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Das sind die Bilder vom Volkshaus-Brand

Am Sonntag brannte in Weißwasser ein Stück Stadtgeschichte ab. 200 Kräfte aus dem gesamten Umland halfen beim Löschen.

Am Sonntagnachmittag brannte das Volkshaus in Weisswasser.
Am Sonntagnachmittag brannte das Volkshaus in Weisswasser. © xcitepress/Christian Essler

Die Nachricht, dass das Volkshaus brennt, verbreitete sich Sonntagnachmittag so schnell wie die Flammen im Gebäude. Rund um die Absperrungen standen Weißwasseraner, sahen ungläubig und traurig zu, wie der Ort vieler schöner Erinnerungen ein Flammenopfer wurde. Während die einen per Handy Fotos und Videos verbreiteten, waren unmittelbare Anwohner wie Familie Ulbrich froh, dass die Feuerwehr ein Übergreifen der Flammen auf ihr Grundstück verhinderte. „Es ist ein großes Glück, dass niemandem was passierte. Aber ein Wahrzeichen der Stadt ist abgebrannt“, sagen sie.

Wie es zum Brand kam, ist bisher unklar. Klar ist dagegen, dass mehrere Anwohner Feuerwehr und Polizei verständigt hatten, bei denen um 15.34 Uhr der Vollalarm einging. Nur etwa zehn Minuten später waren Andreas Hanl, Löschgruppenführer der Feuerwehr Weißwasser, und seine Kameraden als erste am Volkshaus. „Als wir losfuhren, sahen wir schon dicke schwarze Rauchschwaden. Beim Ankommen loderten die Flammen bereits aus den Fenstern“, erzählt Hanl. Mit seinem Trupp legte er, zum Schutz der Nachbargebäude, zuerst Schutzrohre an.

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Wenige Minute später sind die Feuerwehren der Umlandgemeinden und aus Spremberg, Katastrophenschutz, Rettungskräfte, weitere Polizeikräfte und die gesamte Führungsgruppe der Wehr Weißwasser vor Ort. Insgesamt kämpfen 200 Einsatzkräfte gegen die Flammen. Ihre Aufgaben: Außenbrandbekämpfung und, so weit wie gefahrlos möglich, Innenbrandbekämpfung. Plötzlich fällt laut krachend das Dach überm Volkshaus-Saal ein, scheppert der riesige Saal-Kronleuchter auf die Straße und zerfällt. „Ich war schon beim ersten Brand im Einsatz und nun wieder. Es ist traurig, da es nun wohl das Ende des Gebäudes ist“, meint Andreas Hanl.

Bis in die Abend- und Nachtstunden löschten die Wehren vom Schleifer Kirchspiel über Gablenz bis Weißkeißel.
Bis in die Abend- und Nachtstunden löschten die Wehren vom Schleifer Kirchspiel über Gablenz bis Weißkeißel. © Sabine Larbig
Das Feuer griff auch auf Nebengebäude und Anbau über.
Das Feuer griff auch auf Nebengebäude und Anbau über. © Sabine Larbig
Die Feuerwehren versuchten auch, von Drehletern aus zu löschen, hatten aber letztlich keine Chance, das Einstürzen der Dächer zu verhindern.
Die Feuerwehren versuchten auch, von Drehletern aus zu löschen, hatten aber letztlich keine Chance, das Einstürzen der Dächer zu verhindern. © Sabine Larbig
Das ganze Ausmaß des Schadens war am Montag sichtbar.
Das ganze Ausmaß des Schadens war am Montag sichtbar. © Sabine Larbig

Während einige Kameraden in Vollschutz und Atemmaske im Saalbereich löschen, entwickeln sich in Nebengebäude und Anbau weitere Brände. „Drinnen ist Feuer bis zum Dach“, informiert André Glowna von der Feuerwehr Weißkeißel, die unter anderem beim flachen Anbau eingesetzt ist. „Es ist echt toll zu erleben, wie prima das Zusammenspiel der vielen Wehren klappt“, lobt der Chef der Weißwasseraner Feuerwehr den Einsatz aller Kameraden, die bis in die Nacht unermüdlich löschen. Sie können zwar dennoch nicht verhindern, dass letztlich drei Dächer einstürzen, was sowohl zur Brandwache als auch zu vielen Abstimmungsgesprächen mit eingetroffenen und eigens angeforderten Experten wie Baustatikern, Brandursachenermittlern, Fachberatern Gebäudeeinsturz und Kräften vom Technischen Hilfswerk Sachsen führt. Erkundet und beraten wird zudem noch vor Mitternacht, auch mit Hilfe von Drohnen-Bildern, wie eine Gebäudesicherung machbar ist und erfolgen kann.

Und noch während der Löscharbeiten kocht in Weißwasser die Gerüchteküche bezüglich möglicher Brandursache und Brandstiftern. Dass ein gelegter Brand die Ursache war, vermuten nicht nur Einwohner, sondern auch Kameraden und Anwohner. Schließlich steht das Volkshaus seit 2004 leer, sind weder Strom noch Heizung angeschlossen, gab es in den letzten Wochen keine Hitzeperiode als mögliche Brandursache. Noch sind das alles Vermutungen, ermitteln Experten.

Indes zeigt sich Dorit Baumeister „geschockt und wütend“ vom Brand. Die Leiterin Referat Bau der Stadt war Sonntag mit OB Pötzsch viele Stunden am Unglücksort. „Ich weiß, dass die Menschen große emotionale Bindung an das Volkshaus haben. Und ich bin selbst traurig, dass es durch den Brand als Vertreter der Architektur der Moderne so stark beschädigt und wertvolle Substanz für immer verloren ist.“

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