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Wird Corona zum Weihnachtskiller?

Für Feste und Märkte im Advent hagelt es in und um Weißwasser reihenweise Absagen. Nicht alle geben die Hoffnung schon auf.

Wenn einem da nicht das Herz aufgeht.... So schön kann Weihnachten in Weißwasser sein. Noch sind die Veranstalter des dreitägigen Weihnachtsevents in der Telux vorsichtig optimistisch. Doch große Corona-Beschränkungen von Glühwein-Ausschankverbot bi
Wenn einem da nicht das Herz aufgeht.... So schön kann Weihnachten in Weißwasser sein. Noch sind die Veranstalter des dreitägigen Weihnachtsevents in der Telux vorsichtig optimistisch. Doch große Corona-Beschränkungen von Glühwein-Ausschankverbot bi © Joachim Rehle

Normalerweise finden in der Vorweihnachtszeit in fast allen Orten zwischen Weißwasser und Bad Muskau Weihnachtsmärkte, Betriebs- und Seniorenweihnachtsfeiern statt. Doch 2020 ist alles anders. Nachdem bereits viele Sommer-, Dorf- und Vereinsfeste den Corona-bedingten Einschränkungen zum Opfer fielen, trifft es nun auch der Deutschen heimeligste Zeit, den Advent. Noch ist zwar nicht bekannt, wie sich die Vorschriften zu dem von Bundeskanzlerin Angela Merkel favorisierten „Lockdown light“ auswirken werden, aber ein Risiko will hierzulande niemand eingehen. Schon gar nicht vor Weihnachten. Das jedenfalls ergab eine Umfrage von TAGEBLATT.

Betriebsfeiern waren bei Hotels und in Gaststätten bereits weitestgehend abgesagt worden – bevor das Damoklesschwert einer zweiten Schließung über den gastronomischen Betrieben kreiste. Schlechte Kunde auch für Senioren in den Gemeinden Krauschwitz, Gablenz, Boxberg und Bad Muskau. Dort wird es keine der traditionellen Rentner-Weihnachtsfeiern geben. „Die dafür geeigneten Räumlichkeiten in den jeweiligen Ortsteilen lassen den geforderten Mindestabstand nicht zu“, informierte der Krauschwitzer Bürgermeister Tristan Mühl (Freie Wähler) jüngst öffentlich im Rat. Wie er, begründen auch seine Amtskollegen die Absagen. Die Kommunen sehen sich alle weder personell, finanziell noch konzeptionell in der Lage, die im Zusammenhang mit der Viruspandemie erforderlichen Hygieneauflagen umzusetzen. „Wir wollen unsere Senioren, die ja sowieso zu den Risikogruppen zählen, nicht zusätzlichen Gesundheitsgefahren aussetzen und sagen daher lieber die Feiern ab“, begründete Mühl.

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Weder eine Seniorenweihnachtsfeier noch den traditionellen Neujahrsempfang des Bürgermeisters wird es in Gablenz geben. „Wir haben wegen Corona alles gestrichen“, bestätigt Bürgermeister Dietmar Noack (CDU). Ebenfalls abgesagt hat der Boxberger Bürgermeister Achim Junker (CDU) die diesjährigen Veranstaltungen in der Vorweihnachtszeit. „Es tut uns wirklich leid. Aber in Absprache mit den Ortschaftsräten haben wir die Absagen der Advents- und Weihnachtsmärkte im Gemeindegebiet beschlossen. Selbst Weihnachtsfeiern für Rentner wird es in diesem Jahr leider nicht geben“, erklärte er. Allerdings habe man vor, die Senioren in den Ortsteilen mit einer kleinen Aufmerksamkeit zu überraschen. Über das Was und Wie wollte er sich gegenüber TAGEBLATT nicht äußern. Sonst sei es ja keine Überraschung mehr. Auch sei man derzeit noch „bei Absprachen und Ideenfindung“, so Achim Junker.

Schon längere Zeit abgesagt sind die Schlossweihnacht, die Seniorenweihnachtsfeiern und der Weihnachtsmarkt in Bad Muskau. „Unser Fest lebt von der Enge und Kuschligkeit auf dem Marktplatz und dem gemeinsamen Stehen der Bürger an der Feuerschale“, erklärt Bürgermeister Thomas Krahl (CDU). Auch biete die Bühne wegen ihrer geringen Größe und unter Beachtung der Corona-Regeln keine Möglichkeiten für Auftritte und ein Weihnachtsprogramm, bedauert er.

Anders sieht es noch in Krauschwitz aus. Gemeinde, Veranstalter und Partner suchen weiter nach einer Lösung, um das traditionelle Adventsfest durchführen zu können. Möglicherweise auf dem Areal des einstigen Helmut-Just-Stadions. Noch ist keine Entscheidung getroffen worden. Dies gilt ebenso für Weißkeißel, wo man aktuell am geplanten – und für den Ort ersten – Adventsmarkt am 12. Dezember im Freizeitpark festhält. Auch in Schleife lässt man sich noch alles offen. Am 10. November berät und beschließt der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats über den Standort des Weihnachtsmarktes. „Abgesagt ist noch gar nichts. Wir warten die neuen Regelungen ab“, ließ Hauptamtsleiterin Marion Mudra verlauten.

In Weißwasser gibt man sich derzeit noch vorsichtig optimistisch. Die Veranstalter Stadtverein und Mobile Jugendarbeit e.V. gehen nach wie vor davon aus, dass vom 3. bis 6. Dezember „Weihnachten in der Glasmacherstadt“ auf dem Telux-Gelände gefeiert wird. Allerdings nur dann, wenn es in nächster Zeit nicht zu verschärften Regelungen hinsichtlich Gästezahl, Ausschankverbot für Glühwein, Ausgangsverbot oder Sperrzeiten kommen sollte, dämpfen sie die Erwartungen der Fans.

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Dem gegenüber verzichtet die Waldeisenbahn Muskau (WEM) in diesem Jahr während des Weißwasseraner Weihnachtsmarktes auf die, bei Kindern und Eltern beliebte, Weihnachtsmann-Fahrt mit Abholung des Bärtigen im Märchenwald Kromlau. „Die erlaubten Fahrgastzahlen und der damit verbundene Aufwand sowie die Ausgaben stehen in keinem Verhältnis, weshalb wir die Fahrt schweren Herzens absagen“, so WEM-Geschäftsführer Heiko Lichnok. Dies werde höchstwahrscheinlich auch für die Glühwein-Fahrten am 1. Januar 2021 gelten.

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