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Bautzen

Weißenberg freut sich auf den Schulneubau

Am Freitag wurde der Grundstein für das Gebäude gelegt. Bis dahin war es ein langer Weg.

Nach der Grundsteinlegung für den Neubau der Freien Mittelschule Weißenberg ließen Lehrer, Schüler, Eltern und Mitglieder des Trägervereins hunderte Luftballons in den Stadtfarben Blau-Gelb in den Himmel steigen.
Nach der Grundsteinlegung für den Neubau der Freien Mittelschule Weißenberg ließen Lehrer, Schüler, Eltern und Mitglieder des Trägervereins hunderte Luftballons in den Stadtfarben Blau-Gelb in den Himmel steigen. © Carmen Schumann

Weißenberg . Ein bisschen träumen darf man jetzt schon. Die Weißenberger Achtklässler Marcel Scholze und Florian Neu freuen sich auf tolle aktuelle Technik in den Klassenzimmern und überhaupt auf eine bessere Unterrichtsgestaltung. Die Jungs dürfen auch voller Vorfreude sein. 

Denn wenn das neue Gebäude der Freien Mittelschule Weißenberg zum Schuljahresbeginn 2020/21 in Betrieb geht, werden sie ihr letztes Schuljahr noch in den neuen Räumen absolvieren können. So ist es jedenfalls geplant. Und der Freitag, der Tag der Grundsteinlegung, macht Hoffnung, dass es gelingen kann.

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Direkt neben dem Container-Provisorium, in dem die Schüler seit nunmehr zehn Jahren unterrichtet werden, lässt die bereits ausgehobene Baugrube die Dimension des Schulneubaus erahnen. Am 8. April war mit den Arbeiten begonnen worden. In der Grube klafft ein noch tieferes Loch, über das sich manche Betrachter schon wunderten. Norman Retzlaff vom Schulträgerverein klärt die Neugierigen auf: „Hier entsteht der Fahrschulschacht“.

Auch er und seine Mitstreiter vom Trägerverein Sven Schneider und Barbara Schilling sind voller Vorfreude. Denn der Tag der Grundsteinlegung markiert das Ende eines langen steinigen Weges. Dass es so lange dauern würde, bis alle Vorbereitungen unter Dach und Fach sind, hatte man anfangs nicht vermutet. Die Containerlösung sei ursprünglich auf fünf Jahre ausgelegt gewesen. Aber den Weißenbergern ist durchaus bewusst, dass auch andere Schulträger auf ihren Anteil aus dem Fördertopf des Freistaates Sachsen hoffen. Der Fördermittelbescheid war im Sommer 2017 eingetroffen. Der Freistaat fördert 40 Prozent von der Gesamtsumme in Höhe von 4,5 Millionen Euro, das heißt 1,4 Millionen. Der Eigenanteil wird durch einen Kredit der Kreissparkasse Bautzen und durch Spenden aufgebracht. Die Spendenaktion läuft bereits seit 2015.

Große Nachfrage von Anfang an

Da bekanntlich „Kleinvieh auch Mist macht“, waren die Besucher der Grundsteinlegung aufgefordert, Samenbeutelchen für Bienenwiesen zu kaufen, womit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden können. Zum einen hilft es dem Spendenaufkommen, zum anderen den Insekten. Wer eine größere Summe locker machen kann, darf sich in Form eines persönlichen Namenssteins im Schulneubau verewigen. Die Spender sollten mindestens 100 Euro an den Schulträgerverein überweisen und bekommen einen von einem Schüler selbst gestalteten Stein.

Nachdem die staatliche Schule in Weißenberg 2004 geschlossen wurde, nahm die Freie Mittelschule mit 19 Fünftklässlern 2006 ihren Betrieb auf. Sie läuft seitdem einzügig. Doch die Nachfrage sei stets größer gewesen, als die Möglichkeit, sie zu decken, sagt Schulleiterin Manuela Ertel, eine der Lehrerinnen der ersten Stunde. Bereits seit 2008 können nicht mehr alle Anfragen positiv beschieden werden. Viele Eltern meldeten ihren Kinder schon drei bis vier Jahre im voraus an. Zurzeit lernen hier 145 Schüler. Durch den Neubau könne der Schulstandort gesichert werden. Worauf Manuela Ertel besonders stolz ist: Fast auf den Tag genau vor fünf Jahren erhielt die Schule den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Seit 2015 tragen alle Schüler eine einheitliche Schulkleidung.

Bevor der offizielle Akt der Grundsteinlegung vollzogen wurde, zeigten die Schüler einen Querschnitt durch ihr musikalisches Tun. „Happy“, der Titel des Schulchores passte so richtig zum Tage. Einen besonderen Glanzpunkt setzte Tobias Fritzsche, der die Schule im Vorjahr verlassen hatte. Am E-Piano spielte er ein eigens von ihm komponiertes Stück. Und was alle erfreute: Der frühere Schüler äußerte die Absicht, als Lehrer an seine alte Schule zurückkehren zu wollen. Er wird dann ein Gebäude vorfinden, das nicht nur mehr Platz, sondern auch mehr Licht, bessere Pausenräume, einen verbesserten Lehrer- und Verwaltungsbereich aufweisen wird.

Eine ungefähre Vorstellung, wie das neue Haus mal aussehen wird, konnte man sich anhand eines Gebäckstückes machen, das die „Tortenzauberin“ Ingrid Tschipke aus Nechern gebacken hatte. Nachdem die Kassette mit Zeitungen, Geldstücken, der Schulchronik und anderen Dokumenten in den Grundstein versenkt worden war, stiegen hunderte Luftballons in den Stadtfarben Blau-Gelb in den Himmel. Bürgermeister Jürgen Arlt (parteilos) sagte, es sei ein schöner Tag für Weißenberg, an dem einem das Herz aufgehe.