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Bäume am Springbrunnen sollen weg

Die Roteichen werden bei der Neugestaltung am Wasserturm in Weißwasser aber ersetzt. Das alte Betonbecken ebenso.

Franziska Graetz, Mitarbeiterin im Bereich Stadtentwicklung in der Stadtverwaltung Weißwasser, zeigt den Plan für die künftige Gestaltung der Sprinbrunnenanlage vor dem Wasserturm in Weißwasser.
Franziska Graetz, Mitarbeiterin im Bereich Stadtentwicklung in der Stadtverwaltung Weißwasser, zeigt den Plan für die künftige Gestaltung der Sprinbrunnenanlage vor dem Wasserturm in Weißwasser. © Rolf Ullmann

Besiegelt ist das Schicksal der elf Roteichen vor Weißwassers Wahrzeichen, dem Wasserturm: Noch im Februar wird die Bautzener Firma Knorre in dem Areal an der Bautzener Straße ihre Motorsägen ansetzen, um die etwa anno 1910 gepflanzten Bäume abzuholzen. Im Rathaus ist man sich darüber im klaren, dass ein solcher Eingriff zu einem sensiblen Thema wird und bei vielen Bürgern Fragen nach dem Warum und Wieso aufwirft.

Was es damit auf sich hat, erläuterten jetzt Franziska Grätz und Karsten Kliebisch aus dem Bereich Stadtplanung. Die Anlage vor dem Wasserturm wird komplett neu gestaltet. In der Vorbereitung darauf wurden auch die Roteichen genauer unter die Lupe genommen. Ein Sachverständiger aus dem Rathaus schätzte auf Grund seiner Untersuchungen ein, „dass sich alle Bäume in einem sehr mäßigen Zustand befinden.“ Nach den Worten von Stadtplaner Karsten Kliebisch wurde dies durch eine weitere, davon unabhängige Untersuchung einer Sachverständigenfirma dann bestätigt. Deren Urteil fiel sogar noch drastischer aus. Das ließ für die Verwaltung nur einen Schluss zu: Die Roteichen werden gefällt!

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Sichtachse mit neuen Bäumen

Bis zum 28. Februar, dem Beginn der Vegetationsperiode, müssen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Im Herbst, voraussichtlich im November, werden dafür Säulenbuchen gepflanzt – und zwar in der gleichen Anordnung wie die jetzigen Schattenspender. Die neuen Bäume bilden dann wiederum eine Allee als Sichtachse, die auf den Wasserturm ausgerichtet ist. „Wir haben uns für diese Baumart entschieden, da sie widerstandsfähiger gegen Wassermangel ist und nicht wie ihre Vorgänger Eicheln verstreut. Denn diese mussten oft mühsam entfernt werden“, sagte Karsten Kliebisch. Er verwies auf die über 100-jährige Geschichte der Anlage. In der Stadtverwaltung existiere ein Foto aus deren Frühzeit, die den Baumbestand dokumentiert. Die Roteichen waren von Beginn an ein prägendes Element im Gesamtbild der Anlage. Das wird auch mit den neuen Bäumen wieder so sein. Denn die Weißwasseraner sollen sich auch in Zukunft an der umgebauten Anlage erfreuen und sich dort wohlfühlen können.

Seit langem braucht der Springbrunnen am Fuße des Wasserturms eine Generalüberholung. Das Becken wurde in den 30er-Jahren gebaut. Mit 25 Metern ist es genauso lang wie das in der Schwimmhalle nebenan, nur nicht so breit und nicht so tief. Bis heute arbeitet der Brunnen mit Wasserpumpen aus dem Jahr 1979.

Alte Anlage zu kostenintensiv

Mehr als 2.000 Euro steckt die Stadt jedes Jahr allein in Instandsetzungsarbeiten, um den Brunnen überhaupt am Laufen zu halten. Da sind die Kosten für die Abdichtung des Beckens noch gar nicht dabei. Das war in den vergangenen Jahren schon nicht mehr gemacht worden.Angesichts der immensen Kosten dort – die Stadt betreibt auch noch drei weitere Springbrunnen – ist die Verwaltung schon länger mit der Frage beschäftigt, wie es mit dem Springbrunnen am Wasserturm weitergehen soll. So reifte die Idee, statt einer Modernisierung eine gänzlich neue Anlage zu gestalten. Im Bau- und Wirtschaftsausschuss des Stadtrats (BWA) hatte Planerin Kerstin Große aus Dresden im Juli 2020 einen Entwurf vorgestellt. Dazu traf man sich vor Ort am Springbrunnen und dann zur Diskussion in der Schwimmhalle.

Bezogen auf das Betonbecken des Brunnens hatte Hartmut Schirrock (Klartext) wohl den meisten Räten aus dem Herzen gesprochen: „Wir sind uns einig, dass wir die «Badewanne» nicht mehr haben wollen.“ Das marode Betonbecken wird abgerissen. Stattdessen werden auf gerader Fläche Düsen für ebenerdige Fontänen installiert. Das Material der Fläche soll sich vom Weg um die Fontänen herum abgrenzen. Die Mitglieder des BWA hätten am allerliebsten ein Stadtwappen.

„Für Kinder wird es eine Erfrischung, wenn sie durch die Wasserfontänen rennen können“, freute sich OB Torsten Pötzsch (Klartext) schon im vorigen Jahr auf das Ergebnis der Neugestaltung. Aber auch die Erwachsenen werden durch den Wegfall der steinernen Umrandung viel näher am Wasser dran sein. Inzwischen steht fest, dass es acht Fontänen geben soll. Aus Spezialdüsen wird das Wasser zwischen 60 Zentimeter und zwei Meter in die Höhe schießen. Mit LED wird das Ganze energiesparend beleuchtet. Wie von den beiden Stadtplanern zu erfahren war, wird das ebenerdige Fontänenfeld ebenso wie die Bäume auf den Wasserturm ausgerichtet.

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