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Kindertagesstätten sind dicht

In Groß Düben und Halbendorf sind Erzieherinnen an Corona erkrankt. Wann die Kitas nach der Quarantäne wieder öffnen, ist fraglich.

Beim ersten Lockdown im April war im „Spatzennest“ in Groß Düben eine Notbetreuung eingerichtet, hofften die Zwerge, dass auch ihre Spielgefährten bald wieder kommen dürften. In dieser Woche ist wegen Corona ganz geschlossen.
Beim ersten Lockdown im April war im „Spatzennest“ in Groß Düben eine Notbetreuung eingerichtet, hofften die Zwerge, dass auch ihre Spielgefährten bald wieder kommen dürften. In dieser Woche ist wegen Corona ganz geschlossen. © Joachim Rehle

Groß Düben. Die Eltern in der Gemeinde Groß Düben hat in dieser Woche eine weitere Hiobsbotschaft erreicht. Bereits seit Montag waren in der Kita „Spatzennest“ in Groß Düben keine Kinder mehr aufgenommen worden, weil fünf Erzieherinnen mit Corona infiziert sind. Dem Gemeinderat teilte Bürgermeister Helmut Krautz (SPD) am Donnerstag mit, dass an diesem Tag auch die Kita „Storchennest“ in Halbendorf geschlossen werden musste. Am Nachmittag zuvor hatte er einen Anruf erhalten, dass eine Erzieherin in Halbendorf positiv getestet worden sei.

Die behördliche Anordnung stellt sowohl die Eltern als auch die Gemeinde vor große Probleme. Das zeigte die Diskussion im Gemeinderat. Wie lange „vorübergehend geschlossen“ heißt, war die heftig diskutierte Frage. „Das Gesundheitsamt gibt vor, wie lange die Einrichtung zu schließen ist. Ab dem Tag darauf öffnen wir wieder“, erklärte Kämmerin Carmen Petrick.

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Ungewissheit ist nicht zu beheben

So weit die Theorie. Das „Storchennest“ Halbendorf bleibt bis 10. Dezember geschlossen. Ob allerdings am Tag darauf, einem Freitag, geöffnet werden kann, dazu sei derzeit keinerlei Aussage möglich. „Wir wissen doch nicht, ob die Erzieherinnen an dem Freitag wieder da sind oder ob es noch weitere Erkrankungen gibt“, so Helmut Krautz. „Dann hängen die gesunden Kinder, die jetzt zu Hause und nicht von der Quarantäne betroffen sind, in der Luft, wenn es an dem Freitag keine gesunden Erzieherinnen gibt“, machte Ortsvorsteherin Katrin Pullmann ihrem Ärger Luft. Sie kritisierte die ungenügende Information der Eltern durch die Gemeinde.

Das wollte Bürgermeister Helmut Krautz so nicht stehenlassen. Dass die Ortvorsteherin von Haus zu Haus gegangen sei, das habe ja zur Verunsicherung der Eltern beigetragen. Noch drastischer war die Kritik von Markus Stoppe (WV Groß Düben). Der Elternbrief der Gemeinde sei nichtssagend; reif für den Papierkorb. „Da hätte wenigstens drinstehen müssen, dass die Kita wegen Corona geschlossen ist“, forderte er. Dem widersprach sodann Harald Rösch (WV Groß Düben), der selber Unternehmer und Arbeitgeber ist: Das verstoße gegen den Datenschutz. Aber wenigstens, so war man sich dann einig, hätte in dem Elternbrief stehen müssen, dass die Kita nach behördlicher Anordnung infolge des Infektionsschutzgesetzes geschlossen wurde. „Arbeitgeber der Eltern erwarten eine solche Formulierung“, erklärte Markus Stoppe.

Für die Kita in Groß Düben war die Schließung bis zum gestrigen Freitag angeordnet. Aber ob am Montag wieder geöffnet wird, dazu gab es am Freitag keine Aussage. Lediglich die Auskunft: „Wie es hier weitergeht, wissen wir noch nicht.“

Unübersichtliche Lage

Nicht nur die Gemeinderatssitzung in Groß Düben zeigte, dass die Lage inzwischen mehr als unübersichtlich ist. Auf der Internetseite der Gemeinde Groß Düben werden die Eltern aufgefordert, sich bei Fragen zur Corona-Situation in den beiden Kitas an den Bürgermeister oder aber an die Hauptamtsleiterin der Verwaltungsgemeinschaft Schleife zu wenden. Doch Marion Mudra hat sich, nachdem sie Kontakt mit einer, inzwischen positiv getesteten Person hatte, gestern freiwillig in Quarantäne begeben, fehlte deswegen schon am Donnerstag im Gemeinderat.

Wie man mit der Situation umgeht, werde man am Montag beraten, kündigte Amtsverweser Jörg Funda auf TAGEBLATT-Nachfrage an.

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