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Kreis Görlitz: Schulen öffnen ab Donnerstag

Die 7-Tage-Inzidenz liegt den fünften Werktag unter 165, Wechselunterricht ist möglich. Doch hat das Sinn vor Pfingsten?

Die Schüler dürfen ab Donnerstag wieder in die Schulen, zumindest im Wechselunterricht.
Die Schüler dürfen ab Donnerstag wieder in die Schulen, zumindest im Wechselunterricht. © Marcel Kusch/dpa

Erfüllt sind die Voraussetzungen für Öffnungen von Schulen und Kitas im Landkreis Görlitz. Wie das Robert-Koch-Institut in Berlin mitteilte, lag die 7-Tage-Inzidenz im Kreis am Dienstagmorgen bei 91,4 – und damit den fünften Werktag in Folge unter der für Schulöffnungen entscheidenden Marke von 165. Das Bundesinfektionsschutzgesetz sieht vor, dass die Schließungen der Einrichtungen am übernächsten Tag außer Kraft treten. Das ist im Kreis Görlitz der Donnerstag.

Das Kultusministerium bestätigte unterdessen, dass die Schulen im Landkreis Görlitz ab Donnerstag wieder im Wechselunterricht und die Kindertageseinrichtungen im eingeschränkten Regelbetrieb öffnen können. Noch nicht im Normalbetrieb, aber im Wechselunterricht. Das heißt, dass die einzelnen Klassen nur mit der Hälfte der Schüler in ihre Schule kommen dürfen. Derzeit lernen nur Abschlussklassen und die Förderschulen im Präsenzunterricht. Für die Abschlussklassen ist das aber kaum der Rede wert, weil die Prüfungen begonnen haben. Die Schüler aller anderen Schulen sind im Homeschooling, seit die vierte Änderung des Bundesinfektionsschutzgesetzes, kurz Bundesnotbremse genannt, am 24. April in Kraft trat – also seit dreieinhalb Wochen.

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Schulen noch diese Woche öffnen?

Offen ist die Frage, ob die Schulen innerhalb von 48 Stunden wieder öffnen können oder eine längere Vorbereitungszeit sinnvoll ist. Immerhin müsste für die zwei Tage in dieser Woche auch ein Testregime eingerichtet werden, denn der Besuch der Schule ist nur mit Corona-Tests möglich. Zwei sind pro Woche vorgeschrieben, einer wäre damit diese Woche noch fällig. Auch würden die Schulen zunächst im Wechselunterricht starten. Das bedeutet: Die eine Hälfte der Klasse geht in die Schule, die andere ist im Homeschooling. Wenn nun die eine Hälfte diese Woche mit zwei Tagen startet, die andere aber nächste Woche vier Tage hat, ist der Unterrichtsstoff wiederum ungleichmäßig verteilt. Das aber soll verhindert werden, damit nicht alle, Lehrer wie Schüler, völlig aus dem Tritt kommen. Die Entscheidung, wann die Schulen öffnen, ist also nicht ganz so trivial.

Druck von den Eltern ist groß

Andererseits ist der Druck aus der Elternschaft betreffs einer raschen Öffnung der Schulen immens groß. In manchen Familien müssen Homeoffice und Homeschooling organisiert werden, ohne dass die Wohnungen ausreichend Platz bieten – und schon gar nicht sind sie dafür eingerichtet. Das verschärft die innerfamiliären Probleme in der Pandemie erheblich. Auch das ist bei der Abwägung zu beachten.Und auch in den Schulen hat man die Coronazahlen der letzten Tage verfolgt und ist jetzt nicht von der Entwicklung überrascht. Zum Beispiel in der Oberschule Rothenburg ist die Freude groß, dass es wieder losgeht. „Wir sind gut darauf vorbereitet, am Donnerstag den Schulbetrieb wieder aufzunehmen“, sagt Schulleiter Gerold Schulz. Die Unterrichtsräume sind für den Wechselunterricht eingerichtet. Die Schüler haben genügend Abstand zum Banknachbarn. Außerdem hat die Schule ausreichend Schnelltests geordert für Schüler und Personal. Die Mädchen und Jungen dürften sich auf ihre Klassenkameraden und den Unterricht vor Ort wieder freuen, ist sich der Schulleiter sicher. Denn „Schule zu Hause“ ist auf Grund des schwachen Internets in einigen Regionen für manchen mehr eine Qual als Bildung.

In Mücka haben die WhatsApp-Nachrichten zwischen Schule, Elternrat und Eltern schon die Runde gemacht mit dem Hinweis, dass ab Donnerstag alle Klassen unterrichtet werden. „Wir sind gerade dabei, die Eltern zu informieren“, sagte Schulleiter Torsten Weiß, als die SZ ihn am Dienstag anrief. Auch auf der Internetseite der Comenius-Schule finden Eltern und Schüler die entsprechenden Informationen vor. In Mücka gilt ebenso der Wechselunterricht. Dieser wird aller zwei Tage vollzogen. Wer zuhause bleiben muss, bekommt die Aufgaben von der Schule mit beziehungsweise lernt vor dem Computer.

Kitas öffnen ebenfalls wieder

Aber auch in den Kindereinrichtungen ist man darauf vorbereitet, dass es am Donnerstag wieder losgeht. Trotz aller organisatorischer Probleme, die das Wechseln von der Notbetreuung in den eingeschränkten Regelbetrieb (und vielleicht wieder zurück ...) mit sich bringt, bereiten sich etwa die Nieskyer Einrichtungen auf die Öffnung am Donnerstag vor. Darüber informiert Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann. Die entsprechende verbindliche Information hat die Stadt am Dienstag erhalten. Die Verwaltung hofft, bis Donnerstag vor allem das Personal trotz einiger krankheitsbedingte Ausfälle einsatzbereit zu haben. Einschränkungen, was die tägliche Öffnungszeit betrifft, sind gesetzlich erlaubt, und die Stadt wird davon Gebrauch machen, wenn es an Personal fehlt.Etwas einfacher hat es da der Einzelhandel, der weiterhin darauf hoffen kann, dass er am Sonnabend im Click-&-Meet-Modus und mit aktuellem Corona-Test der Kunden öffnen kann. Für ihn war heute der dritte Werktag, an dem die Inzidenz unter 150 liegt. Auch hier sind fünf Werktage nötig, damit die Geschäfte am übernächsten Tag öffnen können.

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