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Lockdown bringt Mieter in Schwierigkeiten

Die WBG Weißwasser bemüht sich um individuelle Lösungen, sofern Betroffene nicht bis zuletzt warten. Auch das Team selbst steht vor Herausforderungen.

Wie die anderen drei Würfelhäuser am Freizeitpark in Weißwasser will die WBG 2021 auch den letzten Sechsgeschosser dort sanieren und einen Fahrstuhl einbauen.
Wie die anderen drei Würfelhäuser am Freizeitpark in Weißwasser will die WBG 2021 auch den letzten Sechsgeschosser dort sanieren und einen Fahrstuhl einbauen. © Constanze Knappe

Weißwasser. Den letzten der vier Sechsgeschosser am Freizeitpark in Weißwasser will die WBG-Wohnungsbaugesellschaft mbH Weißwasser in diesem Jahr sanieren. Es ist eines jener anspruchsvollen Projekte, mit denen das kommunale Wohnungsunternehmen in diesem Jahr weiter zur Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität beitragen möchte. Doch abgesehen von solchen Investitionsvorhaben bekommt es die WBG tagtäglich mit den großen und kleinen Sorgen, Problemen und Wünschen ihrer Mieter zu tun – vom tropfenden Wasserhahn bis zur klemmenden Balkontür. Das Unternehmen verwaltet 3.850 Wohn- und Gewerbeeinheiten im eigenen Bestand in Weißwasser, Boxberg und Schleife sowie 750 Vertragseinheiten für Dritte.

Mehr Homeoffice ist nicht drin

Wegen der Corona-Pandemie ist die Geschäftsstelle in der Lutherstraße nur beschränkt für Besucher geöffnet. Reparaturaufträge oder einfache Anfragen können telefonisch oder per Mail eingereicht werden. In dringenden Fällen aber ist ein persönlicher Kontakt möglich. Vorab sollte jedoch ein Termin vereinbart werden. Die WBG beschäftigt 27 Frauen und Männer. Zu krankheitsbedingten Langzeitausfällen wurden im November und Dezember weitere Lücken gerissen, weil sieben Mitarbeiter in Quarantäne mussten. Wenigstens die seien „Gott sei Dank alle wieder gesund zurück“, so Geschäftsführerin Petra Sczesny.

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Für die Forderung nach mehr Homeoffice sieht sie kaum Spielraum. Aus ihrer Sicht würde das „nicht mal eine Handvoll Mitarbeiter betreffen“. Diejenigen, die im direkten Kontakt mit den Mietern deren Anliegen bearbeiten, schon mal nicht. Viel größeres Kopfzerbrechen bereitet ihr, dass die Geschäftsstelle nicht als systemrelevant gilt. Mitarbeiter könnten deshalb ihre Kinder nicht in die Notbetreuung geben. Zwar seien Schulkinder mitunter schon mit ins Büro gekommen, bei kleineren Kindern gehe das aber nicht. So reißt die Kinderbetreuung zu Hause ebenfalls Lücken. Dennoch unterstütze man individuelle Lösungen. „Die Zeit ist auch so schon für alle schwer genug“, so die WBG-Chefin. Das gilt gleichfalls für die Mieter. „Von der Schließung im Lockdown sind fast alle unsere Gewerbemieter betroffen“, sagt sie. Zwar hätten viele von ihnen Überbrückungshilfen beantragt, aber die Auszahlung sei schleppend.

Einige stellten bereits einen Antrag auf Stundung der Gewerbemiete. In deren schwieriger Situation habe man gemeinsam Lösungen gefunden. Mehr Zahlungsschwierigkeiten als normalerweise registriert die WBG auch bei Wohnungsmietern. Weil darunter solche sind, die sonst immer pünktlich Miete bezahlt haben, sei Corona-bedingte Kurzarbeit oder gar Arbeitslosigkeit zu vermuten. „Wir bemühen uns auch in den Fällen um eine Lösung. Das setzt aber voraus, dass der oder die Betroffene rechtzeitig zu uns kommt und nicht erst, wenn bereits die dritte Mahnung im Briefkasten steckt“, erklärt Petra Sczesny.

Zur Verstärkung sucht die WBG Interessenten für die Ausbildung zu Immobilienkaufleuten. Bis zum 15. März kann man sich hier bewerben. Vorausgesetzt wird das Abitur und die Motivation, in einem Dienstleistungsbetrieb arbeiten zu wollen. Drei Azubis sind es derzeit. Seit 1999 bildet die WBG aus. Eine Vielzahl der Berufsanfängern wurde danach übernommen. „Bisher hat es immer gepasst“, sagt Petra Sczesny und ist auch ein bisschen stolz darauf.

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