Weißwasser
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Keine Angst vor Krabbeltieren

In der Lernwerkstatt Natur werden Ferienkinder in Weißwasser zu Artenforschern. Die Station hat auch noch andere spannende Camps zu bieten.

Von Andreas Kirschke
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In der Themenwoche „Artenforscher unterwegs“ begeistert Margrit Müller, viele Jahre hauptamtliche und heute ehrenamtliche Mitarbeiterin der Lernwerkstatt Natur in Weißwasser, die Kinder auch für Spinnen und andere Krabbeltiere.
In der Themenwoche „Artenforscher unterwegs“ begeistert Margrit Müller, viele Jahre hauptamtliche und heute ehrenamtliche Mitarbeiterin der Lernwerkstatt Natur in Weißwasser, die Kinder auch für Spinnen und andere Krabbeltiere. © Andreas Kirschke

Hanna (8), Jakob (7), Hannes (9) und die anderen Kinder spitzen im Tierpark Weißwasser ihre Ohren. „Im Reich der Spinnen“ heißt das Thema in der Lernwerkstatt Natur. Es gehört zum Sommerferienprogramm „Artenforscher unterwegs“ der Station für Technik, Naturwissenschaften und Kunst. In welche Tierfamilie würdet ihr die Spinnen einordnen? Wie groß ist die größte Spinne? Woran erkennen wir eine Spinne? Zu welcher Tageszeit können wir Spinnen gut beobachten? Margrit Müller, viele Jahre hauptamtliche und heute ehrenamtliche Mitarbeiterin der Lernwerkstatt, fragt in die Runde. Arme recken sich in die Höhe.

Schritt für Schritt nähert sich Margrit Müller mit den Kindern dem Thema. Die Bundesfreiwillige Anne Kutschick unterstützt sie dabei. „Weltweit gibt es 48.000 verschiedene Spinnen-Arten. Allein in Mitteleuropa sind es rund 150“, erfahren die Kinder. Jede Spinne hat eine Giftdrüse. Beutetiere wie Fliegen, Käfer und andere Insekten werden damit erlegt. Eine Spinne hat stets acht Beine. Ein Käfer hingegen hat sechs. „Im Herbst ziehen Spinnen ihre Fäden im Wald. Sie bauen sich ihre Netze in den Bäumen. Altweibersommer heißt diese Jahreszeit“, erläutert Margrit Müller. Kurz darauf geht es zum Spinnen-Beobachten.

Feste Säule im Ferienprogramm

Margrit Müller erzählt aber auch von einigen Bewohnern des Tierparks. Sie schildert die berührende Geschichte des Kapuziner-Affen Chico. Evelin Kahnbach, erfahren in Aufzucht und Umgang mit Affen, nahm sich seiner damals an. Kinderarzt Dr. Harald Kuch unterstützte sie tatkräftig. Chico wird 2023 schon 30 (!) Jahre alt. Im Tierpark Weißwasser fühlt sich der gebürtige Hoyerswerdaer wohl. Auch der Weißhand-Gibbon-Affe Nils konnte durch umsichtige Tierpfleger gerettet werden und lebt mit Schwester und Vater im Zoo Weißwasser.

Bernd Frommelt, Leiter der Station Weißwasser, ist sehr dankbar für das Engagement von Margrit Müller. Die Lernwerkstatt Natur im Tierpark Weißwasser ist eine feste Säule des Sommerferienprogramms, seit 2012 die Station ihr Träger wurde. 2022 heißt es an zwei Wochen „Junge Artenforscher unterwegs“. Die Themen reichen im Juli von der Kräuterkunde über Bäume und Sträucher oder das Reich der Spinnen bis hin zu Storchenexpedition und Tierpark-Rallye. Mitte August folgen weitere Themen. „Wir können viel fragen. Wir lernen eine Menge“, meint Hannes Dahley aus Weißwasser. In der Station war er schon zum Kinderfest und zum Fasching. Gern kommt er auch in die Lernwerkstatt. Seine Mutter Sandy Dahley freut sich über die Kreativität der Station. „Die Kinder sind gut aufgehoben. Die Station reißt sie mit ihrem Programm mit“. Irena Herrmann hat ihre Enkelin Hanna gebracht. „Die Kinder lernen viel über die Natur und über die heimische Tier- und Pflanzenwelt kennen“, freut sich die Rentnerin. Ihr Sohn Norbert (57) ging früher selbst gern in die Station. Dort nahm er regelmäßig an der Arbeitsgemeinschaft Elektronik teil. Seine Begeisterung gibt er heute an seine Kinder weiter. Hanna kann das nur bestätigen. Sie mag Tiere wie Katze, Pferd und Giraffe. Warum sie gern in die Lernwerkstatt kommt? „Weil ich hier neue Freunde finde“, sagt sie.

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Camps statt Tagesangebote

In der Station gibt es noch weitere spannende Ferienangebote wie etwa das deutsch-polnische Natur-Entdecker-Camp vom 1. bis 5. August mit 20 Kindern aus Deutschland, Polen und der Ukraine. „Wir wollen die Kinder sensibilisieren für die heimische Pflanzen- und Tierwelt, ebenso für gesundes Essen und Trinken“, sagt Betreuerin Claudia Müller, seit 2016 Mitarbeiterin der Station und heute Verantwortliche für internationale Themen. „Es ist ein neues Format bei uns in der Station, aber schon wie ein Selbstläufer. So gut ist der Zuspruch. Durch so ein Camp entstehen Freundschaften zwischen den Kindern. Auch das ist ja unser Ziel“, betont sie.

Statt auf stetig wechselnde Tages-Angebote setzt die Station seit einigen Jahren in den Sommerferien lieber auf vertiefende mehrtägige Camps. Die Kinder könnten von den Themen mehr verinnerlichen, Bezüge herstellen und Zusammenhänge erkennen. Das habe sich grundsätzlich bewährt, sagt Bernd Frommelt.Für die zweite Woche „Artenforscher unterwegs“ vom 15. bis 19. August in der Lernwerkstatt Natur im Tierpark Weißwasser gibt es noch freie Plätze. Dann geht es noch einmal ins Reich der Spinnen, aber auch der Frage nach, was auf einer Wiese so kreucht und fleucht. Einen Überblick über das weitere Ferienprogramm gibt’s auf der Internetseite der Station.

Anmeldung unter Telefon 03576 290390 oder per Mail [email protected]

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