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DRK beendet Hindernislauf zum Umzug

Sachsens Ministerpräsident hat das neue DRK-Zentrum Weißwasser eröffnet – mehr als eine Anerkennung.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (links) äußerte bei der Eröffnung des DRK-Zentrums Weißwasser Lob für die Rot-Kreuz-Arbeit und versprach Hilfe.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (links) äußerte bei der Eröffnung des DRK-Zentrums Weißwasser Lob für die Rot-Kreuz-Arbeit und versprach Hilfe. © Joachim Rehle

Eigentlich sollte am 23. September die Eröffnung der neuen Heimstatt des DRK-Kreisverbandes gefeiert werden. Verbunden mit einem Kinderfest für die benachbarte DRK-Kita. Durch Corona ließ das Vorhaben platzen. „Nun feiern wir im kleinen Rahmen. Noch ist nicht alles fertig. Es fehlt beispielsweise in allen Etagen noch die Dekoration. Aber das machen wir, wenn wieder Geld da ist“, so Barbara Koschkar, DRK-Vorstandsvorsitzende.

Dass das Deutsche Rote Kreuz in Weißwasser umzieht, war geplant. Jedoch nicht der Zeitdruck und die hohe finanzielle Belastung. „2016 hatten wir den Tipp erhalten, dass das frei werdende Geschäftshaus in der Berliner Straße ideal für uns wäre. Ein Jahr später schlossen wir den Kaufvertrag, stellten Anträge auf Fördermittel, die von der Stiftung Deutsches Hilfswerk für den Ausbau der unteren Etagen kamen“, erklärte Koschkar in ihrer Eröffnungsrede . Doch dann habe der Mieter des zweiten Obergeschosses im Dezember 2019 gekündigt. „Im Januar erhielten wir zudem plötzlich die Kündigung unseres Mietvertrags im Sparkassengebäude, was ein herber Schlag war.“

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Überraschendes Mietvertrags-Ende

Die Umzugspläne mussten dadurch forciert, der Umbau ausgedehnt und der Haushalt des Kreisverbandes unplanmäßig mit einer sechsstelligen Summe belastet werden, um in der Berliner Straße ein neues DRK-Zentrum zu schaffen. Und weil unverhofft oft kommt – unter dieses Motto hatte die Vorstandsvorsitzende anhand der Ereignisse der letzten Jahre ihre Rede gestellt – kamen Anfang 2020 noch Probleme mit dem Fahrstuhleinbau hinzu. Und kurz darauf Corona samt Lockdown. „Wir hatten Angst, die Baumaßnahme nicht fortführen zu können. Glücklicherweise zeigten sich alle Baufirmen kooperativ.“

Neustart in der Berliner Straße 23

Für Angebote wie Fahrdienst, Sozialmärkte, Treffs, Beratungen und dort Beschäftigte hieß Corona auch Wegfall und Kurzarbeit. „Die Kurzarbeit konnten wir umgehen, indem die Mitarbeiter auf der Baustelle eingesetzt wurden. Das sparte zugleich Geld“, begründete Barbara Koschkar, die ihr Team für „ungeahnte Fähigkeiten und enormes Engagement“ beim Tapezieren, Fußböden-Verlegen und anderen Arbeiten am Bau lobte. „Wir als Vorstand waren erstaunt und begeistert.“ Zudem hätten die Komplikationen alle zusammengeschweißt, obwohl man einige Zeit nicht gewusst habe, wie es weitergeht.

Inzwischen ist das DRK seit Juni im neuen Domizil. Laut Vorstandsmitglied Maik Warich ist das Zentrum für Eltern und Familienbildung im Erdgeschoss Anlaufstelle für alle Generationen und jene, die „auch mal Smartphone und Tablet weglegen“. Angeschoben worden durchs Quartiermanagement seien die Sportgruppe, der Kreativ-, Strick- und Häkelkurs für Senioren; die Nachbarschaftsgruppe; der Mütter-Väter-Treff und die Vorlesestunden für Kinder. Folgen sollen ein Eltern-Kind-Café für Menschen mit und ohne Behinderung und ein Reparaturtreff der Generationen, in dem „Ältere den Jüngeren zeigen, wie es geht“. Alle Angebote und Dienste des DRK-Kreisverbandes würden fortgeführt.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer lobte „die empathische und engagierte Arbeit“ des Kreisverbandes – wie Schwangerenberatung, Sucht- und Obdachlosenhilfe oder Rettungszug-Einsätze bei Autobahnstaus wie beim Lockdown – als „nicht selbstverständlich“.

Kretschmer sagt Unterstützung zu

Zudem versprach er, dass die Weißwasseraner mit den Rettungsdienst-Kosten für die jährliche Saisonabsicherung am Bärwalder See „nicht alleine bleiben“ würden.

Bezug nehmend auf den schnellen, ungeplanten Umzug – hier hatte sich das DRK mit Bitte um Unterstützung an den Freistaat gewandt und sogar ein Schreiben an den Bundespräsidenten vorbereitet – sowie die damit verbundene Objektsanierung in der Berliner Straße 23 in Weißwasser bedankte sich Kretschmer besonders für die Einladung zur Einweihung. „Ich bin ja ein bisschen schuld an dem, was passierte. Die Ansiedlung einer Bundesbehörde (für die das DRK aus dem alten Domizil hatte weichen müssen, d. Red.) und die Schaffung von Arbeitsplätzen ist eine tolle Sache für Weißwasser. Doch ich wusste anfangs nicht, welchen Ärger und Auswirkungen das mit sich bringt, sonst hätten wir es anders gelöst. Dafür wird nach Corona ein rauschendes Einweihungsfest gefeiert.“

Trotz aller Schwierigkeiten sei es eine „tolle Einrichtung“ geworden, lobte Hartmut Schirrock als Vertreter des Oberbürgermeisters. „Schaufenster, wie die des einstigen Raumausstatters (hier), sind die Augen einer Stadt. Wenn sie, wie in Weißwasser, immer weniger werden, ist es traurig. Umso schöner, dass hinter diesen Fenstern wieder Leben ist und viel passiert.“

Zu den Teilnehmern der Einweihung gehörten auch Vertreter von am Bau beteiligten Firmen, Mitarbeiter und Ehrenamtler vom DRK sowie Gratulanten wie Petra Sczesny, Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft Weißwasser. „Unsere Aufgaben ähneln sich: für Menschen da sein. Dafür gebt auch Ihr euer Herzblut, und das seit Jahren“, lobte sie alle Rot-Kreuzler.

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