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Kinder basteln tolle Weihnachtsgeschenke

Trotz Corona bauen Kitas in Weißwasser wieder Räuchermänner. Neue Wege und eine Kooperation machen es möglich.

2019 konnten Kita-Kinder und fleißige Helfer gemeinsam im SpinnNetz basteln. In diesem Jahr gibt es nur Bausätze, die jede Kita-Gruppe für sich zusammengefügt
2019 konnten Kita-Kinder und fleißige Helfer gemeinsam im SpinnNetz basteln. In diesem Jahr gibt es nur Bausätze, die jede Kita-Gruppe für sich zusammengefügt © Archiv: Joachim Rehle

Wenn Frank Konietzky heute in städtischen Kitas große Pakete an den Eingangstoren abgibt, wird er im Hintergrund bereits voller Vorfreude und Neugier erwartet. Denn das, was der Vertreter der Alte-Herren-Fußballer „Graue Wölfe“ von der TSG Kraftwerk Boxberg überbringt, sind Weihnachtsüberraschungen für Eltern und Großeltern, die von Kita-Kindern in den nächsten Wochen selbst gebastelt werden. Konkret handelt es sich dabei um echte erzgebirgische Räuchermänner, für die die Einzelteile und Bausätze an der Drechselbank von Tobias Wolf entstanden. Bei ihm ausgesucht hatten sich die Weißwasseraner Kinder unter Dutzenden unterschiedlichen Figuren – sie reichen von diversen Handwerkern über den Bergmann, einen Maler mit Leiter bis hin zur Kaffeebohne – Schneemänner mit und ohne Licht und Knecht Ruprecht. Je nach Bausatz und Schwierigkeitsgrad sind sie holzfarben oder bunt, mit und ohne Zubehör.

Projekt unter Corona-Bedingungen

Da der Holzdrechsler wegen Corona nicht selbst nach Weißwasser kommen darf, um den Kindern die Sets bringen, seine Arbeit an der Drechselbank demonstrieren, beim Basteln helfen und so manche interessante Geschichte zu den Figuren erzählen zu können, holte „Weihnachtsmann-Wichtel“ Frank Konietzky gestern die Bauteile samt Anleitungen und Schaustücken in der Werkstatt in Eppendorf ab. „Die Aktion war lange geplant und sollte nicht platzen. Doch die Corona-Bedingungen und die Vernunft lassen es dieses Mal leider nicht zu, gemeinsam bei uns zu basteln“, bedauert Silke Krahl, Leiterin des SpinnNetz Weißwasser. Hier sollten vom 3. bis 6. November die Kitas in die „Weihnachtsmann-Stube“ kommen. Nun müssen die Erziehrinnen der Weißwasseraner Kitas Ulja, Regenbogen, Awo Waldwichtel und DRK Sonnenschein selbst handwerkliches Geschick beweisen und die Kinder allein in ihren Einrichtungen anleiten. Auch darüber ist Silke Krahl traurig. „In diesem Jahr hatten sich noch mehr Senioren als zuvor bei uns als Helfer gemeldet und auf die Kinder gefreut“, begründet sie.

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Die Idee für die Bastelaktion in Kooperation mit Holzdrechsler Tobias Wolf und dem Generationstreff SpinnNetz hatte einst Frank Konietzky nach Weißwasser mitgebracht. Unter dem Motto „Erfahrung trifft Neugier“ wurde hier 2019 erstmals das gleichnamige Projekt mit drei Kitas, 75 Kindern und interessierten Senioren gestartet. Ziele waren die Entwicklung und Förderung von handwerklichem Geschick bei Kindern und das Zusammenbringen von Menschen verschiedener Generationen, die so auch voneinander lernen und sich kennenlernen. „Die Aktion kam so gut an, dass für 2020 gleich eine Fortführung beschlossen wurde“, weiß Frank Konietzky. Dass er in diesem Jahr sogar für vier Kitas mit insgesamt 109 Kindern Bausätze holte, freut ihn ebenso wie Tobias Wolf.

Hoffen auf eine Fortführung

Normalerweise ist der Holzdrechsler von Spätsommer bis Weihnachten auf Messen, Märkten und Festen unterwegs, um seine erzgebirgische Volkskunst als fertige Figuren oder Bausätze zu verkaufen oder sie in Horten, Schulen, kirchlichen Einrichtungen, Vereinen und anderswo bei kreativen Bastel- und Werkstatt-Tagen anzubieten. „All das ist in den nächsten Wochen nicht möglich. Daher ist es umso schöner, dass die Projekt-Kooperation mit Weißwasser trotz Corona klappt“, sagt Tobias Wolf, der auch für eine Fortsetzung 2021 offen ist. Dann, so hofft er, wolle er jedoch selber wieder nach Weißwasser kommen.

Fonds und Sponsoren sichern Aktion

Die Aktion fortführen möchten ebenfalls die Kitas und alle Unterstützer. Doch ganz so einfach ist das nicht. Denn erzgebirgische Volkskunst, selbst als Bausatz, hat ihren Preis. Bislang kamen die finanziellen Mittel weitestgehend aus dem städtischen Leag-Geldfonds. Von dem profitieren, laut Stadtratsbeschluss, regelmäßig auch Vereine, Kinder-, Jugend- und Freizeiteinrichtungen der Stadt sowie Schul- oder Kita-Projekte. Doch der über den Fonds genehmigte Betrag reicht nicht, weshalb Eltern oder Großeltern je Bausatz einen Eigenanteil von fünf Euro zahlen und die Fußballer von den „Grauen Wölfen“ ebenfalls finanziell unterstützen.

„In diesem Jahr reichte das so zusammenkommende Geld wegen der fast 40 Kinder mehr nicht aus“, bekennt Konietzky, der sich daher auf Suche nach weiteren Sponsoren begab. Die fand er in Familie Fehmann, einem Unternehmen in Bad Muskau, einer regionalen Schokoladenconfiserie und einem Weißwasseraner Möbelhaus. „Außerdem mussten zur Refinanzierung acht Euro Eigenanteil erhoben werden. Noch hoffe ich, sie über Sponsoring reduzieren zu können“, so Konietzky. Im Corona-Jahr dürfte dies nicht leicht werden. Ob und wie 2021 die Aktion erneut in Weißwasser möglich wird, ist auch offen. „Jetzt bin ich erst einmal glücklich, dass die Kinder basteln können“, verrät Konietzky.

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