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Hurra, die Schule ist wieder auf!

Seit Wochenbeginn sind Grundschulen und Kitas wieder geöffnet. Das freut Kinder, Lehrer, Erzieher und Eltern.

Die Mädchen und Jungen der Klasse 1c der Pestalozzi-Grundschule in Weißwasser freuten sich, dass sie wieder in die Schule gehen konnten.
Die Mädchen und Jungen der Klasse 1c der Pestalozzi-Grundschule in Weißwasser freuten sich, dass sie wieder in die Schule gehen konnten. © Joachim Rehle

Montag war ein besonderer Tag. Nach Wochen corona-bedingten Homeschoolings und der Notbetreuung zog wieder etwas Normalität in den Alltag von Kita-Kindern und Grundschülern ein. Manche Einrichtungen empfingen die Jüngsten mit Plakaten wie „Schön, dass Ihr wieder da seid“. Überall gleich war jedoch die Freude der Kinder, endlich wieder ihre Mitschüler, Kita-Kumpels und Freunde sehen, mit ihnen lernen, spielen, reden zu können.

Schulstart verlief ohne Probleme

„Ganz ehrlich, wir Lehrer haben uns auf diesen Tag genauso gefreut“, bekennt Dörte Broddack, Schulleiterin der Pestalozzi-Grundschule in Weißwasser. „Ich bin selber am Montag zufrieden und froh nach Hause gegangen.“ In der Grundschule sind alle Kollegen und fast alle Schüler an Bord. Der Re-Start hat laut Broddack prima funktioniert. Auch weil die Eltern durch die Schule rechtzeitig über den Ablauf informiert worden waren. Doch ganz normale Schultage sind durch eingeschränkten Regelbetrieb, Maskenpflicht, Abstands- und Hygieneregeln noch nicht möglich. In Schule und Hort gelten feste und voneinander getrennte Klassen- und Gruppenverbände, entsprechend gestaffelte Pausen- und Essenszeiten, getrennte Zugänge und vieles mehr. „Wichtig ist jedoch, dass die Kinder wieder ein soziales Zusammenleben, Gemeinschaft, Spaß am Lernen und Motivation haben“, meint Broddack. Sie wisse, dass ohne dies schon manchen Schülern beim Lernen zu Hause die Puste ausgegangen sei. In der Schule werde daher erst einmal der Lernstand aller ermittelt, um dann die weitere inhaltliche und methodische Unterrichtsgestaltung festzulegen.

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Alle da trotz Aussetzung der Präsenzpflicht

Reibungslos verlief der Neubeginn ebenfalls in der Grundschule Schleife. Bis auf zwei erkrankte Schüler waren alle der 180 Mädels und Jungs wieder da. „Die Kinder haben sich riesig gefreut, dass es wieder losgeht, aber Lehrerinnen und Eltern ebenso“, so Schulleiterin Petra Rübesam. Nach dem Klassenlehrerprinzip werden im eingeschränkten Regelbetrieb auch in Schleife nun die Kernfächer Deutsch, Mathe, Sachkunde und in der 4. Klasse Englisch unterrichtet und Kinder schrittweise wieder an Hausaufgaben herangeführt.

Zur Notbetreuung kamen etwa 40 Grundschüler ins Schulhaus. Für die Vorbereitung des Wiederstarts nutzten die Schulleiterin und ihr Team die Erfahrungen aus dem vorigen Jahr. Dennoch sei die Rückkehr mit viel Aufmerksamkeit fürs Detail vorbereitet worden. „Wir haben ein gutes Gefühl“, sagt Petra Rübesam. Sie räumt aber auch ein, dass die Räumlichkeiten im neuen Deutsch-sorbischen Schulkomplex so einiges erleichtern. „Im alten Schulgebäude hätten wir da viel größere Kopfschmerzen gehabt“, sagt sie.

Zeugnisse am ersten Schultag

Ruhig und geordnet lief der erste Schultag ebenfalls in der Grundschule Neißekinder in Sagar ab. Wie anderswo waren einzelne Kinder weiter im Hausunterricht. Laut Schulleiterin Marion Jainsch werden sie mit Aufgaben versorgt – was natürlich eine Doppelbelastung für die Lehrer sei.

