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Durch Corona aus dem Gleichgewicht gebracht

Vom 8. bis 18. Oktober hilft die „Woche der seelischen Gesundheit“, wieder ins Lot zu kommen – besonders Familien.

Symbolbild
Symbolbild © dpa/Julian Stratenschulte (Symbolfoto)

Für viele Menschen waren die Einschränkungen der Corona-Pandemie eine besondere Belastung – und das nicht nur, weil etliche um ihren Arbeitsplatz fürchten mussten. Vor allem während der Lockdowns, als sämtliche Veranstaltungen ausfielen, man sich kaum mit jemandem treffen durfte, persönliche Kontakte auf ein absolutes Minimum heruntergefahren waren, griffen Einsamkeit und ein Gefühl der Hilflosigkeit um sich. Kinder durften Freunde und Spielkameraden nicht treffen. Zudem staute sich in Familien während der Zeit geschlossener Kindereinrichtungen und Homeschooling alles zu Hause an, wo man sich – selbst in Konfliktsituationen – nicht aus dem Wege gehen konnte. Kinder wie Eltern waren damit meist überfordert.

Aus der Tabu-Zone herausholen

Das eine wie das andere bringt aus dem Gleichgewicht. Die dauernde körperliche und/oder geistige Überlastung macht anfällig für seelische Erkrankungen. Und diese können jeden und jede treffen, selbst wenn er oder sie noch so cool und taff erscheint. Wie man dem entgegenwirkt, damit man eben nicht in ein schwarzes Loch fällt oder die große Welle über einem zusammenschlägt – darum dreht sich ab Freitag die bundesweite „Woche der seelischen Gesundheit“. Sie findet im Landkreis Görlitz alljährlich rund um den internationalen Tag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober statt, diesmal vom 8. bis 18. Oktober.

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Dabei soll das Thema der psychischen Erkrankungen aus der Tabu-Zone geholt und die Menschen sollen sensibilisiert werden, etwas für die eigene seelische Gesundheit zu tun. Das Gesundheitsamt des Kreises, das Bündnis gegen Depression und das Soziale Netzwerk Lausitz, welches die Woche koordiniert, haben wieder ein vielfältiges Programm mit 120 Veranstaltungen zwischen Weißwasser und Zittau auf die Beine gestellt. Darin finden sich Angebote psychosozialer Träger, von Beratungs- und Informationsstellen wie auch privater Anbieter wieder. Sie sind zumeist kostenfrei und als „eine Art Weiterbildung für die eigene Gesundheit“ zu verstehen. Die Veranstaltungsorte werden mit dem aufgesprühten Logo „Klück mit G“ kenntlich gemacht.

Im Jahr 2021 steht die Aktionswoche unter dem Motto „Gemeinsam über den Berg – Seelische Gesundheit in der Familie“. Denn viele Familien ringen noch immer mit den (seelischen) Folgen der Pandemie. „Kinder können die Beschränkungen oft nur schwer verarbeiten. Für Familien ist die Zeit der harten Einschränkungen ihres Lebensalltags enormer zusätzlicher Stress“, erklärt dazu Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext).

Der erste Schritt zur Hilfe

Hinzu kämen Job- und Existenzängste. Und auch da seien wieder die Familien gefordert: Sie können auffangen und unterstützen – was im Gegenzug allerdings zu noch mehr Problemen führen kann. In der Regel bleiben diese im Verborgenen – in den häuslichen vier Wänden, in der Familie. Dabei müssten Betroffene den ersten Schritt gehen und von sich aus Hilfe suchen. Doch nur wenige Menschen trauen sich das. Die „Woche der seelischen Gesundheit“ schafft ein öffentliches Bewusstsein für derlei Sorgen und Nöte und unterbreitet sogenannte niederschwellige Angebote. Es fällt einem leichter, sich darauf einzulassen, und dabei auch in Kontakt mit Ansprechpartnern zu gelangen, die wiederum konkrete Hilfen vermitteln können.

Themen für Jedermann

Die Angebote in Weißwasser sind vielfältig. Weil Bewegung gegen düstere Stimmung hilft und Tanzen gut für die Seele ist, geht es mit Erlebnistanz los. Man kann aber auch an den Braunsteich wandern oder als Familie die Fitness checken lassen. Man kann sich über die Finanzierung von Pflegehilfsmitteln sowie über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung schlau machen oder über Pubertät, Medienkonsum und Sucht-Erkrankungen informieren. Im Landau-Gymnasium wird über die Frage „Bin ich anders, weil ich mich schwer konzentrieren kann?“ diskutiert, und im Hotel Kristall liest Petra-Alexandra Buhl aus ihrem Buch „Heilung auf Widerruf“ zum Überleben mit und nach dem Krebs.

Bei der Teilnahme an den Veranstaltungen ist die Corona-Schutz-Verordnung einzuhalten. Darauf weist das Gesundheitsamt hin. Zudem ist es bei einigen Angeboten erforderlich, sich vorab anzumelden. Weitere Termine gibt‘s im Internet.

Angebote in Weißwasser

8. Oktober, 10 Uhr: Erlebnistanz, Stadtverein WSW, Sorauer Platzp 11. Oktober, 18 Uhr: Infoabend für Angehörige von Suchtkranken, E-Werk der Stadtwerke, Friedensstraße

12. Oktober, 8.30, 11 und 13 Uhr: Gesund bleiben in der Pflege, Workshops für Pflegende, Telux, Str. d. Einheit 2012. Oktober, 16.30 Uhr: Pubertät, Medienkonsum, Motivation im Jugendalter, Diskussion, Brunnenstraße 8

13. Oktober, 15 Uhr: Bin ich anders, weil ...? Diskussion in der Aula des Landau-Gymnasiums, Hermannstr. 26
16 Uhr: Achtsamkeit für den Alltag, Spaziergang, Jahnstr. 50
16.15 Uhr Kamera sensibel. Filmvorführung in der Tagesklinik, Carl-Friedrich-Gauß-Straße 3
16 Uhr: Infonachmittag Pflegehilfsmittel, 18 Uhr Vorsorgevollmacht + Patientenverfügung, Kunze GmbH, A.-Schweitzer-Ring 32

14. Oktober, 17 Uhr: Heilung auf Widerruf, Lesung, Hotel Kristall

15. Oktober, 9 Uhr: Fitness-Checks für Familien, Karl-Marx-Straße 23
14.15 Uhr: Wanderung Braunsteich, ab Karl-Marx-Straße 2516. Oktober, 10 Uhr: Bienenwiese, Baumpflanzaktion Bienenwald, Brentanoweg/Kiefernweg

Mehr Infos und Veranstaltungen gibt es hier.

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