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PLUS Weißwasser

Ist wirklich immer ein Arzt nötig?

In Weißwasser sind viele Praxen wegen Krankheit geschlossen. Die Klinik hat die Bettenzahl für Covid-Patienten erhöht. Die Versorgungslage ist angespannt.

Die Lage am Kreiskrankenhaus Weißwasser hat sich auch deshalb wieder stabilisiert, weil Bundeswehrsoldaten vom Görlitzer Malteser-Krankenhaus Carolus abgezogen und nach Weißwasser verlegt wurden.
Die Lage am Kreiskrankenhaus Weißwasser hat sich auch deshalb wieder stabilisiert, weil Bundeswehrsoldaten vom Görlitzer Malteser-Krankenhaus Carolus abgezogen und nach Weißwasser verlegt wurden. ©  André Schulze

Weißwasser. Schon seit Wochen fahren fast pausenlos Rettungswagen und Notarztautos durch Weißwasser, um Patienten in der Stadt und im Umland zu versorgen. Bei den Einsätzen handelt es sich um Not- und Akutfälle ebenso wie um Covid-Patienten. Laut Information der Landkreisverwaltung auf TAGEBLATT-Anfrage stieg die Zahl Corona-Patienten zwischenzeitlich so an, dass die Bettenzahl im Klinikum Weißwasser für sie zwischen dem 3. und 8. Dezember von 25 auf 37 erhöht werden musste.

Kreisweit seien auch weiterhin Verlegungen in andere Häuser vorgenommen worden. Doch auch Kliniken wie die in Cottbus haben die Aufnahmegrenze erreicht. Zudem sollen Verlegungen der Intensivpatienten aus medizinischen Gründen möglichst verhindert werden, da die Belastung ihre Genesungsaussichten verschlechtern kann. Im Umkehrschluss arbeitet die Kreisverwaltung intensiv daran, möglichst viele andere Kliniken für die Versorgung von Patienten mit anderen stationär zu behandelnden Beschwerden wie Brüchen, Sepsen oder Schlaganfällen einzuspannen.

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Was das Krankenhaus Weißwasser betrifft, so werden hier wieder Notfälle versorgt, nach dem dies für zwei Tage ausgesetzt war, Patienten gleich in andere Krankenhäuser kamen. Stabilisiert hat sich die Lage auch, weil Bundeswehrsoldaten vom Görlitzer Malteser-Krankenhaus Carolus abgezogen und nach Weißwasser versetzt wurden, wo sie nun im Einsatz sind.Auch im Bereich niedergelassene Ärzte hat sich die Versorgungslage dramatisch verschlechtert. Allein in Weißwasser sind aktuell sechs Praxen wegen Krankheit geschlossen. Soziale Medien wie Facebook sind voll mit Fragen und Tipps bezüglich noch offener Praxen. Wer eine findet, muss lange warten, bis er an der Reihe ist. Denn die noch offenen Praxen, so haben Kassenärztliche Vereinigung (KV) Sachsen und der Landkreis vereinbart, müssen für geschlossene Praxen die Vertretungen übernehmen. Dies bedeutet, beispielsweise bei Hausärzten, die medizinische Betreuung von Alten- und Pflegeheimen sowie Hausbesuche, wodurch auch ihr Personal überlastet wird.

Ein Teufelskreis. Damit er sich vor und zwischen Weihnachten und Jahreswechsel, beispielsweise durch Urlaub, nicht weiter verschärft, suchen KV und Partner sachsenweit nach möglichen Lösungen. Denn Urlaubsverbot verhängen ist bei niedergelassenen, also unternehmerisch selbstständigen, Ärzten nicht möglich.„Da auch Ärzte von der Pandemie betroffen sind, ist die Lage in Weißwasser und dem Umland wie überall angespannt. Weil sich die Ärzte vor Ort organisieren, kann durch ihr Engagement aber die Versorgung aufrecht erhalten werden, auch wenn dies zweifelsfrei schwierig ist“, weiß Katharina Bachmann-Bux, KV-Pressesprecherin. Angesichts der Lage appelliert sie daher an das Verständnis der Bürger für die Gesamtsituation sowie an Patienten sich zu hinterfragen, ob wirklich immer ein Arzt in Anspruch genommen werden müsse.

Noch gibt es für akut erkrankte Patienten in Weißwasser einen Anlaufpunkt, selbst an Feiertagen und Wochenenden: Die Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung im Krankenhaus. Sie arbeite, laut Bachmann-Bux, ohne Einschränkungen. „Der Bereitschaftsdienst darf aber nicht als Ausweichmöglichkeit genutzt werden, soll weiterhin für Notfälle sein.“

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