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Weißwasser

Vom Reiz der natürlichen Schönheit

Ob zugeknöpft oder ausgezogen – André Schulze fotografiert am liebsten Menschen. Ab Sonntag stellt er in Weißwasser aus.

André Schulze freut sich auf die Ausstellung in Weißwasser.
André Schulze freut sich auf die Ausstellung in Weißwasser. ©  privat

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Diese Volksweisheit würde André Schulze sofort unterschreiben. Der Fotograf und Bildjournalist, der seit fünf Jahren in Niesky lebt, hat es in seinem Alltag vielfach mit Menschen oder Dingen zu tun, deren Schönheit sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Dass seine neueste Ausstellung „Landschaft & Anmut“ in der Kleinen Galerie der Volkshochschule in Weißwasser nahezu perfekt gebaute junge Frauen in Szene setzt, sei dazu aber keineswegs ein Widerspruch. Zu sehen sind die mehr als 80 Fotografien in Farbe und Schwarz-Weiß vom 6. September bis 27. November. Wegen der Corona-Verfügungen findet statt einer Vernissage am  Sonntag eine fließende Eröffnung statt. Zwischen 15 und 18 Uhr wird sich André Schulze mit Besuchern locker über künstlerische Fotografie unterhalten und mit ihnen durch die Ausstellung gehen.

Die Fotos im A-4-Format entstammen zumeist den vergangenen zehn Jahren, wobei das älteste vor 15 Jahren entstand, das jüngste Bild erst vor vier Wochen. Die Fotografien zeigen Frauen, teils angezogen, teils nackt, in einem natürlichen Umfeld in Wiese, Feld und Flur oder auch in einem Steinbruch. Der Reiz besteht in der Ästhetik – „in der Verbindung von natürlicher Schönheit und Schönheit in der Natur“, wie es André Schulze beschreibt. Mit einigen der jungen Frauen hat der 42-Jährige schon länger und bei verschiedenen Projekten zusammengearbeitet. Models findet er aber auch über Social-Media-Kanäle.

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Männer sind nicht zu sehen

Männer sucht man vergeblich auf den Fotos. Wie er versichert, sei das jedoch kein Ausschlusskriterium. Nur seien Männer leider viel seltener bereit, vor der Kamera zu posieren. „Weil sie eitel sind“, wie er weiß. Frauen würden landläufig als attraktiver und anmutiger bezeichnet. Das aber stimme ganz und gar nicht. „Es geht nicht bloß ums Aussehen. Jeder hat auf seine Art eine Schönheit“, erklärt er. Es liege in der Hand des Fotografen, sie zu zeigen. Dieser Herausforderung hat sich der gebürtige Görlitzer voll und ganz verschrieben. Akt und Porträt sieht er dabei als schönen Ausgleich zu seiner Arbeit als Bildjournalist.

Gezeigt werden auch einige Landschaftseindrücke – Aufnahmen, die auf seinen Fotoreisen von Norwegen bis Mallorca entstanden sind, aber ebenso am Bärwalder See oder vor der eigenen Haustür.

In Weißwasser ist André Schulze kein Unbekannter. Und das nicht nur, weil er hier für die SZ über Jahre hinweg das Zeitgeschehen in Bildern einfing. Aktuell sind Fotografien von ihm unter dem Titel „Instrumente und Menschen“ in der Kreismusikschule zu sehen. Vor Jahren stellte er im Kreiskrankenhaus Weißwasser aus.

Dass seine Bilder nun in der Kleinen Galerie der Volkshochschule Dreiländereck zu betrachten sind, ergab sich quasi von selbst. Seit drei Jahren vermittelt er dort als Dozent in Fotografiekursen Kenntnisse zu Bildaufbau und -bearbeitung und gibt dabei so manchen wertvollen Tipp weiter.

Nie ohne seine Kamera

Das Angebot stand schon früher, fand erst aber keine Resonanz. Mittlerweile entdecken jedoch anscheinend immer mehr Menschen die Fotografie als Hobby. So, wie künstlerische Fotografien zunehmend Teil klassischer Kunstmuseen und Galerien werden. Fotografieren sei ja nichts anderes als „Zeichnen mit Licht“, heißt es.

Weil ihm das Malen einst zu lange dauerte, legte sich André Schulze in jungen Jahren „die erste Knipse“ zu und stellte ganz schnell fest, dass er lieber fotografiert. Mit einem Kredit von Opa kaufte er sich die erste Spiegelreflexkamera. Von da an widmete sich der gelernte Mediengestalter ganz bewusst der Fotografie. Vereine fragten an, ob er nicht Bilder machen könne. Seine Fotos wurden in Kalendern seiner Heimatstadt Görlitz gedruckt. 2011 gab er den „trockenen“ Bürojob auf und meldete ein Gewerbe für Mediengestaltung und Fotografie an. Bereut habe er diesen Wechsel nie. „Ich mache das, was ich immer wollte“, erzählt er. Mit Menschen arbeiten, mit ihnen reden, sie fotografieren. Seither ist er nie ohne seine Kamera unterwegs.

Ein Foto ist eine Dokumentation. An die könne man künstlerisch oder ganz nüchtern herangehen – je nach Anlass oder Wunsch des Auftraggebers. Das gelte in seinem Fotostudio in Görlitz ebenso wie für diverse Projekte. Und selbst bei einem Zeitungsbild habe er den Anspruch, das Foto über seinen Nachrichtenwert hinaus interessanter zu machen, als man es erwartet.

Ein Lieblingsmotiv hat André Schulze nicht, wie er selber sagt. Er fotografiert „Menschen im Allgemeinen“ – von zugeknöpft bis ausgezogen, von vor-geburtlich bis unsterblich. Nach den nächsten Vorhaben befragt, schmunzelt er. Konkrete Pläne, etwa für eine nachfolgende Ausstellung, habe er noch nicht. Aber es sei nicht zu fürchten, dass ihm die Ideen ausgehen.

Eröffnung der Fotoausstellung „Landschaft & Anmut“ am 6. September 15 bis 18 Uhr in der Kleinen Galerie der Volkshochschule, Jahnstraße 50 in Weißwasser.

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