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AfD-Chef kritisiert Kretschmers Corona-Politik

Tino Chrupalla appelliert Freitagabend bei einer Demo auf dem Markt in Weißwasser, die Verantwortlichen zu nerven.

Von Sabine Larbig
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Tino Chrupalla.
Tino Chrupalla. © Archivfoto: Martin Schneider

Weißwasser. Obgleich die genehmigte Demonstration kurzfristig angesetzt und nur über soziale Medien beworben wurde, kamen über 100 Menschen aus und um Weißwasser auf den Markt von Weißwasser, um dort gegen die Corona-Politik von Bund und Land zu demonstrieren. Aufgerufen zur Demonstration hatte die AfD, die bei der Demo mit eigener Parteiprominenz aufwartete. Zu den Rednern zählten Tino Chrupalla (MdB) und der Löbauer Mario Kumpf (MdL). Wohl auch ein Grund, weshalb viel Polizei zur Sicherung der – stets friedlich gebliebenen – Aktion vor Ort war.

Anlass für die kurzfristige Demo war die wegen der hohen Inzidenzzahl seit Sonnabend im Landkreis Görlitz von 22 bis 6 Uhr für Ungeimpfte geltende Ausgangssperre. Doch nicht nur das trieb die Impfgegner mit und ohne AfD-Mitgliedschaft nach fast halbjähriger Demo-Pause in Weißwasser wieder auf die Straße und zu einem anschließenden Autokorso.

1.000 Euro für Gesundheits-Arbeiter!

So erklärte Mitinitiator und AfD-Stadtrat Hermann Holdt unter Beifall, dass Ungeimpfte in Deutschland stigmatisiert und ausgegrenzt würden. „Aus unserer Sicht ein Rechtsbruch“, so Holdt, der erklärte, dass „jeder Mensch das Recht auf freie Entscheidung über seinen Körper“ habe. „Wir werden nicht leise sein und unser Recht einfordern. Es darf keine Impfpflicht geben und Hände weg von unseren Kindern!“

Appelliert, weiter Zeichen zu setzen und sich durch die Politik nicht spalten zu lassen, hat auch Tino Chrupalla an die Anwesenden. Und er warf Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) vor, „seinen Job nicht mehr gewachsen“ zu sein. Warum, so Chrupalla mit Blick auf die Corona-Lage, habe Sachsen 300 Intensivbetten in Kliniken abgebaut? Warum würden nicht jedem Mitarbeiter im Gesundheitswesen, der die Arbeit leiste, einfach 1.000 Euro zusätzlich gezahlt? „Geld ist genug da“, so der Bundestagsabgeordnete. „Befragt die Verantwortlichen. Nervt sie. Bleibt geschlossen und haltet zusammen!“

Mit „Das Bild hier ist grandios. So viele Leute zeigen Gesicht“ begann Mario Kumpf seine Rede vor den Demo-Teilnehmern. Die Corona-Regelungen nannte er „Dressur der Massen unter dem Deckmantel der Fürsorge“und öffentliche Berichterstattungen zur Lage als „Unterwürfigkeit der Medien, die an Hetze grenzt“. Aber auch zum bislang missglückten Strukturwandel wurde sich geäußert. So erklärte Ronny Henschel (35), Mitarbeiter eines Energiekonzerns, dass der für 2030 anvisierte Kohle-Ausstieg „ein herber Schlag für die Region“ sei. „Wie sollen wir noch junge Leute für den Tagebau bekommen und halten und was wird aus der Region?“. Zu Corona sagte er: „Die Leute gehen brav arbeiten, impfen, testen. Doch wie soll weitergehen?“Am Freitag soll es die nächste Demo geben.

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