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Weißwasser

Endlich wieder gemeinsam lernen

Grundschulen im Kreis dürfen seit gestern wieder unterrichten – mit vielen Auflagen im eingeschränkten Regelbetrieb.

Im Februar freuten sich die Mädels und Jungs der Klasse 1c der 1. Grundschule in Weißwasser auf den Re-Start. Bis dahin hatten sie die Schule nicht allzu oft von innen gesehen. Wie vor drei Monaten hieß es auch gestern: Willkommen zurück!
Im Februar freuten sich die Mädels und Jungs der Klasse 1c der 1. Grundschule in Weißwasser auf den Re-Start. Bis dahin hatten sie die Schule nicht allzu oft von innen gesehen. Wie vor drei Monaten hieß es auch gestern: Willkommen zurück! © Joachim Rehle

Seit gestern dürfen Mädels und Jungs wieder in ihre Grundschulen gehen. Nachdem die Inzidenz im Landkreis Görlitz über mehrere Tage stabil unter 100 lag, hatten sich Kultusministerium und Kreis entschieden, die Grundschulen ab Dienstag nach Pfingsten wieder zu öffnen. In der Vorbereitung darauf war man am Donnerstag und Freitag der Vorwoche im Wechselbetrieb gestartet. Jetzt freuen sich Lehrer und Eltern über ein Stück mehr Normalität. Und erst recht die Kinder.

In den Schulen ist man Re-Start erprobt. Denn Mitte Februar hatte es schon einmal geheißen: „Hurra, die Schule ist wieder auf“. Mancherorts wurden da die Kinder mit Plakaten begrüßt oder wie in der 1. Grundschule in Weißwasser mit bunten Kärtchen. „Willkommen zurück“ war darauf zu lesen. „Wichtig ist, dass die Kinder wieder ein soziales Zusammenleben, Gemeinschaft, Spaß am Lernen und Motivation haben“, hatte Schulleiterin Dörte Broddack die Bedeutung des Re-Starts vor Monaten begründet. Mit umfangreichen Hygienemaßnahmen hatten sich die Grundschulen in Weißwasser und dem Umland auf den Schulbetrieb vorbereitet. Doch die Freude über das gemeinsame Lernen hielt nicht lange an. Infolge der steigenden Inzidenzwerte mussten die Kinder Mitte April erneut ins Homeschooling, gab es in den Grundschulen lediglich eine Notbetreuung, durften etwas später nur die 4. Klassen in die Schulen zurück. Für die Jüngeren und ihre Eltern hieß es auch weiterhin: Durchhalten!

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Gestern nun erfolgte der nächste Re-Start für alle – zumeist ohne Plakate oder anderweitige aufwendige Begrüßungen. Erneut gilt der eingeschränkte Regelbetrieb. Das bedeutet, dass der Unterricht in festen Klassen und Gruppen ganz normal stattfinden darf. Eine Durchmischung der Kinder ist nicht gestattet. Auch in den Pausen nicht, was beispielsweise getrennte Essenszeiten erfordert.

Die strengen Hygieneregeln gelten selbstverständlich nach wie vor. Es besteht Maskenpflicht, und zweimal in der Woche wird in der Schule getestet. Wie das Kultusministerium verlauten ließ, dürfen Eltern ihre Kinder von der Präsenzbeschulung abmelden, sofern dies durch Belange des Infektionsschutzes begründet sei.

In der Pestalozzi-Grundschule Weißwasser hatten sich gestern aber die meisten Kinder eingefunden. Nur ganz wenige Familien würden weiterhin das Homeschooling in Anspruch nehmen, sagte Schulleiterin Dörte Broddack. Sie sprach von einem „guten Start“. Zwar „ein bisschen holterdiepolter“, wie sie hinzufügte, aber im Großen und Ganzen sei sie zufrieden. „Wir sind doch erprobt“, begründete sie. Nachdem die Viertklässler schon geraume Zeit in die Schule kommen durften, ist das seit gestern auch den jüngeren Grundschülern erlaubt. „Die Kleineren, denen es langweilig zu Hause wurde, haben sich sehr auf das gemeinsame Lernen gefreut“, hat sie festgestellt. Noch nicht alle Kinder hätten die Aufgaben aus der häuslichen Lernzeit abgegeben. Deshalb werde jetzt erst einmal geschaut, was die Kinder zu Hause erledigt haben, um dann zu sehen, wie man den unterschiedlichen Lernstand ausgleichen kann, so Dörte Broddack.

In der Grundschule Schleife waren die zwei Tage im Wechselmodell ebenfalls „nicht ganz einfach zu bewerkstelligen“, so Schulleiterin Petra Rübesam. Einige Kinder waren in der Notbetreuung, aber für die meisten ging es erst gestern wieder richtig los. „Und bis auf ganz wenige erkrankte Kinder sind fast alle Kinder wieder da“, sagte sie auf Nachfrage von TAGEBLATT.

Ähnlich sah es gestern in der Grundschule „Lernoase“ in Boxberg aus. Auch dort hätten die zwei Tage im Wechselmodell in der Organisation viel Arbeit und Mühe gemacht und seien für alle nicht ganz einfach gewesen, wie Schulleiterin Angela Frenzel bestätigte. Der Re-Start in Boxberg lief reibungslos. Nun seien Lehrer, Eltern und Schüler gleichermaßen froh, dass es annähernd normal weitergeht. „Wir versuchen, so viel wie möglich vom Lehrplan noch zu schaffen“, erklärte sie.

Unterrichtet wird in den Grundschulen in den Kernfächern Deutsch, Mathematik, Sachkunde sowie Englisch bei den Viertklässlern. Vielfach versuchen die Lehrer, den Stoff der anderen Fächer mit einzubeziehen. Und alle drei Schulleiterinnen hoffen im Interesse der Kinder, „dass es bis zum Schuljahresende wenigstens bei dem eingeschränkten Regelbetrieb bleibt und nicht in 14 Tagen schon wieder alles ganz anders ist“.

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