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Doch kein langer Einkaufssonnabend

Am 19. Juni sollten die Geschäfte in Weißwasser bis 18 Uhr öffnen. Doch leichter gedacht als getan. Denn es spricht einiges gegen die gut gemeinte Idee.

Wir kaufen derheeme – mit diesem Motto sollten die Weißwasseraner für den Einkauf vor Ort sensibilisiert werden. Am Sonnabend sollten die Geschäfte bis 18 Uhr öffnen. Das ist abgeblasen. Jetzt sucht man nach einer anderen Idee.
Wir kaufen derheeme – mit diesem Motto sollten die Weißwasseraner für den Einkauf vor Ort sensibilisiert werden. Am Sonnabend sollten die Geschäfte bis 18 Uhr öffnen. Das ist abgeblasen. Jetzt sucht man nach einer anderen Idee. © Constanze Knappe

Weißwasser. Während der Termin- und Testpflicht für Geschäfte waren die Innenstädte leer. Nach der Aufhebung dieser Pflichten im Handel müssen vor allem in kleineren Orten die Kunden erst wieder ans Einkaufen herangeführt werden. Es gelte, mit vielen kleinen Dingen ihre Aufmerksamkeit zu wecken, sagt Weißwassers Citymanager Frank Lublow. Und das könne am besten bei einem langen Einkaufssonnabend passieren. Das Anliegen der verlängerten Öffnung war von einzelnen Händlern an ihn herangetragen worden. Frank Lublow befand: das müsse man schnellstmöglich umsetzen. An diesem Sonnabend, dem 19. Juni, sollten die Geschäfte in Weißwasser bis 18 Uhr öffnen dürfen, so das Angebot der Stadt.

Nur zwei haben sich gemeldet

Doch dazu kommt es nicht. Zu unterschiedlich ist die Resonanz innerhalb der Händlerschaft darauf. Das hatte sich bereits am Montag im Haupt- und Sozialausschuss des Stadtrates (HSA) angedeutet. Dort hatte Stadtrat Andreas Kaulfuß (CDU) im Namen mehrerer Händler erklärt, dass sie alle sehr froh darüber seien, dass fürs Einkaufen nur noch Masken und Abstand gefordert und die anderen Beschränkungen weggefallen sind. „Die Händlerschaft freut sich, wenn die Stadt etwas anschiebt“, fügte er an. Dann räumte er aber ein, dass es auch Vorbehalte gebe. Zur Sprache kam vor allem das Argument, dass wegen der am 19. Juni stattfindenden Jugendweihen die Kunden wegbleiben würden.

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Das sieht Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) ein bisschen anders: Schließlich würden ja nicht alle Weißwasseraner Jugendweihe feiern. Nach der langen Zeit der Beschränkungen gebe es Bedarf, durch Geschäfte zu bummeln. „Ich bin fürs Machen, aber ich bin auch kein Händler“, betonte der OB. Im HSA schlug er am Montag vor, dass der Citymanager nochmals Kontakt zu Händlern aufnimmt.

Bis Mittwochmittag sollten sie sich bei Frank Lublow zurückmelden. Gerade zwei haben das getan. „Aber wegen zwei Geschäften einen langen Einkaufssonnabend auszurufen, macht wenig Sinn. Da wäre das Negativerlebnis schon vorprogrammiert“, erklärt der Citymanager. Auf Nachfrage von TAGEBLATT bestätigt er, dass die Aktion für den 19. Juni abgeblasen ist. Auch das Banner an der Glasfachschule wurde gestern Nachmittag wieder entfernt.

Neben der Jugendweihe wurden von den Händlern auch die hochsommerlich-heißen Temperaturen benannt, die die Kunden von einem Bummel durch Weißwassers Geschäfte abhalten könnten. Hinzu kommt, dass es für mehrere von ihnen wegen der noch geltenden Kurzarbeit und Überbrückungsgelder nicht einfach sei, die Stunden am Sonnabendnachmittag einzutakten. Das Ergebnis der langen Samstagöffnung würde somit in keinem Verhältnis zum Aufwand stehen. „Ich kann das nachvollziehen, es sind alles gute Argumente“, sagt Frank Lublow.

Man braucht wieder ein Gefühl dafür

Enttäuscht ist der Citymanager nicht. Man werde sich etwas anderes überlegen. Schon in der nächsten Woche soll es weitere Gespräche geben. „Es braucht lange, bis sich bei den Kunden wieder das Gefühl des Einkaufenkönnens einstellt und andersherum bei den Händlern wieder ein Gefühl dafür, wie man die Kunden in die Läden kriegt“, betont er. Von allein werde sich das aber nicht einspielen. Deshalb wäre es auch nicht sinnvoll, mit einer gezielten Aktion bis in den September zu warten.

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