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Am Ende mit leeren Händen

Die Lausitzer Füchse scheinen gegen Crimmitschau auf der Siegerstraße. Acht Unterzahlminuten ändern das.

Von Marcel Pochanke
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Der Crimmitschauer Verteidiger Dominic Walsh (links) bremst Füchse-Angreifer Roope Maekitalo aus.
Der Crimmitschauer Verteidiger Dominic Walsh (links) bremst Füchse-Angreifer Roope Maekitalo aus. © Thomas Heide

Die Lausitzer Füchse haben am Freitagabend das Derby gegen den Tabellenzweiten Crimmitschau mit 2:3 verloren. Nach einem starken zweiten Durchgang wurde es im letzten Drittel hektisch. Zwei Gegentore in Unterzahl entschieden die Partie zugunsten der Eispiraten.

Eine frühe, recht harte Strafe gegen die Gäste half den Füchsen, ins Spiel zu kommen, allerdings erst nach einem Schreckmoment. Das Überzahlspiel hatte kaum begonnen, da war Scott Timmins bei einem Konter schneller als Füchseverteidiger Steve Hanusch, blieb aber dann unter Bedrängnis an Tobias Ancicka hängen. Anschließend ließ Weißwasser die Scheibe und Gegner gut laufen, konnte aber aus den gefälligen Stafetten kein Kapital schlagen. Auch, weil Roope Mäkitalo nach Hunter Garlents schönem Pass vor das Tor zu wenig Druck auf die Scheibe bekam. Dass Garlent, der am Sonntag beim 6:3-Sieg in Selb mit einer blutenden Gesichtsverletzung ausgeschieden war, spielen konnte, war vor dem Spiel die beste Nachricht aus Lausitzer Sicht.

Die Füchse blieben am Drücker, auch spielerisch blieb das, was die Hausherren den 2.000 Zuschauern zeigten, gefällig. Entscheidend kamen sie aber nicht vor das Tor von Luka Gracnar – und ab Mitte des Drittels immer weniger. Zunächst galt es, die erste Crimmitschauer Überzahl zu überstehen, das gelang vor allem Dank der großen Sicherheit, die Ancicka im Tor ausstrahlte. Was an Abschlüssen kam, fing er weg. Und dann wäre beinahe von einem Pass überlistet werden, der vom Crimmitschauer Verteidiger Niklas Heyer aus der eigenen Zone diagonal in die Bande gehen sollte, aber über das Eis sprang und neben Ancicka am Pfosten landete, bevor der überraschte Goalie die Scheibe aus der Gefahrenzone beförderte.

Die Eispiraten waren jetzt griffiger in den Zweikämpfen und stoppten die Lausitzer Angriffe oft beizeiten, Clarke Breitkreuz wurde noch einmalsehenswert vor dem Tor bedient, kam aber an Gracnar, dem slowenischen Nationaltorwart, nicht vorbei. Das schaffte zu Beginn des zweiten Drittels erstmals Peter Quenneville. Sein Volldampf-Schuss ins kurze Eck nach einer super getimten Vorlage von Garlent war der perfekte Abschluss eines überragenden Gegenstoßes. Und die Paradereihe bot mehr. Erst scheiterte Breitkreuz nach schönem Quenneville-Pass noch an Gracnar, aber die Reihe blieb auf dem Eis. Garlent war es, der einen Konter im eigenen Drittel einleitete, indem er mit langem, gehechtetem Stock einen Angriff der Gäste unterband. Das Break wurde wunderschön zu Ende gespielt, und es stand 2:0.

Vom ETC kam zunächst kaum Entlastung, die beiden Tore zeigten ihre Wirkung. Verteidiger Jakub Kania konnte sich in seinem 200. Spiel für Weißwasser auf seine Weise auszeichnen, indem er den durchgebrochenen Vincent Schlenker ganz stark ausbremste. Am Ende lag der Crimmitschauer Stürmer im Tor, die Scheibe irgendwo an der Bande.
Garlent hatte eine weitere Riesenchance, dann zeigten sich die Abwehrspieler vorn. Hanusch faszinierte mit einem Alleingang, der gerade noch gebremst wurde, Philipp Kuschel nahm von der blauen Line Maß und verfehlte das Dreiangel äußerst knapp.

Dämpfer statt drittes Lausitzer Tor

Während das dritte Tor in der Luft lag, mussten die Füchse einen Dämpfer hinnehmen. Eher zufällig gelangte die Scheibe aus der Ecke vor das Tor von Ancicka, im Gedränge samt Pfostentreffer stand letztlich Thore Weyrauch genau richtig, um den Anschluss zu erzielen. Damit war das Spiel wieder offener, Gelegenheiten boten sich auf beiden Seiten.

Das Schlussdrittel begann mit einer weiteren starken Aktion der Lausitzer Paradereihe, aber Breitkreuz kam am Slowenen im Tor nicht vorbei. Dann ändert sich die Partie gänzlich.

Eine Strafe gegen Roßmy, die man durchaus anders beurteilen konnte, nutzte Crimmitschau zum Ausgleich. Dabei war der Treffer des jungen Filip Reisnecker, trocken neben den linken Pfosten, auch gut gemacht. Es blieb hektisch, und wenig später fing sich Jens Baxmann für Weißwasser die nächste Strafe – gleich doppelt ein. Mit einem überharten Stockcheck ging er gegen den Stürmer zu Werke und setzte nach dem Pfiff noch einmal nach. Zweimal zwei Minuten Unterzahl waren eine lange Zeit, die Weißwasser fast überstand, aber dann zielte Scott Feser, der zentral vor dem Tor zuviel Platz bekam, zu genau, keine Chance für Ancicka, und das Spiel war gedreht.

Weißwasser probierte alles, versuchte auch, jetzt Strafzeiten gegen die Eispiraten zu gewinnen, aber die Pfeife blieb stumm. Stattdessen gab es zweieinhalb Minuten vor dem Ende noch eine Strafe gegen die Ancicka wegen Beinstellens. Das bedeutete das Aus der Hoffnungen auf den Ausgleich nach einem wechselhaften, packenden und am Ende sehr hektischen Spiel.

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