Und wie in allen Grundschulen gab es auch in Sagar am ersten Unterrichtstag nach dem Lockdown die Halbjahreszeugnisse. Für Schüler der 4. Klassen, die sich samt Bildungsempfehlung ab 5. Klasse für einen Besuch von Gymnasium oder Oberschule entscheiden müssen, lagen die Zeugnisse seit 10. Februar abholbereit im Sekretariat. Dass Zeugnisse trotz langen Ausfalls des Präsenzunterrichts aussagefähig sind, daran zweifelt Marion Jainsch – im Gegensatz zu vielen Eltern – nicht. „In 4. Klassen sind objektive Einschätzungen möglich, da Lehrer die Kinder, ihre Stärken, Schwächen und Arbeitsweisen schon einige Jahre kennen“, begründet sie. In den Klassenstufen 1 bis 3 seien Lern- und Sozialverhalten ebenfalls gut einschätzbar – dank der Erfahrungen der Vorjahre und anhand der Leistungen von September bis Anfang Dezember vorigen Jahres.

Kita-Start mit Fasching und Festen

Anders als in den Grundschulen gab es in den Kitas keine „Giftzettel“, sondern viel Spiel, Spaß und mancherorts sogar Faschingsfeiern. Vor allem herrschte in den Einrichtungen große Wiedersehensfreude bei Kindern und Erziehern. „Die Kinder kamen freudestrahlend“, erzählt Christina Jurack, Leiterin der Kita Bummi in Boxberg. In der Notbetreuung waren hier um die 30 Mädels und Jungs im Haus, jetzt sind es etliche mehr. Die feierten am Faschingsdienstag auch Karneval. „Jede Gruppe hat für sich etwas gemacht, so weit das unter diesen Bedingungen möglich war“, weiß Christina Jurack. In der Vorbereitung auf die Wiederöffnung gab es vieles zu beachten. So müssen die Kinder, wie in den Grundschulen, in voneinander getrennten Gruppen betreut und getrennt entgegengenommen werden. Die Eltern sind informiert, dass für sie nach wie vor Betretungsverbot für die Einrichtungen gilt. Geöffnet ist die Kita Bummi in Boxberg im eingeschränkten Regelbetrieb von 7 bis 16 Uhr.

Gut gefüllt ist ebenfalls wieder die integrative Kita Bergpiraten in Bad Muskau. 98 von 130 Kita-Kinder sind da. „Ich gehe davon aus, dass wir spätestens Anfang März wieder Vollbelegung haben“, schätzt Kita-Leiter Björn Wünsche. Zuletzt hatten er und seine Kollegen rund 45 Kinder in der Notbetreuung. Nun gilt auch in Bad Muskau eingeschränkter Regelbetrieb mit Öffnungszeiten von 6.30 bis 16 Uhr. Eltern dürfen auch hier nicht in den Kindergartenbereich rein. In der Krippen-Wartezone im Inneren des Haupteingangsbereiches ist das möglich, aber da darf nur ein Elternteil pro Gruppe im Haus sein und die Garderobe nutzen. Dies bedeutet, dass Eltern durchaus mit Wartenzeiten bei Abgabe und Abholung der Kinder rechnen müssen.

Laut Wünsche seien jedoch alle zufrieden, auch dank einiger Nachbesserungen, die sich aus den Erfahrungen der ersten Öffnungstage ergaben. Gefeiert wird in Bad Muskau übrigens auch bald. „Kommende Woche gibt es ein Begrüßungsfest, zu dem die Kinder in Kostümen kommen können und bei dem Geburtstage nachgefeiert werden. Gefeiert wird aber nur innerhalb der Stammgruppen“, verrät Wünsche. Noch eine gute Nachricht: Eltern und Kinder sind wieder mit der Essensversorgung zufrieden. Da der bisherige Anbieter seinen Konzessionsvertrag vorfristig zum 31. Januar 2021 gekündigt hatte, war ein Anbieterwechsel erforderlich. Der neue Versorger kocht in einer Küche in Schleife, bietet sogar vegane und allergenfreie Speisen an.

Entlastung für Kinder und Eltern

Fazit ist, dass – trotz aller noch bestehender Einschränkungen – die Freude über die Wiederöffnung der Einrichtungen überwiegt. Auch bei Eltern, die spürbar entlastet werden. „Wir konnten unsere Mädchen auf Grund unserer systemrelevanten Berufe zwar in die Notbetreuung bringen. Nun aber können sie endlich wieder mit all ihren Freunden, Erziehern und Lehrern zusammen sein, was ihnen sehr fehlte. Aber auch für uns Eltern wird es jetzt wieder etwas leichter“, so eine junge Mutter. Denn, so die Krauschwitzerin weiter, ein Grundschulkind lerne nun mal noch nicht ganz eigenständig, könne den Computer mit der Lernplattform nicht wirklich selbstständig bedienen oder Lernblätter ausdrucken. Außerdem sorge Unterricht zu Hause für viele Fragen und Erklärungsbedarf, während die kleinere Schwester spielen und ebenfalls unterhalten werden will. „Job, Familie und Lernen unter einen Hut zu bekommen, war schon oft anstrengend.“

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