merken
PLUS Weißwasser

Hier entsteht eine Zentrale für Sport und Forschung

In der Telux Weißwasser siedelt sich die Handwerkskammer Dresden an. Sie will ein Sporttechnologie-Zentrum schaffen.

Auf dem Telux-Gelände gibt es noch freie Gewerbeflächen. Auf einer siedelt sich jetzt die Handwerkskammer Dresden an
Auf dem Telux-Gelände gibt es noch freie Gewerbeflächen. Auf einer siedelt sich jetzt die Handwerkskammer Dresden an © Joachim Rehle

Sport jeder Art, besonders Eishockey, außerdem Braunkohle und Strukturwandel, Glasindustrie sowie vielfältiges Handwerk prägen die Stadt Weißwasser und das Umland, sind Inbegriffe für die Region. Dies alles will die Handwerkskammer Dresden nun mit einem neuen Strukturwandelprojekt verbinden und Weißwasser sowie die Lausitz mit dem „Zukunftscluster Sporttechnologie“ zur führenden Region bei diesem Thema machen.

Hinter dem sperrigen Wortungetüm verbirgt sich eine Idee, die bestehenden Handwerksbetrieben neue Märkte erschließen sowie Neugründungen und Ansiedlungen bringen soll. „Es geht um die Entwicklung neuer Geschäftsideen und daraus abzuleitender Geschäftsmodelle“, erklärt Carolin Schneider, Pressesprecherin der Handwerkskammer Dresden (HWK). „Wir denken dabei sowohl an Gewerke, die bereits heute erfolgreich im Bereich Sporttechnologie tätig sind, beispielsweise Bootsbauer, Sattler, Zweirad- und Kfz-Mechaniker, als auch an Gewerke, die den Sektor bisher nicht im Blick hatten – wie Tischler, Metallbauer, Optiker, Maßschneider ..., die so alle, auch bei der Jugend, als Berufe und Ausbilder attraktiver werden.“

Gesundheit und Wellness
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit und Wellness haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Büro-Eröffnung im Frühjahr

Noch ist die HWK dabei, ein Büro in der Telux einzurichten. Im Frühjahr soll es seine Arbeit mit zwei Mitarbeitern aufnehmen. Die Stellenausschreibungen dafür erfolgten Ende 2020. Momentan, so Schneider, würden letzte Personalgespräche laufen. Doch sobald alle erforderlichen Vorarbeiten abgeschlossen seien, erfolge der Start des Projekts, welches über das Soforthilfeprogramm des Bundes für den Kohleausstieg von der HWK beantragt und nun finanziert wird. In der Stadtverwaltung freut man sich über das Interesse der Handwerkskammer an Weißwasser und über das Vorhaben. „Es ist ein weiterer Baustein auf dem Weg in die Zukunft der Stadt und der Region als attraktive Ansiedlungsstandorte. Zudem ist die Stärkung des Mittelstandes hier eine große Aufgabe“, so Wirtschaftsförderer Thorsten Rennhak. Aus seiner Sicht sei die Telux zudem ein ideales Umfeld, weil dort schon einige kreative Unternehmen sowie das Soziokulturelle Zentrum mit Projekten sowie Werkstätten angesiedelt seien. „Wir sind gespannt, was sich aus dem Zukunftscluster entwickelt, und stehen für Zusammenarbeit bereit.“

Das, was sich hinter dem Vorhaben verbirgt, hat durchaus Erfolgs-Potenzial für eine in Sachen Sporttechnologie führende Lausitz. Immerhin geht es nicht nur um künftige Produktion und Absatzmärkte, sondern auch um Forschung.

Hochmoderne Materialien wie Funktionstextilien, smart-Material und Verbundwerkstoffe stehen ebenso im Fokus wie neue Fertigungsverfahren, Bionik (Übertragung von Naturphänomen auf Technik) und digitale Lösungen für Datenerfassungen. Nicht zuletzt, so Carolin Schneider, spiele die Mensch-Sportgeräte-Interaktion eine Rolle. Letzteres ist aus Sicht von Dirk Rohrbach, Stadtrat und Geschäftsführer des Eishockey-Clubs (EHC) Weißwasser, eine spannende Facette.

Stadt und Sportler stehen zur Seite

„Ich könnte mir vorstellen, dass der Eissport und andere Sportvereine hier als Partner eine wichtige Rolle spielen könnten“, sagt er. Allein im Bereich Eissport gäbe es viele Ansatzpunkte. Beispielsweise bei der Entwicklung kindergerechterer Schläger, leichterer Schutzausrüstungen für Spieler, neuartiger Materialien, (Hilfs-)Geräte und Verbindungen bei Ausrüstungen und Zubehör. „Ob Eishockeyspieler, Leichtathleten, Segler, Radfahrer, Ringer oder Fitnessstudios und diverse Sportvereine: All das gibt es direkt vor Ort und alle könnten als Ideengeber und Tester fungieren, von denen letztlich Hersteller und das Projekt bei Forschung, Entwicklung und Herstellung partizipieren“, meint Rohrbach. Denn, so der Sportexperte, Theorie sei das eine. Praxis und entsprechendes Feedback das andere. „Wir sind jedenfalls offen für Kooperationen und mögliche Synergieeffekte.“

Das verwundert nicht. Nicht allein EHC und Eissport-Verein möchten über Strukturwandel-Gelder endlich ein sportliches Leistungszentrum in Weißwasser etablieren, in dem mehr als Kufensport eine Rolle spielt. Klappt es, könnte sich Weißwasser in Verbindung mit dem neuen Zentrum in Zukunft in mehrfacher Hinsicht als Sportstadt etablieren, vermarkten, bekannt machen. Noch ist es Zukunftsmusik. Doch die Weichen sind gestellt. Auch durchs Handwerkskammer-Sporttechnologie-Projekt.

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Weißwasser