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Kostenexplosion beim Gerätehaus?

Die Feuerwehr Skerbersdorf hat ein neues Fahrzeug. Das braucht ein neues Depot. Ein Projekt voller Herausforderungen.

In Skerbersdorf wird das alte Gerätehaus durch einen Neubau ersetzt.
In Skerbersdorf wird das alte Gerätehaus durch einen Neubau ersetzt. © Sabine Larbig

Die freiwillige Feuerwehr im Krauschwitzer Ortsteil Skerbersdorf hat Aufgaben des Katastrophenschutzes, weshalb die Kameraden ein neues Löschfahrzeug erhalten haben. Das Auto passt aber nicht ins Gerätehaus. Ein Neubau muss her. Das bringt Vorteile und Sorgen mit sich. Gut ist, dass die Gemeinde endlich das sanierungsbedürftige, nicht mehr den Anforderungen entsprechende und 50 Jahre alte Depot durch einen Neubau ersetzen kann. Bislang scheiterte es am Geldmangel. Nun, durch das neue Auto, steht der Neubau sogar an erster Stelle der kreislichen Prioritätenliste bei Feuerwehren, sollen 430.000 Euro Fördermittel fließen.

Baustart für 2022 geplant

Noch liegt Krauschwitz die Zusage nicht schriftlich vor. Erst, wenn der sächsische Landeshaushalt beschlossen ist, weiß der Kreis, was er wofür an Geld bekommt und verteilen und wofür er Förderzusagen verschicken kann. „Der Bescheid kommt voraussichtlich im Juli“, erklärte Marcell Hänchen vom Bauamt der Gemeinde am Dienstag in der Ratssitzung. Um aber keine Zeit bei der Planung zu verlieren, appellierte er an die Räte, der vorliegenden Vergabe der Tragwerksplanung zuzustimmen. Neben der schon vergebenen und erfolgten Gebäudeplanung ist sie eine weitere Grundvoraussetzung zur Erteilung der Baugenehmigung. Die soll schnell kommen, da die Krauschwitzer im kommenden Winter den Großteil der Bauleistungen ausschreiben wollen, um 2022 mit der Errichtung des Gerätehauses starten zu können. „Wir wissen alle, dass seit Corona die Baupreise enorm gestiegen sind. Ich vermute daher, dass das geplante Geld nicht reicht. Andererseits müssen wir konsolidieren, dürfen wir unseren Haushalt mit dem Projekt nicht sprengen“, äußerte Detlef Roitsch vor der Beschlussfassung besorgt. Weder die Pauschalfördersumme noch der eingerechnete Eigenanteil von 700.000 Euro, sagte er, könnten wahrscheinlich die tatsächlich entstehenden Baukosten decken.

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Marcell Hänchen bestätigte, dass die Fördersumme auf Werten von vor zehn Jahren basiere, nicht mehr zeitgemäß, aber eben festgelegt sei. Selbst Bürgermeister Tristan Mühl bekannte, nicht mit einem höheren Zuschuss zu rechnen. „Wegen des neuen Autos müssen wir aber bauen. Wir werden um jeden Cent sowie mit Ideen und Engagement um die Einhaltung der kalkulierten Kosten kämpfen“, versprach er. Schon jetzt hätten beispielsweise die Kameraden aller Krauschwitzer Wehren ihre Unterstützung signalisiert, durch Eigenleistungen bei Abriss und anderen Arbeiten dazu beizutragen, die Baukosten zu senken. Regiert hatte der Rotstift auch schon bei der Gebäudeplanung. So wurden, in Absprache mit Kreis und Wehr, Fläche im Bereitschaftsraum gekürzt, auf Fußbodenheizung und viele Parkplätze verzichtet, weil gleichzeitig Vorgaben wie Abgas-Absauganlage in der Fahrzeughalle oder Lüftungsanlagen umgesetzt werden müssen. Bei allen Planungen und Beschlüssen sei aber zu bedenken, so Mühl, dass Zeitverzug am Bau vermieden werden muss. Sonst bestehe die Gefahr, dass Krauschwitz aus der Förderung für das Gerätehaus rausfalle.

Gemeinde und Räte unter Druck

Trotz allen Drucks verwies auch Mario Mackowiak auf die höheren Baupreise. „Wir werden mächtig aufpassen müssen und ins Schwitzen kommen, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen“, sagte er. So sieht es auch Tristan Mühl. „Deshalb schauen wir wöchentlich nach alten und neuen Förderprogrammen, bis hin zur EU, um auszuloten, ob das eine oder andere Teilstück reinpasst und so unsere Finanzen entlastet.“ Denn generell sei eine Co-Finanzierung bei Feuerwehr-Förderung nicht genehmigungsfähig. „Wir könnten notfalls noch in ein anderes Programm mit höherer Förderung umschwenken. Bisher ist sowas aber nicht am Horizont“, so Mühl. Angesichts der Diskussion verwies er zudem auf die Tagesordnung. „Es geht jetzt um eine Planungsleistung, nicht Lattenkauf.“ Ratsmann Frank Lehmann fragte daraufhin zu den Honorarkosten für die Tragwerksplanung an, ob es Festsummen seien oder diese sich nach den Baukosten richten. „Es sind Festhonorare. Egal, welche Baukosten am Ende rauskommen“, so Marcell Hänchen. Letztlich entschieden sich die Räte unter drei Anbietern einstimmig für ein Schwepnitzer Ingenieurbüro mit einer Niederlassung in Weißwasser.

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