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Arbeiten für den Musikpavillon gestartet

Noch 2021 soll im Muskauer Badeparkder Pavillon zwischen Kuppelbau und Villa Bellevue stehen.

Markus Knierieme von der Wehnert GmbH beaufsichtigte die ersten Bauarbeiten im Muskauer Badepark und kontrollierte die Ergebnisse mit den Plänen und Zeichnungen.
Markus Knierieme von der Wehnert GmbH beaufsichtigte die ersten Bauarbeiten im Muskauer Badepark und kontrollierte die Ergebnisse mit den Plänen und Zeichnungen. © Joachim Rehle

Bad Muskau. Schon zu Pücklers Zeiten gab es den Musikpavillon, wie Bilder von Ende der 1860er Jahre belegen. Sie zeigen ein offenes, filigranes Bauwerk, ähnlich der Gloriette, nur größer. Dort fanden Konzerte, Tanz, Lesungen und Schauspiel zur Unterhaltung der Kurgäste des Fürsten statt.

Nun erlebt der Musikpavillon ein Revival, wird das verschwundene Bauwerk wieder errichtet. Angelehnt an das historische Vorbild, aber modern und multifunktional. Das Dresdener Büro Alexander Poetzsch Architekten erhielt den Zuschlag für seinen „pfiffig-fürstlichen“ Entwurf, der nun umgesetzt wird. Corona ermöglichte keinen offiziellen Spatenstich, doch Mitarbeiter der Wehnert GmbH waren bereits mit schwerer Technik vor Ort, um Baufreiheit für das Fundament zu schaffen und um das Gelände einzuzäunen.

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Basis für das Pavillonprojekt ist eine Studie, die 2001 durch die Stiftung erarbeitet wurde und besonders Erkenntnisse über den Trink- und Musikpavillon im zentralen Bereich des Badeparks hervorbrachte. Daraus entstanden eine Semesterarbeit der Architekturstudenten der BTU Cottbus und ein Workshop, bei dem ehemalige Standorte von Pavillons und anderen Architekturen – drei Gebäude von 1860 gibt es nicht mehr im Hermannsbad – im Fokus standen. Doch bis Sommer 2019 dauerte der Start der Umsetzung der Pläne. Dann erst gab es einen Termin mit Denkmalpflege, Sächsischem Immobilien- und Baumanagement, Architekturbüro sowie Stiftung, bei dem mit einem Holz-Dummy in Originalmaßen des Musikpavillons ein optimaler Standort für seine Wiedererrichtung im Badepark gesucht wurde.

Dann verzögerte Corona den Baubeginn, so dass erst jetzt wirklich gestartet werden kann. Die Neuinterpretation des Musikpavillons besteht aus den klassischen Elementen Sockel, Stützen, Dach. Der Sockel mit neun Metern Durchmesser ist aus Beton, während Stützen und Dach aus Stahl und mit drei drehbaren Glaswänden dazwischen konstruiert sind. Die innere Fläche für Konzerte, Ausstellungen, Workshops hat dadurch einen Durchmesser von 4,50 Metern. „Während einst an diesem Platz jeder ankommende Gast durch die Badekapelle begrüßt wurde, können künftig diverse Events einer ganzen Besucherschar Kulturgenuss bescheren“, freut sich Parkchef Cord Panning.

Der Musikpavillon, der aus einstigem Parteivermögen der SED finanziert wird und für den auch der Förderverein des Pückler-Parks viel Spendengeld sammelte, kostet rund 350.000 Euro. Ob es bei den geplanten Kosten, Gestaltungen und Terminen bleibt und wann voraussichtlich eine öffentliche Einweihung möglich ist – mit all den Fragen befasst sich der Stiftungsrat in seiner Sitzung am 3. Juni in Bad Muskau.

Neben der Wiedererrichtung des Musikpavillon werden da auch andere laufende Baumaßnahmen im Badepark, wie Villa Pückler und Badehaus, sowie die Arbeiten an der Brauerei besprochen. Weitere Schwerpunkte sind der Realisationswettbewerb für die Entwicklung des Kavalierhauses zum Besucher- und Bildungszentrum des Unesco-Geoparks Muskauer Faltenbogen sowie Baumpflege und Verkehrssicherung im Park im Kontext des extrem voranschreitenden Klimawandels.

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