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Hilfe für die Helfer der Tafel Weißwasser

Die Caritas-Einrichtung braucht wegen Corona nicht nur Masken. Auch Lebensmittel und Sachspenden sind nötig.

Antonia Mertsching, Landtagsabgeordnete der Fraktion Die Linke, ist aus Weißwasser. Für die Tafel hat sie seit jeher ein Herz und unterstützt die Einrichtung der Caritas, wo sie kann. Kürzlich spendete sie dringend benötigte Mund-Nasen-Masken aus ihr
Antonia Mertsching, Landtagsabgeordnete der Fraktion Die Linke, ist aus Weißwasser. Für die Tafel hat sie seit jeher ein Herz und unterstützt die Einrichtung der Caritas, wo sie kann. Kürzlich spendete sie dringend benötigte Mund-Nasen-Masken aus ihr © Sabine Larbig

So viele in langer Schlange stehende Menschen hatte Antonia Mertsching nicht erwartet, als sie der Tafel Weißwasser kürzlich eine Spende von 200 Mund-Nasen-Masken vorbeibrachte. Die Masken sind für Tafel-Mitarbeiter, ehrenamtliche Helfer und Bedürftige. Sie werden dringend benötigt. „Ohne Maske und Handschuhe dürfen wir nicht arbeiten. Ohne Maske darf das Gelände nicht betreten werden, erhalten Bedürftige auch keine Lebensmittel. In solchen Fällen geben wir daher Masken aus“, so Sabine Domula, eine von rund 20, größtenteils ehrenamtlichen, Mitarbeitern, die auch in Corona-Zeiten die Tafel-Arbeit am Laufen halten.

Schlange stehen für Lebensmittel

Zwar haben Kleiderstube und Essenausgabe nur noch zweimal wöchentlich je zwei Stunden geöffnet. Während die Kleiderstube nur nach Voranmeldung und nur von einer Person beziehungsweise Bedarfsgemeinschaft aufgesucht werden darf, gilt bei der Lebensmittelausgabe das Prinzip anstellen und warten, bis man dran ist. „Gleich, nach über einer Stunde Wartezeit, bin ich endlich dran“, erzählt ein Mann. Andere Wartende unterhalten sich darüber, dass sie ohne Lebensmittel von der Tafel gar nicht mehr über die Runden kämen. „Aber jetzt muss man jedes Mal 3,50 Euro bezahlen. Noch nicht lange her, da war es weniger und früher nur 1,50 Euro“, sagt eine Seniorin. Doch sie sei froh, dass es die Tafel gibt, auf die sie wegen ihrer geringen Rente angewiesen sei.

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Dies gilt auch für die anstehenden Familien mit Kindern, Ehepaare oder Einzelpersonen, die durch geringe Einkünfte ebenfalls Anspruch haben. Ohne den gibt es bei der Tafel übrigens weder Kleidung noch Lebensmittel. Und weil Geld bei Betroffenen knapp ist, wird per Aufsteller um Verständnis für den neuen Preis je Einkauf geworben, der zur „teilweisen Deckung erhöhter Betriebskosten“ erforderlich sei. Höhere Kosten resultieren aus allgemeinen Preissteigerungen, wie bei Strom oder Benzin, und Corona-Hygienekonzepten, die auch die Tafeln umsetzen müssen. Daher hat Antonia Mertsching, die Landtagsabgeordnete der Linken aus Weißwasser, auch die Masken gespendet und über ihre Sachkostenpauschale als Abgeordnete finanziert. „Unsere Mitarbeiter und die Regionalbüros brauchen sie. Und weil mir die Tafel immer am Herzen liegt, habe ich dort gleich mit angefragt, ob Bedarf besteht.“ Bedarf, erfährt Mertsching bei der Übergabe vor Ort, besteht bei der Tafel in vielen Bereichen. „Seit Corona müssen wir die Einkaufstüten vorpacken und einzeln ausgeben“, erzählt Sabine Domula.

Bedarf steigt, Spenden sinken

Aktuell würden je Ausgabetag zwischen 55 und 75 Bedarfsgemeinschaften – dies können Ein- und Zwei-Personen-Haushalte oder Familien mit mehreren Kindern sein – versorgt. Mit Corona ist der Bedarf stetig gestiegen. Die Folge: Es wird eng bei den Spenden, die von Einzelhandel, Discountern, Gartenbaubetrieben, Kleingärtnern, Bäckern, Fleischern der Region kommen. Normalerweise. „Jetzt, wo Kleingärten noch kein Obst und Gemüse abgeben können, kommt alles nur vom Handel. Doch der gibt seit Corona allgemein viel weniger und fast nur noch Lebensmittel und kaum mal Spielwaren, Blumen oder Gartenpflanzen ab.“ Woran das liegt, kann Sabine Domula nur vermuten. „Vielleicht wird seit Corona mehr gekauft, weniger bestellt oder geliefert. Wir wissen es nicht.“

Mehr Auswahl gibt es inzwischen dagegen bei der Kleiderstube, weil die Menschen mehr spenden als noch vor einem Jahr. „Viele sind coronabedingt zu Hause und haben Zeit, die Schränke aufzuräumen und Kleidung, Schuhe, Haushaltswäsche auszusortieren. Es ist Wahnsinn, was dadurch jetzt alles bei uns ankommt“, bekennt die Tafel-Mitarbeiterin.

Einkaufsbeutel und Fahrer gesucht

Damit die Bedürftigen die Spenden auch mitnehmen können, benötigen Kleiderstube und Lebensmittelausgabe nun dringend große, stabile, nicht benutzte Einkaufsbeutel. „Es wäre toll, wenn sich für ein paar Hundert ungebrauchter Beutel ein Spender findet. Momentan müssen wir sie kaufen, könnten das Geld aber anderweitig viel hilfreicher einsetzen“, begründet Sabine Domula. Und sie erzählt, dass die Caritas-Tafel in Weißwasser händeringend einen Kraftfahrer mit Pkw-Führerschein sucht, der im Ehrenamt die Lebensmittelspenden in der Region einsammelt. Da es Zeit brauche und schwere Arbeit sei, so Domula, habe man leider noch niemanden gefunden.

All diese Probleme kennen die Bedürftigen nicht. Sie sorgen sich, dass sich durch Corona ihre Lage weiter verschlechtert. Genau dagegen setzen sich Tafel-Mitstreiter, Spender, Unterstützer und Helfer ein.

Öffnungszeiten Tafel: Lebensmittelausgabe am 31. März, 12 bis 14 Uhr; sonst dienstags/freitags je 12 bis 14 Uhr; Kleiderstube mittwochs/donnerstag je 10 bis 12 Uhr.

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