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Braunsteichbrücke soll saniert werden

Die marode Brücke beschäftigt Stadt und Bürger von Weißwasser schon länger. Was das Ganze überhaupt kostet, das soll jetzt ein Sachverständiger ermitteln.

Die 200 Meter lange Braunsteichbrücke führt in ein geschütztes Erholungsgebiet. Verwitterung und Abnutzung haben ihr stark zugesetzt. Was eine Sanierung kosten würde, soll ein Experte jetzt ermitteln.
Die 200 Meter lange Braunsteichbrücke führt in ein geschütztes Erholungsgebiet. Verwitterung und Abnutzung haben ihr stark zugesetzt. Was eine Sanierung kosten würde, soll ein Experte jetzt ermitteln. © Joachim Rehle

Weißwasser. Für einen Winterspaziergang ist das Gelände am Braunsteich zwischen Weißwasser und Weißkeißel wie geschaffen. Die Braunsteichbrücke erschließt Naturfreunden – Einheimischen wie Touristen – ein geschütztes Erholungsgebiet. Allerdings hat das Bauwerk über die Jahre erheblich an Substanz verloren. Um es erhalten und weiterhin nutzen zu können, wird eine Sanierung immer dringlicher.

Seit geraumer Zeit beschäftigt dieser Gedanke engagierte Bürger in Weißwasser. Angesichts der Haushaltslage der Stadt hatten einige bereits signalisiert, sich mit Spenden an der Finanzierung beteiligen zu wollen. Doch dazu müsste erst einmal klar sein, wie teuer eine solche Sanierung überhaupt wäre, ob die Möglichkeit der Förderung besteht und wie hoch der Eigenanteil der Stadt ausfallen würde. Um all das bewerten zu können, bedarf es der Kostenschätzung durch einen Experten. Die Fraktion Klartext des Stadtrats hat deshalb beantragt, in den Haushalt für 2021 einen Betrag von 10.000 Euro einzustellen. „Mit dem Geld soll eine Kostenermittlung für den zu erwartenden Sanierungsaufwand möglich gemacht werden“, begründete Andreas Friebel. Es wäre jedenfalls ein erster Schritt. Auch soll die Stadt prüfen, ob schon die Kostenschätzung durch einen Sachverständigen gefördert werden kann.

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Summe wird sogar verdoppelt

Beide Ausschüsse des Stadtrats haben sich mit dem Antrag befasst. Einstimmig befürworteten ihn beide Gremien. Und nicht nur das. Wie Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) in der jüngsten Sitzung des Stadtrats informierte, habe man sich darauf verständigt, die Summe zu verdoppeln und 20.000 Euro in den Haushalt 2021 einzustellen. Diesem Vorschlag folgte auch der Stadtrat einstimmig.

Die Braunsteichbrücke liegt den Weißwasseranern sehr am Herzen. Vor mehr als 50 Jahren war die 200 Meter lange Fußgängerbrücke gebaut und Mitte der 1990er- Jahre saniert worden. Leider war die Holzbrücke danach immer wieder Zielscheibe für Vandalismus. Mehrere Tausend Euro nahm die Stadt über die Jahre in die Hand, um die Schäden zu beseitigen und Reparaturen auszuführen. Das allerdings reicht nicht mehr. Im Frühjahr 2019 machte Baureferatsleiter Thomas Böse den Bauausschuss auf Verwitterung, Abnutzung und den insgesamt schlechten Zustand der Brücke aufmerksam. Daraufhin schlugen nicht nur im Ausschuss die Wellen hoch. In den sozialen Netzwerken kochten seinerzeit die Emotionen regelrecht über.

In zwei Bürgerforen nahm sich die Wählervereinigung Klartext der Sache an. Für eine Sanierung der Brücke standen Kosten von 300.000 Euro im Raum. Eine Summe, die die Stadt nicht mal eben so aufbringen kann. Das veranlasste Klartext im März 2020 zu einem Spendenaufruf – mit dem ehrgeizigen Ziel, 100.000 Euro für die Brücke zusammenzutragen. Von Klartext angeschoben, sollte der Erhalt der Braunsteichbrücke zu einem Gemeinschaftsprojekt der Bürger der ganzen Stadt werden. Der Stadtverein Weißwasser erklärte sich bereit, Aktionen zu koordinieren. Spontan fanden sich nach jenem Forum die ersten 150 Euro in einer Spendenbox wieder.

Eigentlich wollte man sich acht Wochen später treffen, um aus den ersten Ideen Nägel mit Köpfen zu machen. Doch Corona durchkreuzte sowohl die weitere Zusammenkunft wie auch Planung und Umsetzung erster Spendenaktionen ganz gehörig. Aus den Augen wurde die Braunsteichbrücke dennoch nicht verloren, wie der Antrag der Fraktion Klartext und der Beschluss des Stadtrats nun zeigen.

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