kritik gibt es an schlechten Wegen.

© André Braun

Von Heike Heisig

Roßwein. Mehr Bürgerhinweise als in den Ortsteilen haben Bürgermeister Veit Lindner (parteilos), Bauamtsleiterin Petra Steurer und Bauhofchefin Monika Weigel am Mittwoch bei ihrer Runde durch Roßwein bekommen. In einem ersten Teil ging die kleine Gruppe die Straßenzüge zwischen Rathaus, Mulde und ein Stück darüber hinaus ab. Nächsten Dienstag geht es ab 13.45 Uhr in das Stadtgebiet oberhalb des Rathauses. Auch dort sind Anwohner eingeladen, an Ort und Stelle einmal Kritik loszuwerden.

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Diesmal ging es vor allem um den schlechten Zustand von Straßen und Wegen. Einer, der Verbindungsweg zwischen Berg- und Etzdorfer Straße, stand schon vor der Begehung vor zwei Jahren in der Kritik. Mehrere Rentner bemängelten übereinstimmend, dass sich der löchrige und gerade über großen Baumwurzeln holprige Asphalt sehr schlecht laufen lässt, Nutzer mit Rollator oder Kinderwagen und Leute, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, ihre Probleme haben.

Bezüglich der Baumwurzeln gibt es auf diesem Weg keine Möglichkeit der Umgehung. Der schlechte Zustand der Wegoberfläche soll sich durch das Aufbringen eines neuen Belages verbessern. Der Rathauschef sagte diese Sanierung noch für 2018 zu. Ein Angebot soll eingeholt werden.

Gerade am Eingang zur Bergstraße fiel der Gruppe eine Menge Laub im Schnittgerinne auf. Gleiches entdeckte sie ein Stück weiter oben rund um das Grundstück der ehemaligen Turnhalle oder auch auf einem Gehweg an der Uferstraße. Aber auch das Gegenteil kam den Mitarbeitern der Verwaltung unter: An der Gersdorfer Straße war vor einem großen Grundstück sowohl der Fußweg als auch das Schnittgerinne blitzeblank gekehrt.

Polizeiordnung wird ignoriert

Am vergangenen Wochenende war Frühjahrsputz in Roßwein und den Ortsteilen angesagt. Monika Weigel bestätigte, dass ihre Mitarbeiter vom Bauhof eine Reihe von Kehrrichthaufen eingesammelt haben. „Also es gab schon Leute, die dem Aufruf gefolgt sind und sich am Frühjahrsputz beteiligte haben“, so die Leiterin des Baubetriebshofes. Trotzdem ist sie unzufrieden darüber, dass ein doch beachtlicher Teil der Grundstückseigentümer die Polizeiordnung von Roßwein ignoriert. Nach der ist das regelmäßige Kehren von Fußweg und Schnittgerinne eine Pflicht der Hauseigentümer. Weil die eben nicht erledigt wird, springen die Bauhofmitarbeiter häufig ein. Schnellstens wird das jetzt auf der Bergstraße dort passieren, wo Laubberge über den Straßeneinläufen liegen. „Sonst saufen beim nächsten großen Regenguss die Nachbarn ab und es gibt ein großes Theater“, erklärt Monika Weigel, weshalb sie lieber selbst Abhilfe schafft, statt die Grundstückseigentümer wieder und wieder anzuschreiben und aufzufordern, ihren Pflichten nachzukommen. „Die Wenigsten tun das“, so ihre Erfahrungen.

Weil die zehn Bauhofmitarbeiter mit dem Kehren der Schnittgerinne nicht hinterherkommen würden, mietet sich die Kommune für zwei Wochen eine Kehrmaschine von der Stadt Döbeln. Diese müsste theoretisch gerade im Stadtgebiet von Roßwein im Einsatz sein, die Folgewoche in den Ortsteilen. Praktisch ist sie das nicht, weil sie kaputt ist. Daher kann Monika Weigel im Moment nur die ebenfalls gemietete Technik einsetzen, die das Reinigen der Straßeneinläufe erleichtert. Zweimal im Jahr ist die Besatzung dieses Fahrzeuges damit in der Stadt und den Ortschaften unterwegs. Eine vierstellige Zahl an Straßeneinläufen ist von Laub und anderem Dreck zu befreien.

Laub und Gartenabfälle dürfen in Sachsen im April verbrannt werden. Roßwein ruft die Gärtner dazu auf, das Verbrennen auf zwei Tage zu beschränken, damit die Stadt nicht einen ganzen Monat lang unter einer Dunstglocke liegt. Daran scheinen sich offenbar eine Reihe von Garten- und Grundstückseigentümern in Sparten und auch in der Innenstadt zu halten, wie die vielen weißen Rauchsäulen am Mittwoch bewiesen. Dem Bürgermeister zeigten sie: „Wir machen mit den Terminvorgaben alles richtig“, findet er.