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Bauaufträge für die Kita Ulja vergeben

Explodierende Preise machen Weißwasser zu schaffen. Denn die Mehrkosten sind nur bedingt auszugleichen.

Bauleiter Yeni Ali zeigt den Plan mit den 36 Containerstellplätzen für das Interimsquartier der Kita Ulja. Die Adapteo GmbH aus Frankfurt am Main hatte in der europaweiten Ausschreibung das günstigste Angebot vorgelegt und war deutlich unter der Kosten
Bauleiter Yeni Ali zeigt den Plan mit den 36 Containerstellplätzen für das Interimsquartier der Kita Ulja. Die Adapteo GmbH aus Frankfurt am Main hatte in der europaweiten Ausschreibung das günstigste Angebot vorgelegt und war deutlich unter der Kosten © Joachim Rehle

So richtig zur Sache geht es auf der Baustelle für das Ausweichquartier der Kita Ulja in Weißwasser: An der Lutherstraße wird ein Containerstandort mit allem Drum und Dran errichtet, was für die Betreuung der knapp 80 Kinder erforderlich ist. Bis 5. Juli soll das Interimsquartier mit den 36 Containern bezugsfertig sein.

Damit auch das eigentliche Baugeschehen zur Sanierung des Kita-Gebäudes in der Friedrich-Fröbel-Straße in die Gänge kommt, hatte der Bau- und Wirtschaftsausschuss des Stadtrats Weißwasser (BWA) am Dienstag einige Beschlüsse zu fassen. Zunächst schilderte Baureferatsleiterin Dorit Baumeister die aktuelle Marktsituation: Es werde immer schwerer, zum einen überhaupt Firmen zu finden, und zum anderen im finanziellen Rahmen zu bleiben. „Bisher sind wir an der Preisentwicklung ganz gut vorbeigeschlittert, aber gerade in den technischen Bereichen zeichnet sich jetzt eine enorme Verteuerung ab“, erklärte sie.

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Bei den Ausschreibungen und Vergaben für den Containerstandort war die Stadt deutlich unter der Kostenberechnung gebelieben. Dass dabei 58.000 Euro gespart werden konnten, kommt Weißwasser jetzt zugute. „Die Baupreise sind extrem gestiegen – und zwar nicht nur die für Holz und Kunststoff“, gab Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) zu bedenken. Die Preisspirale dreht sich seit einiger Zeit. Allein im vergangenen Monat sind die Preise um zehn Prozent gestiegen. Dass zudem viele Baufirmen und Handwerksbetriebe sehr gut ausgelastet sind, bekommen private wie öffentliche Bauherren gleichermaßen zu spüren. Auch die Stadt Weißwasser, die die Kita Ulja sanieren will, wo zum Beispiel die Sanitäranlagen erneuert, ein Blockheizkraftwerk eingebaut und ein Nebengebäude saniert werden sollen.

Kaum Angebote von Firmen

In der Ausschreibung zu den Leistungen des Bauhauptgewerks hatte zwar eine Firma die Unterlagen abgefordert, es ging jedoch kein einziges Angebot ein. Wie die Baureferatsleiterin informierte, wurde daraufhin die öffentliche Ausschreibung aufgehoben. Im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung wurden die Unterlagen an vier Firmen verschickt. Von den zwei Angeboten erwies sich das der Firma Hoch- und Ausbau Detlef Wolsch als das wirtschaftlichste. Das Unternehmen aus Weißwasser bekam den Zuschlag für 152.500 Euro.

Für das Los 4 – Bauelemente hatten sieben Firmen die Unterlagen abgefordert, letztlich aber nur zwei ihre Angebote abgegeben. Das der Firma Bau- und Möbeltischlerei Walter Henker, Inhaber Ralf Henker e. K. aus Gaußig, erwies sich mit 67.100 Euro als das wirtschaftlichste. Auf Grund eines Gutachtens zu Bauphysik und Brandschutz musste der Auftrag erweitert werden. Nach Aussage des OBs liegen damit die Kosten um 28 Prozent über der ursprünglichen Berechnung vom Oktober 2020.

Hier hängt einer der Container am Haken.
Hier hängt einer der Container am Haken. © Joachim Rehle

Auch im Elektrobereich wurde die öffentliche Ausschreibung aufgehoben, da sich nur eine Firma beteiligt hatte, deren Preis zu hoch ausfiel. In der folgenden beschränkten Ausschreibung gab die Firma ERF Elektro-Elektronik GmbH aus Weißwasser das wirtschaftlichste der drei Angebote ab. Es lag mit 166.100 Euro um 23 Prozent über der Kostenberechnung. Die zuvor nicht eingeplante Außenbeleuchtung für 15.600 Euro soll trotzdem ausgeführt werden. Die Polizeiliche Beratungsstelle hatte, um den Schutz vor Einbrechern zu erhöhen, eine mit Bewegungsmeldern gesteuerte Außenbeleuchtung empfohlen.

In der öffentlichen Ausschreibung für die Lüftungsanlagen ging kein einziges Angebot ein, weshalb diese ebenfalls aufgehoben wurde. In der beschränkten Ausschreibung wurden die Unterlagen an drei Firmen verschickt. Lediglich die GTS Boxberg GmbH reichte ein Angebot ein, welches als wirtschaftlich bewertet wurde, wobei auch hier eine Kostenüberschreitung von 34 Prozent zu verzeichnen ist. Für 61.600 Euro wird das Unternehmen beauftragt.

Kürzungen und Streichungen

Alle vier Beschlüsse fasste der BWA einstimmig. Die Kostenüberschreitungen sind der Marktlage geschuldet. Die Mehrkosten werden zwar durch am Containerstandort eingesparte Mittel gedeckelt, doch diese sind damit aufgebraucht. Dabei zeichne sich laut Dorit Baumeister schon jetzt ab, dass auch Heizung und Dachdecker erheblich teurer werden. Die Aufträge dafür wird der Stadtrat zu vergeben haben. Eine Kontrolle der Gesamtkosten führte zu der Entscheidung, dass die Stadt kürzen und Leistungen für knapp 60.000 Euro streichen wird. Wie im BWA zu vernehmen war, werde auf Dinge verzichtet, die nicht verpflichtend sind oder die man nachrüsten kann.

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