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Feuerwehr-Oldtimer bringen Lichtblicke im Advent

Beleuchtete Oldtimer fahren durch Weißwasser, Boxberg und Schleife. Es ist eine Aktion des Feuerwehrhistorik-Vereins.

Die Beleuchtung an den drei Autos der Weißwasseraner Feuerwehrhistoriker ist schon angebracht. Nur die Aufkleber mit den Weihnachtsgrüßen, den Festtagssymbolen und dem Bärtigem an den Seiten der Fahrzeuge fehlen noch.
Die Beleuchtung an den drei Autos der Weißwasseraner Feuerwehrhistoriker ist schon angebracht. Nur die Aufkleber mit den Weihnachtsgrüßen, den Festtagssymbolen und dem Bärtigem an den Seiten der Fahrzeuge fehlen noch. © Sabine Larbig

Geschmückt wie der berühmte Truck eines Herstellers einer koffeinhaltigen Limonade präsentieren sich die drei Autos, die in einer Garage in Weißwasser auf ihren vorweihnachtlichen Einsatz warten. Eigentlich sind sie sogar schöner als das aus der Werbung bekannte Vorbild. Denn die mit je 120 Metern Lichterschlauch verzierten und der Botschaft „Frohes Fest“ beklebten Fahrzeuge sind historische Feuerwehrautos. Ab 1. Advent fahren sie durch die Region und verbreiten Weihnachtsflair.

Die Idee dazu hatten die Mitglieder des Vereins Feuerwehrhistorik Landkreis Görlitz Nord. „Da wegen Corona in diesem Jahr alle Weihnachtsmärkte und Adventsfeste abgesagt sind, wollen wir mit unseren geschmückten und leuchtenden Oldtimern für etwas festliche Stimmung und leuchtende Kinderaugen sorgen“ erzählt Vereinsmitglied und Adventkorso-Mitorganisator Jürgen Herzog. Der Weißwasseraner ist seit vielen Jahren Feuerwehrmann und Fan historischer Feuerwehrautos, die er in seiner Freizeit auch selbst mit aufbaut und erhält. Seine Mitarbeit im Feuerwehrhistorikverein, zudem viele Wehren und Historikabteilungen im nördlichen Kreisgebiet gehören, lag für ihn daher nahe.

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Mehr Autos, Teilnehmer und Fahrten

Schon lange organisieren die Historiker gemeinsam öffentliche Techniktreffen oder Veranstaltungen wie das traditionelle Lichterfest samt Ausfahrten im Januar. Das fällt 2021, durch die Corona-Regelungen, ebenso aus wie diesjährige Weihnachtsmärkte. Und so entschlossen sich Jürgen Herzog und weitere Feuerwehrhistoriker aus Weißwasser, Schleife und Boxberg für einen Autokorso im Advent. Die Idee ist nicht neu. Bereits in den letzten zwei Jahren fuhren die Weißwasseraner mit drei leuchtenden Oldtimern durch die Stadt, zogen die Blicke der Einwohner auf sich, brachten den Bärtigen zum Weihnachtsmarkt, in Kitas, Schulen, Krankenhaus und Pflegeheime.

In diesem Jahr wird die Aktion jedoch ausgeweitet: zeitlich, territorial und bezüglich der Teilnehmer. So fahren mit den Weißwasseranern nicht nur erstmals geschmückte Feuerwehr-Oldtimer samt Besatzung aus Boxberg und Schleife mit. Der nunmehr sieben Autos umfassende Tross fährt zudem an jedem Adventssonnabend durch alle drei Orte und bringt den Weihnachtsmann mit, der Süßigkeiten an die Kinder verteilt. In der Glasmacherstadt und Schleife fahren die Autos zwischen dem 7. und 19. Dezember außerdem vormittags an öffentlichen Einrichtungen vorbei. Der Tourenplan dafür steht.

Damit all dies möglich wird, erhielten die Akteure in der seit August laufenden Vorbereitung tatkräftige Unterstützung von Sponsoren und Helfern. So steuerten regionale Unternehmen die Süßigkeiten bei, die der Weihnachtsmann bei den Fahrten verteilt. Trotz ihrer Finanzmisere gibt selbst die Stadt Weißwasser etwas Geld. „Die Idee, den Menschen trotz der schwierigen Pandemiezeit in der Vorweihnachtszeit ein paar Lichtblicke zu verschaffen, unterstützen wir gern“, begründet Stadtsprecher Wulf Stibenz. Möglich sei dies durch eingeplante Mittel der Stadt für den nun nicht stattfindenden Weihnachtsmarkt. Organisatorisch sowie finanziell setzt sich ebenfalls der Schirmherr der Aktion, der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Weißwasser, ein. Immerhin verfahren die Autos allein an den vier Adventssonnabenden Benzin für rund 400 Euro, kostet die Beleuchtung pro Auto rund 200 Euro, sind nötige Genehmigungen kostenpflichtig und mit viel Bürokratie verbunden.

Tourenplan für drei Kommunen

„Fünf Ausnahmegenehmigungen waren nötig, um den Korso machen zu können. Die reichen von Technik bis Einhaltung von Corona-Auflagen“, weiß Herzog. Die Folge: Die Autos dürfen nirgends anhalten, fahren daher Schritttempo, damit die Leute sie bewundern und Kindern vom Weihnachtsmann kleine Überraschungen „zugeworfen“ werden können. Jedes Auto darf nur mit zwei Leuten besetzt sein, der Weihnachtsmann darf keinen direkten Kontakt zu den Menschen haben. „Weil sonntags ein Fahrverbot für Lkw gilt, fahren wir sonnabends, sonst hätten wir noch eine weitere Sondergenehmigung benötigt“, verrät Jürgen Herzog. „Trotz allem bin ich froh, dass alles klappte. Den Aufwand haben wir gerne in Kauf genommen für etwas Weihnachtsstimmung, besonders bei den Kindern. Die freuen sich hoffentlich ebenso wie die Erwachsenen über den tollen Anblick unserer Autos.“.

Sieben Feuerwehr-Oldtimer fahren an allen vier Adventssonnabenden. Start ist jeweils um 16.30 Uhr am Sachsendamm in Weißwasser, bevor etwa 40 Minuten später der Fahrzeugtross in Richtung Boxberg startet, wo die Autos ab circa 17.45 Uhr durchs Gemeindegebiet fahren. Den Abschluss bildet Schleife, wo ab etwa 18.45 Uhr die Oldtimer ankommen.

Übrigens: Kurz vor Weihnachten wird den Autos wieder ihr weihnachtliches Outfit genommen. Allein die Weißwasseraner, weiß Jürgen Herzog, brauchen fünf Stunden Arbeitszeit dafür. So, wie beim Schmücken. „Da ist das anschließende Säubern nicht mitgezählt.“ Deshalb ist mit den Fahrten auch am 19. Dezember Schluss. Denn selbst die engagiertesten Feuerwehrleute brauchen und wollen Zeit mit ihren Familien. Abgesehen davon muss die Einsatzbereitschaft an Feiertagen sicher sein.

Tourenplan Weißwasser

Ab Sachsendamm über Juri-Gagarin-Straße, Forstweg, Mühlenstraße, Berliner Straße, Jahnstraße, Forster Straße, Bahnhofstraße, Muskauer Straße, Brunnenstraße, Hermannsdorferstraße, Straße der Glasmacher, Muskauer Straße, Görlitzer Straße, Lutherstraße, Heinrich-Heine-Straße, Schweigstraße, Heinrich-Hertz-Straße, Straße der Kraftwerker, Jakobistraße, Prof.-Wagenfeld-Ring bis Bautzener Straße.

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