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Großer Tag für Erdi und Weißwassers Natur

Sonnabend ist eine Pflanzaktion für einen Bienenwald. Die Schüleridee begeistert selbst Sachsens Umweltminister.

Natalja Kühn, Vorsitzende „Wir sind wir“ (li.), Antonia Mertsching (2.v.r.), Romy Garner vom Sozialen Netzwerk Lausitz (re.) sind einige von vielen Unterstützern von Lukas Czaja und dessen Aktionen 10.000 Bäume für die Lausitz und Bienenwald Weiß
Natalja Kühn, Vorsitzende „Wir sind wir“ (li.), Antonia Mertsching (2.v.r.), Romy Garner vom Sozialen Netzwerk Lausitz (re.) sind einige von vielen Unterstützern von Lukas Czaja und dessen Aktionen 10.000 Bäume für die Lausitz und Bienenwald Weiß © Sabine Larbig

Lukas Czaja ist 13 Jahre alt und hat einen großen Wunsch: 10.000 Bäume für die Lausitz pflanzen. Vor einem Jahr rief er die Aktion ins Leben. Das Maskottchen Erdi, welches er auch verkörpert, bewirbt seither sein ehrgeiziges Projekt.

Ständig ist er auf Suche nach Sponsoren und Unterstützern für Bäume und Grundstücke. Alleine, weiß Lukas, kann er seinen Traum nicht umsetzen. Glücklicherweise unterstützt ihn auch seine Familie, die ihn auf Treffen und Absprachen begleitet, Kontakte knüpft, Sponsoren sucht und mithilft, das Projekt des Sohnes im Internet und sozialen Medien bekannt zu machen. Auch Lukas selbst tut alles, was ihm als Schüler möglich ist. So nimmt er Auftrittsgagen als Maskottchen, um Bäume zu kaufen. Auch sein Taschengeld spart er dafür. Taschengeld! Außerdem fährt er aus Klimaschutz- und Umweltgründen, wenn möglich, nur Rad, Bus, Bahn. „Ich habe es geschafft, dass zwischen Görlitz und Spremberg, Hoyerswerda, Hänichen und Weißwasser schon 450 Bäume gepflanzt wurden“, freut sich der Weißwasseraner. Weil er zum Thema Natur ebenfalls viel liest, im Internet recherchiert und ihn andere Umweltprojekte interessieren, besuchte Lukas Czaja im Februar den Bienenwald in Liebstadt. Schon auf der Rückfahrt, bekennt er, sei ihm klar gewesen: „Sowas brauchen wir in Weißwasser!“ Und wie immer, wenn sich Lukas etwas in den Kopf setzt, will er es auch umsetzen.

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Startschuss mit Pflanzaktion

In Weißwasser stieß seine Bienenwald-Idee nicht nur bei Oberbürgermeister Torsten Pötzsch, der ihn schon durch viele Treffen wegen möglicher Pflanzorte für Bäume oder Unterstützung kennt, auf offene Ohren. Auch Privatpersonen, Vereine, Unternehmen, Institutionen, Regionalpolitiker – darunter die Stadtwerke Weißwasser, das Soziale Netzwerk Lausitz, Stadtverein und Landtagsabgeordnete Antonia Mertsching (Linke) – waren vom Vorhaben des 13-Jährigen begeistert. Kommenden Sonnabend fällt der offizielle Startschuss für die Bienen-Landebahn mitten in Weißwasser. Sie entsteht auf einem 1.500 Quadratmeter großem Grundstück der Stadt am Kiefernweg/Ecke Brentanoweg, wo bislang nur Wiese ist. Doch schon nächstes Jahr werden hier gemeine Heckenkirsche, Hundsrose, Winterlinde und roter Hartriegel, Berg- und Feldahorn, Schlehdorn, Wildrose sowie viele Obstgehölze blühen und Bienen nähren. Denn, auch dies weiß Lukas, weil es immer weniger Lebensraum für Bienen gibt, werden sie immer weniger. 

Damit dies in Weißwasser nicht passiert, entsteht nun ein Bienenwald. Die Schüler-Idee hat selbst Sachsens Umweltminister Wolfram Günter (Bündnis 90/Grüne) so begeistert, dass er bei der Auftakt-Pflanzung persönlich dabei ist. „Ich bin schon etwas aufgeregt“, bekennt Lukas, der sowieso kein großer Redner ist, ungern im Vordergrund steht, lieber anpackt. Doch das geht diesmal nicht. Lukas wird sich bei der Pflanzaktion mit Minister und Oberbürgermeister, der eine Informationstafel für das Areal sponsort, dem Blitzlichtgewitter der Medien präsentieren müssen. „Naja, ich freue mich ja , dass der Minister kommt.“

Helfer sind willkommen

Auf den hohen Besuch freuen sich ebenfalls OB Torsten Pötzsch und Antonia Mertsching, die am Rande so manche Themen mit dem Minister besprechen. Bereits gesprochen haben sie mit vielen Menschen zwecks Hilfe und Unterstützung für den Bienenwald. So wird die Freiwillige Feuerwehr Weißwasser am Sonnabend die Setzlinge gießen, falls es nicht regnet. Der Verein „Wir sind wir“ sorgt für Verpflegung der Teilnehmer. „Noch ist Platz, können Bürger vorbeikommen und vor allem beim Pflanzen mithelfen.. Mitzubringen sind Spaten, Arbeitssachen und gute Laune“, appelliert Antonia Mertsching. Sie will, damit der Bienenwald nicht aus dem Stadtbewusstsein verschwindet und nachhaltig genutzt wird, in den nächsten Jahren weitere Aktionen vor Ort stattfinden lassen. „Jährlich zum Tag der Artenvielfalt sollen Projekte, wie eine Oase für Insekten, umgesetzt werden“, verrät sie. 

Und weil sie sich selbst vorgenommen hat, einmal im Jahr als Landtagsmitglied eine Baumpflanzung zu initiieren, unterstützt sie auch gerne Lukas Czaja. „Für ihn hoffe ich natürlich, dass durch den Start für den Bienenwald sein Anliegen noch mehr Aufmerksamkeit bekommt und auch Umlandgemeinden was auf die Beine stellen und Pflanzflächen bereitstellen.“ Außerdem, informiert Mertsching, würden für den Bienenwald noch Sponsoren gesucht. Immerhin müsse das Areal zum Schutz vor Vandalimsus und Wildschweinen umzäunt werden, würde Geld für Pflanzen und Projekte benötigt.

Kinoabend wirbt für Spenden

Weil das so ist und das Projekt toll ist, nahm es das Soziale Netzwerk Lausitz auch in die „Woche der seelischen Gesundheit“ auf und bietet nach der Pflanzaktion gemeinsame Yoga- und Atemübungen. Am Abend wird zu einem Kinofilm zum Thema Umweltschutz, gesponsort von den Stadtwerken, in die Telux geladen. Der Eintritt ist frei. Aber um Spenden für Lukas und seine Aktionen wird gebeten.

Pflanzaktion: 17. Oktober, 10 Uhr, Kiefernweg/Brentanoweg; Kino ab 20 Uhr in der Hafenstube im SKZ Telux.

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